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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Überschrift:
Die Natur brauchte nur wenig Hilfe
Zwischenüberschrift:
An der Martinsburg etwickelte sich ein Biotep mit heimlichen Stars
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Die Natur brauchte nur wenig Hilfe

An der Martinsburg entwickelte sich ein Biotop mit heimlichen Stars

" Keiner wollte uns zunächst glauben, dass wir hier nicht mit Pflanzungen nachgeholfen haben": Der Chef der Osnabrücker Umweltverwaltung Detlef Gerdts und seine Mitstreiter Ulrich Greiten und Thomas Krobok sind stolz auf das Biotop im Bereich der Martinsburg. Hier unterhalb des vielbefahrenen Kurt-Schumacher-Damms waren 1997 nur ein paar Baggerstunden notwendig, um der Natur wieder zu ihrem Recht zu verhelfen.

Ursprünglich ein Quellgebiet, dessen Bach in den 20er Jahren noch ein kleines Freibad speiste, verlor das Gebiet ab 1937 seine Idylle: Die Wehrmacht richtete auf dem 3 500 Quadratmeter großen Areal eine Fahrzeugwerkstatt samt Materialdepot ein. Nach dem Krieg nutzte die britische Garnison das Gelände weiter, dessen Boden immer stärker mit Ölen und Treibstoffen belastet wurde. Nach dem Abzug der Briten folgte ein Abenteuerspielplatz. Danach blieb das Areal mit seinen Altlasten sowie Beton- und Asphaltflächen unbeachtet.

Mitte der 90er Jahre begann der Ausbau für das geplante Güterverkehrszentrum am Hafen mit entsprechenden Eingriffen in die Natur. Bei der Suche nach Kompensationsflächen stieß die Umweltverwaltung auf das Martinsburg-Areal. Mauerreste, Asphaltflächen und verseuchter Boden wurden entfernt und acht Teichsenken in verschiedener Form und Tiefe mit der Baggerschaufel modelliert.

" Das war' s, mehr brauchten wir nicht zu tun", berichtete Gerdts. Das Grund- und Quellwasser habe sich schon wenige Minuten nach dem Auskoffern der Senken hochgedrückt, erinnerte sich Greiten. Quer durch die damalige mondartige Landschaft sei noch ein Fußweg angelegt worden, womit Anwohner eine schnelle Verbindung zum Kurt-Schumacher-Damm erhielten.

" Heute führt der Weg mitten durch das wunderschöne Biotop, das damit für Spaziergänger richtig erlebbar wird", freuten sich die beamteten Naturschützer. Die zahlreichen Teich- und Wasserpflanzen, unter ihnen zehn vom Aussterben bedrohte Arten, siedelten sich ganz von selbst an. " Entweder haben die Samen jahrzehntelang im Boden überdauert oder Enten brachten sie mit", so Krobok.

Im Auftrag der Stadt hat der Biologe Peter Forman (Bissendorf) kürzlich eine Bestandsaufnahme durchgeführt. Neben 95 Pflanzenarten stellte er fest, dass sich elf Libellenarten, 15 verschiedene Laufkäfer, Grasfrösche und der Bergmolch das Biotop als ihren Lebensraum zurückerobert haben. " Der Molch steht sogar auf der Roten Liste", freute sich Greiten über den auch für Fachleute unerwarteten Erfolg. Forman habe in seinem Bericht dem Gelände eine " explosionsartige Wiederbelebung" attestiert.

Für Detlef Gerdts gilt es nun, das wertvolle Biotop so zu sichern, dass die momentanen optimalen Bedingungen für Pflanze und Tier erhalten bleiben. " Wir streben eine Partnerschaft mit einer Schule oder einer Naturschutzorganisation an", sagte er. So gelte es beispielsweise, regelmäßig kleine Erlenpflanzen auszuzupfen, um einer Verbuschung des Feuchtgebiets vorzubeugen. Ulrich Greiten freut sich über entsprechende Angebote unter der Nummer 323-3164. (fr)

EIN MANN SIEHT GRÜN: Ulrich Greifen auf der Schilfwiese an der Martinsburg. Fotos: Thomas Osterfeld

ENTENIDYLLE auf einem der acht Teiche

IM VERBORGENEN blüht der Blutweiderich.
Autor:
fr


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