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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Starkes Bündnis schützt den Boden
 
Von wegen!
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20 Kommunen aus 5 Ländern am Start - Europa-Sekretariat in Osnabrück
 
Bodenschutz
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Starkes Bündnis schützt den Boden

20 Kommunen aus fünf Ländern am Start - Europa-Sekretariat in Osnabrück

Das Europäische Bodenbündnis mit zur Zeit 20 Städten, Kreisen und Gemeinden aus fünf Staaten hat sich in Osnabrück als eingetragener Verein konstituiert. Gestern entschieden sich die Gründungsmitglieder während ihrer ersten Vorstandssitzung für Osnabrück als Sitz des Europa-Sekretariats. Damit wurde das Engagement der Hasestadt für den Schutz des Bodens gewürdigt, das mit der Expo begonnen hatte.

Ziel des Bündnisses " Elsa" (Eurepean Land and Soil Alliance) ist es, über die praktische Arbeit in den Kommunen Boden nachhaltig zu schützen. " Angesichts des anhaltenden enormen Flächenverbrauchs durch Baumaßnahmen muss beispielesweise genauso viel Fläche entsiegelt werden, wie sie verbraucht wird", erklärte Helmer Honrich für das Gründungsmitglied München. Augsburgs Umweltreferent Dr. Jürgen Bruggey verwies auf ein Beispiel am dortigen Zoo: Statt den Parkplatz über eine angrenzende Grünfläche zu vergrößern, wird ein Parkdeck auf den vorhandenen Platz aufgesetzt.

Neben den Gründungsmitgliedern aus Stadt und Landkreis Osnabrück, München, Augsburg, Nürnberg, Derby (GB), Stadt und Provinz Bozen (I), Haarlem (NL), Schwabach und Leipzig gehören bereits

" Die EU will uns voll einbinden"

große Städte wie Dresden und Salzburg (A) zum Bündnis.

Osnabrücks Oberbürgermeister Hans-Jiirgen Fip sprach angesichts der Gründung der europäischen Vereinigung von einer " historischen Stunde" und sicherte dem Verein volle Unterstützung von Rat und Verwaltung zu. Dessen frisch gewählter 1. Vorsitzender Detlef Gerdts (Osnabrück) war gerade von Gesprächen aus Brüssel zurückgekehrt. " Die EU will uns in ihre Arbeit voll einbinden und steht unseren Zielen ausgesprochen positiv gegenüber", berichtete er. Der Verein sei aufgefordert worden, Förderanträge zu stellen. Gerdts hält EU-Fördermittel in Höhe von 350 000 Euro für realistisch.

Einstimmig waren sich die Gründungsmitglieder über Osnabrück als Sitz des Europa-Sekretariats einig. " Damit wird die Stadt dafür belohnt, dass sie unser gemeinsames Anliegen Bodenschutz vorangebracht hat", betonte Dr. Walter Huber als Chef der Umweltverwaltung in Südtirol unter Beifall seiner Kollegen. Huber gilt als der eigentliche Initiator des Europäischen Bodenbündnisses. Jetzt gehe es darum, das Thema international zu puschen. " Dabei ist Kommunikation alles und dieses Netzwerk muss möglichst breit angelegt sein", sagte Huber unter Hinweis auf eine bereits vereinbarte Zusammenarbeit zwischen der Uni Osnabrück und dem Alpenraum.

Grundfinanziert wird der Verein durch Beiträge seiner Mitglieder. " Pro 10 000 Einwohner 60 Euro", erklärte Gerdts. Kommunen, die sich schon im Klimabündnis engagieren, zahlen die Hälfte.

Mit dem Ende der spanischen EU-Ratspräsidentschaft, die ebenfalls das Thema Bo-

" Osnabrück hat uns vorangebracht"

den zum Schwerpunkt erklärt hat, findet in Osnabrück eine Veranstaltung statt, an der auch EU-Umweltkommissarin Margot Wallström teilnimmt. Außerdem soll der 17. Juni, den die UN zum " Wüstentag" erklärt haben, in der Hasestadt begangen werden. " Eine Kooperation mit der UN ist dabei geplant", erklärte Vereinsvorsitzender Gerdts. (fr)

Bodenschutz

Von wegen!

Von Christoph Franken

Als im Jahr 2000 bekannt wurde, dass Osnabrück zur Expo mit dem Thema " Boden" antritt, stöhnten viele innerlich auf. " Was anderes ist wohl nicht übriggeblieben?" hieß es damals von den Kritikern, die diesem Thema keinerlei Ausstrahlungskraft beimaßen.

Sie hatten aber die Rechnung ohne Patricia Mersinger und Detlef Gerdts sowie deren Mitstreiter gemacht: Schnell entwickelte sich das Projekt am Schölerberg zum Anziehungspunkt für Fachleute aus aller Welt. Mit der momentan laufenden Ausstellung " Unterwelten" wird die auf den ersten Blick so trockene Materie zudem richtig lebendig präsentiert.

Osnabrück hat eine Nische entdeckt und zielstrebig ausgebaut. Plötzlich fragen sich alle, warum das Thema Boden so lange vernachlässigt worden ist, während Klimaschutz in aller Munde ist. Zusätzlichen Auftrieb auch auf europäischer Ebene erhält das Thema durch den glücklichen Zufall, dass die spanische EU-Ratspräsidentschaft den nachhaltigen Umgang mit Boden forciert. Das UN-Wüstensekretariat hat zudem kürzlich während des 1. Europäischen Bodenkongresses in Osnabrück zumindest ideelle Unterstützung zugesagt.

Der Stadt ist wirklich ein großer Wurf gelungen. Jetzt geht es darum, das in der Bierstraße beheimatete Sekretariat zu einer einem kleinen, aber schlagkräftigen Apparat auszubauen, der sich in der Anfangsphase dem Marketing verschreiben sollte. Denn zunächst geht es darum, möglichst viele Kommunen in Europa vom Sinn eines Beitritts zu überzeugen. Aus jetzt 20 Mitgliedern muss eine breite Bewegung werden. Nur so wird der finanzielle Spielraum für praktische Bodenschutzprojekte geschaffen, die wiederum den Sinn aller Bemühungen verdeutlichen.

Das Klimaschutzbündnis besitzt 1 000 Mitglieder. Aber ohne Boden gäbe es kein Klima: also hat auch er möglichst viele Bündnispartner verdient.

IN ALLEN EUROPÄISCHEN SPRACHEN präsentierte der Vereinsvorstand unmittelbar nach seiner Wahl das Transparent des Europäischen Bodenbündnisses im Friedenssaal des Rathauses: Beisitzer Dr. Fabian Dosen (Bundesamt für Bauwesen), Schriftführer Helmer Honrich (Stadt München), 1. Vorsitzender Detlef Gerdts (Stadt Osnabrück), 2. Vorsitzender Dr. Walter Huber (Provinz Bozen), Beisitzer Dr. Jürgen Bruggey (Stadt Augsburg) und Schatzmeister Hartmut Escher (Landkreis Osnabrück). Foto: Jörn Martens
Autor:
fr


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