User Online: 1 | Timeout: 21:14Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Ein großer Baum schlug Brunnen- und Uhrenwünsche
Zwischenüberschrift:
Klares Votum für schützendes Blätterdach
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Klares Votum für schützendes Blätterdach - Viele wollen Ruwes Bürgerbrunnen - Nur Minderheit ist für freien Platz

Von Christoph Franken

561 Leser machten mit bei unserer viertägigen Aktion:" Was soll auf den Nikolaiort?" Das Meinungsbild ist eindeutig: 202 sprachen sich für einen Baum, 172 für einen Brunnen, 66 für eine Uhr und 19 für einen freien Platz aus.

102 Einsender unterbreiteten zahlreiche andere Vorschläge. Eines aber ist fast allen Beiträgen gemeinsam: Egal, wofür sich die Leser einsetzten, fast immer wollen sie eine Kombination mit Sitzmöglichkeiten.

Und noch ein deutlicher Trend zeichnet sich ab: " Bitte, bitte keine Kunst und schon gar keine Schrottkunst wie vor dem Theater", betonte Beate Pfeil in ihrem Fax. Das unterstützten viele Einsender so oder in anderer Form. Kunst wollten die wenigsten und wenn, dann kamen konkrete Vorschläge wie " Der Schuh" des Belmer Künstlers Manfred Annen oder " eine Skulptur von Thomas Rohrmann" sowie " die Skulptur von F. O. Becker". Nikolaiort-Anliegerin Wlilifred Waldvogel sprach sich gegen " Mittelmäßigkeit" in Sachen Kunst aus und präferiert eine moderne Skulptur von Cilllda, Botero oder Rickey.

Bei den Brunnen-Fans gibt es eine starke Lobby für den Bürgerbrunnen von Hans-Gerd Ruwe. " Der ist hinter der Bibliothek im totalen Abseits gelandet", findet Hildegard Lindhof. Ähnlich denken über 100 Einsender und vielen ist noch immer der Ärger über den jetzigen Standort für den hübschen Bürgerbrunnen anzumerken. " Verbannt" und " versteckt" waren die neutralsten Worte. Sie fordern Wiedergutmachung: " Der Nikolaiort wäre der richtige Platz", mailte Stefan Lütkehoff.

Ein Schatten spendender Baum mit Bank, denn die Steine strahlen im Sommer zu viel Hitze aus", (annulierte Ilse Sonntag das, was sich die meisten Leser wünschen. Manche wollen eine kleine " grüne Oase" mit Baum, andere nur einen Großbaum: Vorgeschlagen wurden Linde, Kastanie, Buche, Ahorn und. Eiche. Oft wurde dabei auch auf die Funktion eines " Regendaches" hingewiesen. Jeden Schauer kann man unter Blattern gut aushalten", schrieb Erhard Kaspar.

Ähnlich wie die Baum-Anhänger fordert auch die Uhr-Fraktion Sitzbänke rund um ihren Wunsch-Chronometer. Das Spektrum reicht dabei von der Wasseruhr ähnlich dem Berliner Vorbild über die , Standuhr à la Kröpke in Hannover bis hin zur großen Weltzeituhr oder Sonnenuhr. Auch die von Umweltdezernent Dr. Dieter Zimmermann ins Gespräch gebrachte " Umweltuhr" wurde mehrfach genannt. Stephan Elly meinte, eine schöne Standuhr könne mit den Friedenssymbolen der Stadt geschmückt werden. Häufig fiel im Zusammenhang ( mit der Uhr das Wort vom " markanten Treffpunkt mitten in der Stadt".

19 Leser stimmten Stadibaurat Jörg Ellinghaus zu, der sich , zum jetzigen Zeitpunkt für einen freien Platz ausgesprochen hatte. " Frei lassen zum Bummeln", schrieb Brigitte Hemme. " Nichts wäre wunderbarer", so Gudrun Heymann. Und auf unsere Frage " Was soll drauf" antwortete Gustav Meyer: " Der Osnabrücker Bürger und seine Gäste". Käthe Marx findet die " Sucht von Verantwortlichen", jeden kleinsten Raum mit Kunstwerken zu verstellen, unerträglich. " Ich möchte auf dem Nikaolaiort den Blick von allen einmündenden Straßen frei schweifen lassen." Der Friedensreiter hat zahlreiche Freunde in Osnabrück, wie die Zuschriften beweisen. Aber nicht nur als Skulptur: " Aus verschiedenen Pflastersteinarten wie eine Intarsienarbeit mittig in den Platz einlegen", schlug Christiane Högermann vor. Auch Iris Otting will ein " buntes Steinmosaik"; Befürworter für die bunte " Solara" gab es zehn. Zwei Zuschriften plädierten für einer kleinen Spielplatz mit Riesenrutsche, die außerdem fröhliches Leben mitten auf der Platz bringe. Andere wollen einen kleinen Pavillon mit Verkaufsständen. " Ein Büdcher wie im Rheinland", wünschte sich ein Leser, während Henning Werner bunte Marktstände bevorzugt.

Über ein Straßen-Cafe sind sich die Leser nicht ganz einig. Die meisten würden es zwar begrüßen, allerdings eher im Randbereich.

Einige Zuschriften beschäftigen sich ausführlich mit der Platzgestattung. Sie schickten Lagepläne ein, bastelten Fotomontagen oder schickten Postkarten mit Plätzen aus verschiedenen Städten der Welt. Wir haben uns über die große Resonanz, die unsere Aktion ausgelöst hat, sehr gefreut. Und wir bleiben am Ball, damit nicht Egon Gerle mit seiner Skepsis Recht behält: " Was nutzen die schönsten Vorschläge, wenn die Stadt doch macht, was sie will?".

" Die Nackte vom Dach"

Auch Ausgefallenes oder nicht ganz Emstgemeinetes erreichte uns. So wurde ein " Zechenturm" wie in der oberschlesischen Stadt Nikolai vorgeschlagen. " Ein drehbares Gestell mit zwei Meter hohen Figuren der Herren Fip, Ellinghaus, Höcker und Dreyer", wünscht sich " einer von Tausenden über Pfusch und Pannen erbosten Bürgern". Ein anderer will das " Steinheiligendenkmal": ' Ein Pflastersteinhaufen mit der Büste des Stadtbaurats auf der Spitze. Die Büste könne auch gesichtslos für alle politisch Verantwortlichen im Rathaus stehen. " Die nackte Frau aus Bronze auf dem Fabeltier, die vom Dach verschwunden ist", so ein weiterer Wunsch. Und ein humorvoller Leser antwortete auf unsere Frage, " Was soll drauf?" bündig mit folgendem Vorschlag: Salami, Oregano, Tomaten, Pilze.

EINE VIELZAHL von Vorschlägen erreichte die Neue OZ für diesen Platz: Foto: Jörn Martens DIESE ANREGUNG für die Gestaltung des Nikolaiortes schickte uns Hans-Jürgen Amelung.
Autor:
Christoph Franken


Anfang der Liste Ende der Liste