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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
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Der Himmel über Nahne ist wieder frei
Zwischenüberschrift:
Starkstrom-Trasse komplett abgebaut
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Der Himmel über Nahne ist wieder frei

Starkstrom-Trasse komplett abgebaut

von Frank Hennrichvark

Der Schlusspunkt war so unspektakulär, dass es die Nahner Bürger wahrscheinlich gar nicht gemerkt haben, weil sie noch im Bett lagen oder gerade am Frühstückstisch saßen: Gestern Morgen um kurz nach 9 Uhr fielen die letzten Seile der alten Stromtrasse durch den Ortskern vom Himmel. Ein 16 Jahre währender Kampf ging damit zu Ende.

Zehn Minuten währte die Aktion, für die einige Polizeibearnte kurz die B 51 und eine Autobahnabfahrt der A 30 absperrten. Zwischen dem Marktkauf in Nahne und der Firma Renault Disselkamp hingen an den 30 Meter hohen Stahlmasten noch die letzten zwei von ehemals 14 Seilen. Die wurden nun ein-

Abgelassen und über die Straße gezerrt

fach abgelassen und von zwei Arbeitern über die Straße gezerrt - schon konnte der Verkehr wieder fließen.

Die Bauingenieurin Anke Jucknat von der RWE-Tochterfirma Tessag leitete am Sonntagmorgen die Aktion: " Dies waren nur noch die Sicherungsseile für die vorher stattgefundenen Arbeiten" erläuterte sie, " die Stromleitungen sind in den letzten Wochen bereits abgebaut worden." In den nächsten Wochen und Monaten wird die Tessag dann auch die betagten Stahlgittermasten abbauen: " Spätestens im März sind wir fertig", kündigte sie an, " dann ist der Himmel über Nahne wieder frei."

Denn um den Himmel über Nahne sind in den letzten 16 Jahren erbitterte Kämpfe geführt worden. Ursprünglich wollte der Energieversorger RWE eine komplett neue Trasse mit 80 Meter hohen Gittermasten auf der schon 70 Jahre alten Linie installieren, als das neue Kohlekraftwerk in Ibbenbüren ans Netz ging.

Das rief damals den Bürgerverein Nahne auf den Plan. Dessen Vorsitzender Heinz Blaser und seine Mitstreiter sammelten Unterschriften: Die neue Trasse sollte lieber südlich entlang der Autobahn über landwirtschaftliche Flächen und nicht erneut über das Wohngebiet führen.

" Aus Kostengründen" strebte die RWK jedoch einen Neubau auf der ursprünglichen Verbindung Richtung Sutthausen an. Als das Landgericht Oldenburg im März 1988 die Enteignungsbeschlüsse gegen sieben Kläger aus Nahne aufgehoben hatte und das Stahlwerk seinen Betrieb einstellte, wurden die Pläne zwar vorerst auf Eis gelegt, aber erst im Februar 2000 änderte der Stromriese RWE seine Meinung: Mittlerweile wurde die neue Trasse für ein kurzes Stück südlich der Autobahn A 30 verschwenkt. " Was lange währt, wird endlich gut", so kommentierte Heinz Blaser das Umdenken.

DAS LETZTE SEIL der alten Stromleitung über die Bundesstraße 51 an der Osnabrücker Stadtgrenze ist gestern gefallen. Der Himmel über Nahne ist wieder frei. Foto: Jörn Martens
Autor:
Frank Henrichvark


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