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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Überschrift:
Keine Angst vor Wespenstichen
Zwischenüberschrift:
Gelegentlich brütet der seltene Wespenbussard in Osnabrück
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Keine Angst vor Wespenstichen

Gelegentlich brütet der seltene Wespenbussard in Osnabrück

Von Gerhard Kooiker

Eine Begegnung der besonderen Art hatte der Osnabrücker Denkmalpfleger Bruno Switala. Am späten Nachmittag des 21. August bemerkte er in seinem Garten am Hasetorwall einen auf dem Boden sitzenden bussardgroßen Greifvogel. Neugierig geworden, schaute Switala genauer hin und sah, wie der große Vogel auf eine Wabe einhackte und von stachelbewehrten Wespen umschwärmt wurde. Die Aktion" dauerte etwa 20 Minuten, bis der Greif wegflog. Kein Zweifel: Es war der seltene Wespenbussard (Pernis apivorus).

Er könnte vom Heger Holz durch die angrenzenden großen Gärten des Westerbergs gekommen sein und möglicherweise sogar im Heger Holz gebrütet haben. Bruno Switala hatte sehr viel Glück, dieses hochinteressante Naturschauspiel zu beobachten - wohl vergleichbar mit einem Fünfer im Lotto -, denn nur die wenigsten Menschen haben je Wespenbussarde gesehen, die Waben plündern oder sogar ausgraben. Überdies ist es schon verblüffend, dass der Vogel am Rande der Innenstadt bei der Nahrungsaufnahme zu beobachten war.

Der gelbäugige Wespenbussard ist ein Sonderling unter den heimischen Greifvögeln. Der Vogel ist auf Insekten, vor allem Wespen, spezialisiert. Während der Brutzeit bilden Larven und Puppen von Wespen, weniger häufig von Hummeln, Bienen und Hornissen, den Hauptteil der Nahrung. Die ausgescharrten Waben werden mit einem Fuß zum Nest getragen und an die Jungen verfüttert. Pro Tag werden sechs bis acht Waben verfüttert. Da Wespennester im Mittel vier bis sechs Waben enthalten, müssten pro Tag für die Jungen zwei bis drei Wespennester ausreichen.

Wespenbussarde werden im Osnabrücker Raum nur spärlich beobachtet, üblicherweise dann, wenn sie im Mai oder September in kleinen Trupps hoch über uns hinwegziehen. Es sind ausgesprochene Zug- und Sommervögel, die bei uns dreieinhalb bis maximal vier Monate verweilen. Jetzt im September ziehen sie zurück. In Osnabrück und Umgebung liegen von ihnen nur wenige Brutnachweise vor. Sie dürften nicht alljährlich, sondern allenfalls sporadisch in unseren Wäldern brüten. Übrigens wurde 1993 im Stadtgebiet eine gesicherte Brut im Hörner Bruch nachgewiesen. Beim Pilzesammeln stieß ich durch puren Zufall auf ein halbheruntergewehtes Nest samt Wespenwaben und zwei toten Jungvögeln. Für 1996 bestand hier für die Art Brutverdacht.

Allerdings darf nicht komplett ausgeschlossen werden, dass der Greif doch regelmäßig und versteckt bei uns brütet, da wir über das Brutvorkommen der Art nur unzureichend informiert sind. Dieses hat mehrere Ursachen: Der Wespenbussard kommt sehr spät aus den Überwinterungsquartieren zurück, die im tropischen Afrika liegen. Er baut relativ kleine Nester, die in den Kronen belaubter Bäume nur schwierig zu finden sind. Erschwerend wirken sich der große Aktionsradius und die heimliche und ruhige Lebensweise aus: So fliegt er zur Nahrungssuche und bei Schlechtwetterperioden gerne in Kronenhöhe der Bäume. Außerdem wird der Wespenbussard sehr häufig mit Mäusebussard und Habicht verwechselt.

VERWECHSLUNGSGEFAHR: Der Wespenbussard (Foto) wird sehr häufig mit dem Mäusebussard oder Habicht verwechselt. Foto: Robert Groß
Autor:
Gerhard Kooiker


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