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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Kein Vogel singt so laut wie sie
Zwischenüberschrift:
Die Singdrossel: In Osnabrück als Brutvogel seltener geworden
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Von Gerhard Kooiker

Auf dem Rasensportplatz vom " Spielverein 16" hüpft zwischen einigen schwarzen Drosseln und plumpen Ringeltauben ein graubrauner, armelgroßer Vogel. Seine Bewegungsweise ähnelt der einer Amsel; allerdings hat er eine dunkel getupfte Unterseite. Es ist eine Singdrossel. Die annähernd gleich gezeichnete Misteldrossel ist deutlich größer.

Die Singdrossel (turclus philomelos) ist eine von vier in Osnabrück brütenden Drosselarten und zieht regelmäßig im Frühjahr und Herbst während des Zuges in großer Zahl durch Osnabrück, wo sie kurzzeitig an geeigneten Orten rastet. Sie ist nicht so stark verstädtert wie ihre Schwester, die Amsel. Im eigentlichen Siedlungsbereich tritt sie nur spärlich auf. Als Brutvogel hat die Art in den letzten Jahrzehnten in Osnabrück leider abgenommen. Die Ursachen sind weitgehend unbekannt.

Die hübsch gepunktete Drossel brütet von April bis August in großen verwilderten Gärten, Parks und Friedhöfen sowie Laub- und Nadelwäldern. Auf hiesigen Wegen findet man manchmal die Spuren ihres Beuteerwerbes: Die Drosselschmiede, eine Ansammlung leerer, zerschlagener Schneckengehäuse. Im Frühjahr, bevorzugt in der Abend- und Morgendämmerung, erfüllt die Singdrossel Wälder und Parks mit ihrem Lied. Der sehr laute und auffällige Reviergesang wird meist von einer hohen Warte vorgetragen, zum Beispiel einer Fichtenspitze.

Die Mistel- und Wacholderdrossel wurde nach ihrer Nahrung, die Singdrossel nach ihrer gewaltigen Stimme benannt. Kein Vogel singt in Osnabrück so laut wie sie. Stellenweise kann man ihren Gesang noch in 500 m Entfernung vernehmen. Er besteht aus sehr variablen Strophen mit ein- oder mehrsilbigen Elementen, die jeweils zwei bis drei Mal wiederholt werden, wie z. B.: " drü-drü-zuit-zuit-zuit-kudi-kudi..!"

Im Mecklenburgischen wird ihr Gesang treffend wiedergegeben mit: " Wilhelm, Wilhelm, soök mi doch, dor bim ik, dor bün ik". Der Gesang ist stellenweise angereichert mit fremden Elementen, wie man das von den Staren her kennt. Sie verfügt also über die Fähigkeit, artfremde Geräusche oder Laute wiederzugeben.

Die Biologen sagen dazu imitieren oder spotten. Ein Bekannter berichtete einmal, dass bei ihm im Garten eine Singdrossel in einigen Gesangsstrophen das Klingelneines Telefons eingebaut hat. Oft von dem Vogel getäuscht, lief er sogar einige Male zum Telefon.

Da die Singdrossel gerne in der Abenddämmerung singt, wird sie häufig mit der gleichfalls laut singenden Nachtigall verwechselt: Als vor einigen Jahren der Naturschutzbund eine Nachtigallenzählung organisierte und auf die Mithilfe zahlreicher Zeitungsleser angewiesen war, haben sich wohl zwei Dutzend Personen gemeldet, die meinten, Nachtigallen gehört zu haben. Bei den Nachkontrollen durch Ornithologen stellte sich aber heraus, dass in den meisten Fällen eine Verwechslung mit Singdrosseln vorlag.

Bilduntertitel
OFT VERWECHSELT mit der Nachtigall: die Singdrossel Foto: Bernhard Volmer
Autor:
Gerhard Kooiker


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