User Online: 1 | Timeout: 00:49Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
"Luftnummer auf heimischer Bühne"
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Zu den Berichten über den Luftfracht-Granit für Osnabrücks Fußgängerzone

" Nun also auch noch eine Luft-Nummer als Zusage im Osnabrücker Straßen-Pflaster-Theater. Einfach Klasse. Kein Lustspielautor hätte gewagt, so eine Szene in seine Lokalposse hineinzuschreiben. Das Drehbuch wäre ihm wohl als zu klamaukhaft und realitätsfern um die Ohren gehauen worden. Aber unsere heimische Bühne hat damit keine Probleme. Ein Akt, eine Szene nach der anderen wird dem Grundmotiv hinzugefügt, wie bei den, Daily soaps' der Spannungsbogen in jeder Folge wieder geschickt angehoben. Das Ganze , nach einer Idee' Osnabrücker Ratspolitiker und Einzelhändler, in Szene gesetzt von der Stadtverwaltung, mit einer großen Anzahl von Laiendarstellern (turbulente Ratssitzungen, Massenszenen mit Pflasterern U.A.), die - ähnlich Oberammergau - alle vor Ort verpflichtet wurden. Wie bei jeder Langzeit-Vorabend-Serie müssen dann auch einmal Rollen , aus der Handlung herausgeschrieben' werden, wenn einzelne Darsteller im Laufe der Spielzeit freiwillig oder unfreiwillig abgehen (z. B. Leitung Tiefbauamt). Und was hatten wir doch alles schon für unterhaltsame Handlungsstränge! Unvergessen die Affaire um die Eigenfarbe der Steine - was in hiesigem Licht gelb erscheint, ist für den Chinesen schließlich ganz normal. Experten für , gewollte Patinierung' versuchten abzuwiegeln, aber dann fingen die Kanten auch noch an zu bröckeln, und schon musste die Erstlieferung wieder raus! Oder die Nebenhandlung in den chinesischen Steinbrüchen, wo unter unmenschlichen Arbeitsbedingungen Zwangsarbeiter und Kinder für Osnabrück schuften sollten! Als , running gag' kommt keine Folge ohne panische Reaktionen wegen Terminüberschreitungen aus, gelegentlich variiert um das Theater-Thema , Kostenüberziehungen'. Und immer wieder nette Regie-Einfälle, wie z. B. die nachhaltige Taufe des Pflasters während der Mai-Woche mit Pommes-Fett. Ich jedenfalls hoffe, dass die Sache nicht so bald aus dem Programm genommen wird; ich freue mich jeden Morgen, wenn ich die Neue OZ aufschlage, auf eine Fortsetzung der , daily soap'. ..."

Joachim Dierks
Winzerstraße 2
Wallenhorst

" Es ist schon ein starkes Stück, wie mit der Bevölkerung und damit dem Bürger und Steuerzahler umgegangen wird. Das Geld liegt in Osnabrück im wahrsten Sinne des Wortes auf der Straße, aber für den Neubau oder die Renovierung von Kindergärten und Schulen ist keins vorhanden. Da sind die schlecht verlegten Steinplatten in der Großen Straße auch kein Renommierstück. Granit per Luftfracht - wo bleibt der Aufschrei der Kostenträger, der Leidtragenden und der Umweltschützer?

Herr Höcker jedenfalls wird darüber ganz genau informiert sein, denn 150 000 DM wird man auch bei der Fa. Dieckmann nicht so einfach aus der Portokasse zahlen - es sei denn, diese steht im Schatten? Ein nach kaufmännischen Grundsätzen geführtes Unternehmen kann sich derartige Summen nun nicht ans Bein binden. Ob direkt oder indirekt, diese zusätzlichen Kosten werden der Stadt in Rechnung gestellt - das muss jedem klar sein. Und damit trägt sie auf jeden Fall wieder der Bürger..."

H.-W. Fricke-Boh
Sulinger Straße 20
Osnabrück

" Insgesamt ist alles, was im Zusammenhang mit der Neugestaltung der Großen Straße passiert ist, eine Riesen-Lachnummer vom Anfang bis zum Ende. Das gilt nicht nur für die Stadtverwaltung, sondern auch oder gerade für den Ratsherrn Seidler. Ich arbeite im sozialen Bereich und musste in den letzten Jahren erleben, wie Kaufkraft meiner Klienten langsam aber sicher um ca. 10 Prozent geringer wurde. Mir jedenfalls ist nicht mehr zum Lachen."

Clemens Pohlmann
Hesselkamp 21
Osnabrück

" Seit Wochen verfolgt man die Unzufriedenheit des Einzelhandels über die schleppenden Pflasterarbeiten in der Innenstadt. Die Geschäfte gehen dadurch sehr schlecht, Umsatzrückgänge sind zu verzeichnen, das Wort Stellenabbau macht sofort die Runde. Daran ist sicherlich einiges richtig, aber aus meiner Sicht bei weitem nicht alles. Ich möchte mal meine Einkaufserlebnisse schildern. Als meine Frau sich in verschiedenen Geschäften an der Kasse anstellte, wartete ich etwas abseits und beobachtete mit Erstaunen die zum Teil identischen Abläufe in doch unterschiedlichen Geschäften und Abteilungen. Das spielte sich in der Regel so ab: Die meisten Kunden begegneten der Kassiererin mit einem , Hallo' oder , Guten Tag', die Antwort der Kassiererin blieb in der Regel aus. Bevor sie dem Kunden den Preis für die ausgesuchte Ware mitteilte, kam ein harsches, in eine vom Kunden abgewandte Richtung , Hamse ne Pay-Back-Karte', oder eine andere hausinterne Besonderheit. Der irritierte Kunde fragte dann, ob er gemeint sei und antwortete in der Regel mit nein. Dann setzte die Kassiererin ihr absolut monotones Fragespielchen kurz und knapp fort , Wollnse eine'? Als man als Kunde auch dieses überstanden hatte, bekam man in gleicher Tonlage und meist ohne Blickkontakt den Betrag genannt. Man zahlte artig, an Handeln, wie es das neue Rabattgesetz empfiehlt, wagte gar niemand zu denken. Von einer weiteren Verkäuferin bekam man dann die gekauften Sachen auf die Theke geknallt. Das Wort Bitte fehlte hier im Vokabular vollständig. Trotzdem hatte man das Gefühl, dass die Kunden dankbar waren, etwas erhalten zu haben. Die Szenerie glich aber eher einer Strafkompanie, die zum , Essenfassen' anstand. Kamen mal , Sonderwünsche' der Kunden vor, wie z. B. Gutscheine ausstellen, dann ' steigerte' sich die Freude des Personals ins Unermessliche. Die Scheine wurden hin und her gereicht, bis sich jemand erbarmte, dieses Stück Papier zu beschreiben. Ist das Einkaufen? Liegt das am Pflaster? Auch die Ausrede, es sei der Stress des Schlussverkaufes, kann man hier wohl nicht gelten lassen. Ist das Einkaufsvergnügen? Hält man sich hier gerne auf? Kauft man hier mehr als nötig? Wohl kaum. Ich bin öfter in Berlin und München, wenn man hier ein KaDeWe oder ein Dallmayer betritt, die sicher tagtäglich eine vielfach höhere Kundenfrequenz haben als Osnabrück im Schlussverkauf, dann findet man Personal vor, dem man Freude am Beruf ansieht und wo man das Gefühl hat, als Kunde willkommen zu sein... Der guten Ordnung halber möchte ich erwähnen, dass es auch in Osnabrück Geschäfte gibt, bei dem der Kunde noch König ist."

Thomas Olbert
Portkamp 20
Wallenhorst
Autor:
Joachim Dierks, H.-W. Fricke-Boh, Clemens Pohlmann, Thomas Olbert


Anfang der Liste Ende der Liste