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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Überschrift:
Auf den Klärteichen zu Hause
Zwischenüberschrift:
Die Reiherenten finden im nährstoffreichen Gewässer jede Menge Futter
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Auf den Klärteichen zu Hause

Die Reiherenten finden im nährstoffreichen Gewässer jede Menge Futter

Die Tiere der freien Natur werden oft in Gewinner und Verlierer eingeteilt. Die meisten von ihnen sind zweifelsohne Verlierer, aber es gibt auch einige Gewinner- die so genannten Kulturfolger. Sie können sich an die rasend schnellen Prozesse in der Kulturlandschaft anpassen, teilweise profitieren sie sogar von den durch Menschenhand geschaffenen Lebensbedingungen. Hierzu gehört neben der Ringeltaube auch Reh und Steinmarder, das Rotkehlchen, einige Rabenvogelarten sowie die Reiherente (Aythya fuligula).

An den Eversburger Klärteichen fallen einem sofort Dutzende von schwarz-weißen, kontrastreich gezeichneten Enten auf. Es sind männliche Reiherenten, die reiherähnlich einen kleinen Federschopf tragen. Die meisten schwimmen mit ihren tief dunkelbraun gefärbten Weibchen zusammen. Die Paare bleiben nur kurz zusammen, wie wir es auch von den Stockenten her kennen: Die Bindung lockert sich, wenn das Weibchen mit dem Brüten beginnt und löst sich, bevor die Jungen schlüpfen.

Vor gut zwei Jahrzehnten waren Reiherenten seltene Wintergäste und Durchzügler. Die Ornithologen bekamen glänzende Augen, wenn sie berichteten, dass sie im Osnabrücker Raum Reiherenten beobachtet haben. Seit Mitte der 1970er Jahre wurden sie immeröfter im Sommerhalbjahr festgestellt und es mehrten sich an verschiedenen Stellen in Niedersachsen Brutnachweise. Schließlich brütete die Art 1987 erstmals in Osnabrück: Anschließend wuchs ihr Bestand, denn jetzt, umfasst die Population rund 200 Tiere.

Bemerkenswert ist hierbei, dass sich nahezu die gesamte Osnabrücker Population auf den nährstoffreichen Eversburger Klärteichen aufhält. Das hängt zweifellos mit der hervorragenden Nahrungssituation zusammen. An den Klärteichen ist der Tisch der Vögel (nicht nur im Sommer) reichhaltig mit Muscheln, Schnecken, Wasserkäfern, Kleinkrebsen und diversen Insektenlarven gedeckt. Reiherenten ernähren sich überwiegend von im Wasser und am Gewässergrund lebenden kleinen Wassertieren, die sie beim Tauchen fangen oder vom Boden auflesen.

Bis in den Frühsommer hinein schwimmt das Gros der Enten paarweise und man sieht kaum Junge führende Weibchen. Obwohl Reiherenten relativ spät im Jahr brüten, gewöhnlich von Mitte Mai bis Mitte Juni, bei Nachgelegen noch im Juli, müssten zurzeit die meisten weiblichen Enten Junge führen. Eine aktuelle Zählung am 5. Juli 2001 hingegen ergab: Lediglich vier Weibchen führen Junge. Die Masse der Vögel brütet nicht hier, sondern übersommert und wechselt unterdessen sein Federkleid.

MAN MUSS SCHON GENAU HINSCHAUEN, um den kleinen Schopf zu erkennen, dem die Reiherente ihren Namen verdankt. In Osnabrück leben einige Exemplare auf den nährstoffreichen Eversburger Klärteichen. Foto: Bernhard Volmer


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