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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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"Mottenkiste der 60er Jahre"
Artikel:
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Originaltext:
" Mottenkiste der 60er Jahre"

Zu den angekündigten Änderungen in der Osnabrücker Verkehrspolitik (" CDU: Grüne Welle nicht nur in der Verkehrspolitik / Ausgabe vom 11. September und " Einzelhandel und IHK begrüßen die Parkscheibe" / Ausgabe vom 12. September).

"... Alte Konzepte aus der Mottenkiste der 60er Jahre werden hervorgeholt und, abgesegnet vom Einzelhandel und IHK, die es wohl nicht besser wissen, als Fortschritt verkauft. Wer hat in Osnabrück das Sagen? Vergessen scheinen die auf breiter Bürgerbasis beruhenden, durch Stadtratsbeschluss im Rahmen des Agenda-Prozesses gültig gewordenen Leitbilder für Verkehr und Stadtplanung in Osnabrück auf der Basis zukunftsfähiger Konzepte einer sozialen, ökonomischen und ökologischen Stadtentwicklung. Der allein seligmachende Autoverkehr mit kostenlosem Parkplatz vor jedem Geschäft soll den kränkelnden überirdischen Einzelhandel neu beleben und Osnabrücks oberzentrale Funktion stärken. Nur seltsam, dass die Geschäfte in der Neumarkt-Passage bislang mit ihren Umsätzen zufrieden waren, obwohl keiner ihrer Kunden mit dem Auto vorfährt. Die Fußgänger und Radfahrer scheint es im Übrigen außer in Alibifunktion gar nicht zu geben, sie werden auch nicht gefragt, ebenso wenig die Anwohner der Innenstadtstraßen. Von Verbesserungen der Ampelvorrangschaltungen für die Busse ist keine Rede, auch nicht von Gepäckschließfächern an zentralen Orten der Stadt als Ersatz für den Kofferraum für Bahn- und Buskunden. Grüne Welle okay, aber der ÖPNV braucht Vorfahrt! Warum muss ein Linienbus mit 30, 40 oder 50 Innenstadtbesuchern an einer Kreuzung warten, um zehn Pkw mit durchschnittlich 1, 3 Personen pro Fahrzeug Vorrang zu gewähren? 26 Fahrgäste im Bus verringern einen Stau um etwa 100 Meter! Seit Jahren werden, wenn auch sehr langsam, umweltfreundliche Verkehrsmittel in Osnabrück ausgebaut. Die Fortschritte sind beachtlich, die Pläne viel versprechend (Haller Willem, OS-Bahn, Tecklenburger Nordbahn, klimatisierte Flüsterbusse mit schwefelarmem Antrieb, Regio-Takt, Radverkehrsplan u. v. m.). Leider fehlt eine moderne Straßenbahn in der Stadt, denn für viele Autofahrer ist der Bus verständlicherweise keine Alternative. Der mit dem Verkehrsentwicklungsplan eingeschlagene Weg muss fortgesetzt werden. Die jetzt geplanten Veränderungen sind herbe Rückschläge und haben nichts mit einer Korrektur von Fehlentwicklungen zu tun - die kostbare Fläche der (Innen-) Stadt darf nicht vorrangig unter Wert für den Autoverkehr verschwendet werden. Die Stadtverwaltung setzt sich bislang zunehmend für eine zukunftsfähige Verkehrsplanung ein. Nun soll ihr Sachverstand auf die neue Linie getrimmt werden: , Die Verwaltung hat unsere Beschlüsse umzusetzen', heißt es lapidar. Die Politik werde jedoch , mit ihr' (der Verwaltung) , und nicht gegen sie' arbeiten, ist im gleichen Zusammenhang zu lesen. Also, wie es der Politik gerade passt. Das werden sich viele Bürger nicht gefallen lassen, auch im Namen derer, die nicht mit dem Auto fahren wollen oder können oder die keine Zeit haben, sich zu engagieren: Kinder, Senioren, Jugendliche, staugeplagte Arbeitnehmer, um ihre Kinder besorgte Eltern, Behinderte und viele umweltbewusste Menschen in unserer Stadt. Dem neuen Stadtrat ist zu wünschen, dass er die Prioritäten seiner Politik verantwortungsvoll setzt und mit den begrenzten Ressourcen nachhaltig wirtschaftet..."

Joachim Kobbe-Welsch

Limberger Straße 16 A

Osnabrück
Autor:
Joachim Kobbe-Welsch


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