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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Naturschutzbeauftragter legt Amt aus Protest nieder
Zwischenüberschrift:
Schreiber: Naturschutz gilt nur als Planungshindernis
Artikel:
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Originaltext:
Naturschutzbeauftragter legt Amt aus Protest nieder

Schreiber: Naturschutz gilt nur als Planungshindernis

Aus Frust über den geringen Stellenwert des Naturschutzes in der Stadt hat Dr. Matthias Schreiber die Brocken hingeworfen. In einem Schreiben an Oberbürgermeister Hans-Jürgen Fip stellt der Naturschutzbeauftragte nach fast fünfjähriger Tätigkeit sein Amt zur Verfügung.

" Naturschutz spielte im Stadtentwicklungsausschuss lediglich als Planungshindernis bei der Ausweisung immer neuer Gewerbe- und Siedlungsflächen eine Rolle", klagt Schreiber in seinem Brief an den OB. Eine gestalterische Verpflichtung zur Bewahrung gefährdeter Arten und Lebensräume habe dieses Gremium in all den Jahren nicht gesehen.

Als ehrenamtlicher Naturschutzbeauftragter habe er gehofft, dass er seine Fachkenntnisse einbringen könne, damit gute Lösungen zu Stande kommen. " An einer solchen beratenden Funktion bestand jedoch offensichtlich so gut wie kein Bedarf", resümiert der 42-jährige Biologe enttäuscht. Seit September 1996 sei es insgesamt nur zu einer Handvoll Gesprächen mit den Ratsparteien gekommen. Und bei keinem strittigen Thema der vergangenen Jahre sei der Naturschutzbeauftragte von der Verwaltung " im notwendigen Umfang frühzeitig an der Diskussion beteiligt" worden.

Wenn er auf die Arbeit der vergangenen Jahre zurückschaue, komme er zu dem Ergebnis, dass der Aufwand in keinem Verhältnis zum Nutzen für den Naturschutz stehe. Das wolle er sich und seiner Familie nicht länger antun, resümierte Schreiber.

Gegenüber unserer Zeitung machte der scheidende Naturschutzbeauftragte deutlich, dass ihn nicht ein spektakuläres Einzelereignis zur Aufgabe bewegt habe, sondern dass sein Frust mit vielen Einzelentscheidungen gewachsen sei. Die gravierendsten davon seien die Gewerbeansiedlungen an der Wellmannsbrücke, am Thie und am Burenkamp gewesen, erklärte Schreiber. Er hatte die Klage der Umweltverbände gegen die Zerstörung eines geschützten Feuchtgebiets an der Wellmannsbrücke unterstützt.

Die Frage, ob er es unter der rot-grünen Zählgemeinschaft nicht einfacher gehabt habe als unter einer anders gefärbten Ratsmehrheit, verneinte der Biologe: " Ich glaube, einige dieser Eingriffe hätte es unter einer CDU-Mehrheit nicht gegeben." Sonst wäre es zu einem massiven Widerstand von Opposition und Naturschützern gekommen.

Matthias Schreiber hat sich die Arbeit des Naturschutzbeauftragten mit Prof. Dr. Dr. Heinrich Weber geteilt. Die Amtszeit ist jeweils an eine Legislaturperiode des Rates gekoppelt, wäre also mit der Kommunalwahl im Herbst ohnehin zu Ende gegangen. (rll)

WIRFT DIE BROCKEN HIN: Der Naturschutzbeauftragte Dr. Matthias Schreiber. Foto: Archiv
Autor:
rll


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