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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Käfersuche mit dem Küchensieb
Zwischenüberschrift:
"Nackte Mühle": 2000 Besucher kamen trotz kühlen Wetters zum Frühlingsfest
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Lars kniet im seichten Wasser und zieht sein Küchensieb über den Grund. Goldsuche? Weniger. Wasserflöhe und Schnecken sind es, die der Achtjährige aus dem Sand fischt. Kaum hat er ein Kleinstlebewesen entdeckt, eilt er zu seinem Vater, um ihm den Fund zu präsentieren. So wie den Schüler zog es gestern nach Angaben der Veranstalter 2 000 Besucher zum Familienfest an den Lernstandort " Nackte Mühle".

Der Bach rauscht, eine Mühle steht da auch, nur das Klappern fehlt. Bis die " Nackte Mühle" in Haste wieder - wie im Volkslied - arbeiten kann, wird noch etwas Zeit vergehen. Die Sanierungsarbeiten ergaben, dass die Balken im Kellerraum sowie das Fundament erneuert werden müssen. Gleichzeitig hatte die Berufsgenossenschaft bei einer Inspektion noch den Einhau zusätzlicher Sicherungseinrichtungen zum Beispiel ein Schutzgitter vor dem Transmissionriemen gefordert, erklart Björg Dewert vorn Lernstandort.

Mit diesen zusätzlichen Kosten von rund 60 000 Mark hatten ihre Kollegen und sie nicht gerechnet, nun geht erneut die Suche nach Geldgebern los. " Vermutlich wird es nicht einen großen Sponsor geben, sondern mehrere kleine." Und wenn die Säge endlich sägt? Dewert macht deutlich, dass dies kein Endpunkt ist, vielmehr scheint der Weg das Ziel, denn: " Dann geht es weiter mit der Stromeinspeisung, Ausbau eines Seminarraumes und Überholung der Toilettenanlagen. Das alles wird sich noch einige Jahre hinziehen."

Viele Aufgaben, wenig Geld. Damit sich der Pegel in der Kasse des " Technisch-ökologischen Standorts" heben kann, wird seit Jahren am Mühlentag das Familienfest organisiert. Dabei geht es um das Motto " spielerisch Lernen". Eine Rechnung, die bei Lars, der durch seine Schneckensuche schon mal eine Extrastunde Biologie erhält, aufgeht.

Wie auch bei Charlotte. Die Sechsjährige hat zwar mit ihrem Fanggerät bisher noch wenig Glück gehabt, trotzdem bleibt sie unverdrossen. Für ihren Vater Klaus Oevermann ist der Besuch am Lernstandort übrigens eine Reise in die eigene Kindheit: " In meiner Jugend habe ich hier oft gespielt, da war das alles noch ziemlich verfallen."

Wer sich den Aufregungen solcher Anglerfreuden genug ausgesetzt hat, sucht Erholung beim Stockbrotbacken. Offensichtlich eine geruhsame Tätigkeit. Josepba sitzt im Kreis mit sechs Kindern um die Glut, das Brot, ein goldbrauner Klumpen am Ende des angespitzten Astes. Wie lange sie da schon sitzt, weiß sie selber nicht genau. Wenn man' s genau nimmt, schweigen hier alle; die Augen fest auf das Backergebnis gerichtet.

Wenigstens warm ist es um das Feuer. Trotz unfreundlicher 11 Grad Lufttemperatur haben erstaunlich viele Besucher den Weg an die Nette gefunden. Urthe Bohnert vom Verein für Jugendhilfe freut vor allem, dass es wieder Hunderte von Kindern dabei sind: Das sei für alle ein besonderer Erfolg, denn vor allem für die kleinen Besucher werde hier viel geboten.

Gerade hat Lars sein Sieb wieder durchs Wasser gezogen; inmitten von Sand und Erde krabbelt ein winziger schwarzer Käfer. Neugierig beäugen die umstehenden Kinder seinen Fang, bevor er wieder in die nasse Freiheit entlassen wird. Auch wenn die Mühle zurzeit weder klappert noch sägt - vor allem für Kinder tut sich genug Aufregendes. (os)

SCHWEIGEND BROT BACKEN ODER STAUNEND HOLZ DRECHSELN: Für die Kinder gab es gestern an der Nette viel zu sehen und zu erleben. Fotos: Hermann Pentermann
Autor:
os


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