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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Müll, der heiß wie Kohle brennt
Zwischenüberschrift:
Abfall im Kraftwerk - Eversburger Recycler sorgt für die richtige Mischung
Artikel:
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Originaltext:
Industrieabfälle, die früher auf dem Müll landeten, ersetzen in manchen Kraftwerken Schritt für Schritt die Kohle. Auf die richtige Mischung kommt es an, damit der Schadstoffausstoß niedrig und der Brennwert hoch ist. Darauf hat sich die Levien Industrieentsorgung Rohstoffrecycling GmbH in Eversburg spezialisiert.

Etikettenpapiere, Folienreste, Textilabfälle und die Spuckstoffe aus der Papierindustrie verlassen den Schredder an der Carl-Stolcke-Straße als bunte Häckselmasse. Sie brennt besser als Braunkohle und setzt dabei weniger Schadstoffe frei. Dafür sollen regelmäßige Analysen des Eingangsmaterials sorgen.

Die hohen Entsorgungskosten für Industrieabfälle sind die Chance für das Osnabrücker Unternehmen. Wer Kunststoffreste oder Papierabfälle zum Piesberg bringt, muss dafür 193 Mark pro Tonne zahlen. Müllverbrennungsanlagen berechnen sogar bis zu 500 Mark, sagt Dirk Levien, der zusammen mit seinem Vater Bernhard Levien die Geschäfte führt. Er nimmt das Material je nach Beschaffenheit für 90 bis 130 Mark ab. Und zwar bundesweit.

Nach der Aufbereitung wird, die Häckselmischung in große Container geladen und landet schließlich in den Brennkammern von Kraftwerken oder Zementfabriken. Für die Verbrennung muss die Firma Levien zahlen. " Noch", wie Juniorchef Dirk Levien vermerkt. Denn mit steigenden Energiepreisen, das ist seine Vision, werde der hochwertige Brennstoff auch Erlöse bringen. Bei Levien gibt es zudem Überlegungen, ein eigenes Kraftwerk zu bauen, um aus Abfälllen Strom und Wärme zu machen.

Seit zwei Jahren werden die " Sekundärbrennstoffe" in Osnabrück aufbelltet. 23 zumeist junge Mitarbeiter sind bei der Levien Industrieentsorgung Rohstoffrecycling GmbH beschäftigt. Rund 100 Tonnen gehen jeden Tag durch den Schredder, Verarbeitet werden nur Materialien, deren Zusammensetzung bekannt ist. Regelmäßige Analysen sollen sicherstellen, dass bei der Verbrennung die Schwermetallanteile und Chlorverbindungen unterhalb der Grenzwerte bleiben.

Für den Fall, dass doch einmal Probleme auftauchen sollten, wird von jedem Container eine Rückstellprobe entnommen und zwei Monate aufbewahrt. Probleme habe es schon gegeben, erklärt Seniorchef Bernhard Levien. Da sei bei Brotfolie der Wert für Cadmium um das Hundertfache überschritten worden - nach den strengen Richtlinien für Lebensmittel ein Skandal. Drei Tage lang wurde akribisch recherchiert, und bei Levien standen die Maschinen still. Dann stand der Verursacher fest: Das Cadmium steckte in der roten Druckfarbe auf Brotfolie. Da hatte der Hersteller wohl auf inzwischen verbotene Restbestände zurückgegriffen.

Mit Kaffeeverpackungen ist schon Ähnliches passiert. Und gelegentlich haben die Mitarbeiter bei Levien sogar PVC-Rohre aus dem angelieferten Material gefischt. Die dürfen auf keinen Fall in die Verbrennung, weil sonst gefährliche Chlorverbindungen frei werden. Aber nicht immer hilft der Augenschein, deshalb die Analytik: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.( rll)

AB IN DEN SCHREDDER: Papier- und Kunststoffreste aus der Industrie werden bei der Firma Levien an der Carl-StoIcke-Straße zu Brennstoff verarbeitet. Fotos: Jörn Marters

BRENNT BESSER ALS BRAUNKOHLE: Dieses Granulat aus Kunststoff- und Papierresten liefert die Levien Industrieentsorgung Roh Stoffrecycling GmbH an Kraftwerke und Zementfabriken.
Autor:
rll


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