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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Der Tod auf der Straße
Zwischenüberschrift:
Der Autofahrer - einer der vielen Feinde des Molchs
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Der Tod auf der Straße

Der Autofahrer - einer der vielen Feinde des Molchs

Von Gerhard Kooiker

Frostfreier Boden, Regenwetter und Nachttemperaturen von über sechs Grad Celsius sind alljährlich die Startzeichen für zahlreiche Amphibienarten - und Amphibienschützer - die sie aus der Winterruhe locken. Die Frühlaicher sind wieder unterwegs. Zu ihnen gehören neben Erdkröte, Moor- und Grasfrosch auch die vier heimischen Molcharten. Meistens nehmen wir den Beginn der Massenwanderung durch die ersten plattgewalzten Straßenopfer wahr. In diesem Jahr fiel der Startschuss um den 11. März.Überfahrene Kröten und Molche zeugten morgens davon.

Molche sind als Schwanzlurche wechselwarme Tiere. Ihre Körpertemperatur nimmt die Umgebungstemperatur an. In der kalten Jahreszeit ist ihre Bewegung eingeschränkt. Sie überwintern in Quartieren an Land, teilweise auch im Wasser. Durch ihr Fortpflanzungsverhalten sind sie im Frühjahr an bestimmte Laichgewässer gebunden. Die Landlebensräume und Winterquartiere liegen in der Regel höchstens bis 400 Meter hiervon entfernt. Als Tagesverstecke dienen Steine, Steinhaufen, Bretter oder Wurzelhöhlen.

Außerhalb ihrer Wanderungen bewegen sie sich an Land sehr wenig, sind überwiegend nachtaktiv und schwer nachweisbar. Würden uns nicht gelegentlich wachsame Kinder darauf aufmerksam machen: " Papa, da läuft ein komisches wurmähnliches Tier über unsere Terrasse", man würde sie kaum bemerken. Dabei sind insbesondere Teich- und Bergmolche in Osnabrück und Umgebung sehr zahlreich und derzeit wohl nicht gefährdet. Kamm- und Fadenmolche dagegen sind selten. Der Bergmolch ist die häufigste Molchart. Bei einer Amphibienaktion am Rubbenbruchsee wurden mehr als doppelt so viele Berg- als Teichmolche gefangen.

Die Molchweibchen legen zwischen 100 und 300 Eier, die sie einzeln an Blätter von Wasserpflanzen kleben oder wickeln. Die Larven schlüpfen je nach Wassertemperatur ein bis vier Wochen später und stellen sich im Verlaufe der Metamorphose, die ein bis vier Monate dauern kann, von Kiemen- auf die Lungenatmung um. Danach bleiben Teichmolchlarven im Laichgewässer oder gehen an Land.

Die frisch geschlüpften Molchlarven fressen Kleinkrebse und Wasserinsekten. Den ausgewachsenen Tieren dienen Insekten, Schnecken und Würmer als Hauptnahrung. Molche selbst werden von Iltis, Maus, Igel, Dachs, Fuchs, Weißstorch, Graureiher, Greifvögeln und Schlangen gefressen, um nur die Hauptfeinde zu nennen. Sie trotzen aber dank ihrer Fruchtbarkeit, ihrer nächtlichen Lebensweise und guten Tarnung den vielen Feinden. Gegen den Angriff des Menschen allerdings können sie sich kaum zur Wehr setzen. Neben der Vernichtung und Vergiftung von Laichgewässern und Landlebensräumen spielt der Straßentod eine dominierende Rolle.

DER TEICHMOLCH (Foto) und seine Molchverwandtschaft sind Meister der Tarnung. Die Schwanzlurche schützen sich so vor den Nachstellungen ihrer Feinde. Foto: Till Meinrenken
Autor:
Gerhard Kooiker


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