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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Überschrift:
Vom Wetter keine Ahnung
Zwischenüberschrift:
So verdöst der Laubfrosch den lieben langen Tag
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Vom Wetter keine Ahnung

So verdöst der Laubfrosch den lieben langen Tag

Von Gerhard Kooiker

Nur an einer Stelle im äußersten westlichen Zipfel der Stadt beherbergt Osnabrück Laubfrösche. Die kleine Population an der Kuhlbreite in Atter wird auf 40 quakende Frösche geschätzt. Dies mag verdeutlichen, wie selten sie in unserer Heimat sind.

Laubfrösche sind durch das Vertilgen zahlreicher dem Menschen lästiger Insekten sehr nützlich, stehen unter strengem Naturschutz und sind als Wetterpropheten völlig ungeeignet. Es sind " Baumfrösche", die sich vorzugsweise auf höheren Stauden, Gräsern, Sträuchern und Bäumen nahe ihrer Laichgewässer aufhalten. Die zu beweglichen Haftscheiben umgebildeten Fingerund Zehenspitzen befähigen sie, sich selbst an senkrechten und glatten Flächen festzuhalten und fortzubewegen. Den Tag verdöst der Frosch oft völlig unbeweglich auf einem Blatt (bevorzugt werden Brombeerblätter) oder Ast, nicht selten dem vollen Sonnenschein ausgesetzt.

Die wärmeliebenden Tiere verlassen gewöhnlich erst im April ihre Winterquartiere, wandern zu ihren Laichgewässern und pflanzen sich dort von Mai bis Anfang Juli, wenn die Wassertemperatur mindestens 16° C beträgt, fort. Nur während der Fortpflanzungszeit sind Laubfrösche nachts in Gewässern anzutreffen. Männchen verraten sich nach Einbruch der Dämmerung durch ihre lauten Paarungsrufe. Die zwischen den. Wasserpflanzen schwimmenden Larven oder an Schilfhalmen und auf Blättern sitzenden Alttiere lassen sich dagegen nur schwer beobachten.

An der Kuhlbreite finden sie, was sie zum Überleben benötigen: flache Teiche als Laichgewässer, üppige Krautschicht und Vegetation in Form von großen Röhrichtarten, ordentliches Insektenangebot und sonnenexponierte " Hochsitze" für die Insektenjagd. Damit die vom Aussterben bedrohten Tiere überleben, haben Mitarbeiter vom Fachbereich Grün und Umwelt am benachbarten Hischebach zwei neue flache Teiche ausgeschoben. Gewünscht ist, dass sich die kleinen grünen Amphibien von hier aus über die Düteaue ausbreiten.

Auch am Laubfrosch kann die Verarmung der Herpetofauna (Amphibien und Reptilien) eindrucksvoll dargestellt worden. Dabei wissen wir nicht genau, welche Faktoren letztlich zum katastrophalen Rückgang bis völligen Verschwinden des früher keinesfalls seltenen Laubfrosches geführt haben. Ohne eine genaue Analyse darf daher nur spekuliert werden. Der Mangel an geeigneten Gewässern kann nicht der ausschlaggebende Faktor gewesen sein, denn potenziell geeignete Teiche und Tümpel sind in unserer Heimat vorhanden. Vielleicht führten Veränderungen im Nahrungsspektrum durch Biozide, Überdüngen der Gewässer oder Fischbesatz in Kleingewässern zum deutlichen Rückgang des beliebten Laubfrosches.

DER LAUBFROSCH ist eigentlich ein Baumfrosch und hält sich gern auf Stauden, Gräsern und Sträuchern auf.

Foto: Bernhard Volmer
Autor:
Gerhard Kooiker


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