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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Für eine Scheinzypressenhecke durch alle Instanzen
 
Durch den Tunnel?
Zwischenüberschrift:
Grüne Einfriedung nur mit heimischen Pflanzen zulässig: Osnabrücker Ehepaar wehrt sich gegen Anordnung der Stadt
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
An Zypressen scheiden sich die Geister. Die einen meinen, die Koniferenart gehöre auf den Friedhof und schmeißen sie aus ihrem Garten raus. Die anderen mögen sie, weil sie kein Laub abwerfen, robust sind und als Hecke einen dichten Sichtschutz bieten.

Geschmacksache? Nur, solange man mit seiner Zypressenhecke nicht gegen die Vorschriften verstößt. Wer sich aber, wie die Familie Hes, wegen seiner Hecke mit der Stadt Osnabrück anlegt, landet vor dem Richter.

Christa und Johann Hes hatten zu Beginn der 90er Jahre auf einem Grundstück am Bürgerpark gebaut. Auf der Grundstücksgrenze zum Weg An der Wakhegge sollten sie eine " standortgerechte, dicht wachsende Hecke" anpflanzen. Sie informierten sich im Handel und schilderten dort die Standortbedingungen. In einem Baumarkt empfahl man ihnen Scheinzypressen. Die seien robust und würden von Tausenden von Gartenbesitzern geschätzt und gekauft.

Die Hecke wuchs, und bis März 1996 war die Welt in Ordnung. Dann entdeckte der Naturschutzbeauftragte der Stadt die Hecke, stufte sie als nicht standortgerecht ein, und die Stadt reagierte mit einer " Bauaufsichtsanordnung''. Die Scheinzypressenhecke stelle einen " bauordnungswidrigen Zustand" dar. Im Klartext: Sie sollte weg. Dafür sollten heimische Pflanzen wie Weißdorn oder Hainbuche gepflanzt werden.

Das leuchtete der Familie Hes nicht ein. Erstens gedieh die Hecke prima und zweitens stand ja von " heimisch" nichts in der Baugenehmigung. Sie legte bei der Bezirksregierung Widerspruch gegen die Anordnung der Stadt ein. Doch in Oldenburg schlossen sich die Beamten den Argumenten der Stadt an und wiesen den Widerspruch zurück. Auch eine Klage gegen die Stadt führte nicht zum gewünschten Ergebnis.

Das Gericht stimmte der Auffassung der Stadt und der Stellungnahme des städtischen Naturschutzbeauftragten zu. Der hatte erklärt, dass Naturschutzexperten Pflanzen als " standortgerecht" bezeichnen, die von Natur aus in einer bestimmten Region vorkommen. Und das seien im Osnabrücker Hügelland überwiegend Laubgehölze und nicht die in Ostasien und Nordamerika heimische Scheinzypresse.

Familie Hes hat inzwischen den Anwalt gewechselt und will Berufung beantragen. Denn die Gnadenlosigkeit, mit der die Stadt an gut 20 Metern Scheinzypressenhecke das Baurecht vollstreckt, hat für Christa und Johann Hes mit gesundem Menschenverstand nichts mehr 201 tun. Zumal sich im benachbarten Bürgerpark ein Sammelsurium ortsfremder Gehölze prächtig entwickle.

Dr. Henning Schacht, an der Osnabrücker Fachhochschule Professor für das Gebiet Baumschulen, findet den Fall hochinteressant: " Meine Studenten glauben mir ja nicht, dass Kommunen derartige Auflagen durchsetzen." Auf dem Land und in der Forst seien sie vielleicht berechtigt, in der Stadt aber nicht.

Drei Argumente würden immer wieder genannt: Erstens: Eine Überfremdung der Kulturlandschaft mit Pflanzen, die nach der letzten Eiszeit in der Natur nicht mehr vorkommen, solle verhindert werden. Das zweite Argument sei fachlich umstritten: Fremde Pflanzen böten heimischen Tieren schlechtere Lebensbedingungen. Das dritte sei schlicht falsch: Die Exoten kämen mit den Standortbedingungen nicht klar. Das Gegenteil sei oft der Fall, so Schacht.

So könne man der Stadt aus fachlicher Sicht zum Beispiel gratulieren, dass sie sich in der Großen Straße für exotische Gleditschien entschieden habe oder in der geöffneten Hase für die kalifornische Sumpfzypresse. Allerdings: Zur Vorliebe fürs Heimische passe das nicht und erst recht nicht zu derart strengen Auflagen.

WAS DIE STADT DA AUSGEHECKT HAT - Johann Hes will es nicht begreifen. Er soll seine Hecke durch heimische Pflanzen ersetzen.

Foto: Michael Hehmann

Durch den Tunnel?

Till nutzt vor längeren Autofahrten schon mal die Routenplaner im Internet, um den richtigen Weg zu finden. Als er , neulich nach , Hannoverl wollte, befragte er fünf dieser Routenfinder -

und bekam vier verschiedene Wege zu seinem Ziel angeboten. Nur einer schlug ihm den Weg vor, den Till schon als Anfahrtsbeschreibung per Brief erhalten hatte und der der unkomplizierteste war: Geradeaus, einmal links, weiter geradeaus, dann war man am Ziel. Die anderen Vorschlagsrouten waren so kompliziert, dass man Pfadfinder sein muss. Laut lachen musste Till aber schon über den Start in Osnabrück. Um von der Wüste auf die Autobahn A 30 und nach Hannover zu gelangen, schlugen ihm zwei Routenplaner den Weg über Parkstraße, Gustav-Twer-Straße, Hauswörmannsweg, Iburger Straße zur Auffahrt Nahne vor, ein anderer wollte ihn über den Wall nach Nahne locken. Nur einmal der einfachste Weg: Martinistraße zur Auffahrt Hellern. Bei anderen Wegsuchen innerhalb Osnabrücks wurde er vom Neuen Graben " durch den Neumarkttunnel" geschickt, beziehungsweise " halbrechts vom Neuen Graben auf die Straße Neumarkt, dann geradeaus Richtung Wittekindstraße". Da wäre Till am Kollegienwall gelandet. Bei einer dritten Wegsuche zeigte ein Routenplaner den Weg verkehrt herum durch eine Einbahnstraße im Katharinenviertel an. Till hat gemerkt: Neue Technik ist gut, verlassen sollte man sich darauf aber nicht.

Bismorgen
Autor:
Michael Schwager, Till


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