User Online: 1 | Timeout: 10:25Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Fledermaus hatte Tollwut: Frau gebissen
Zwischenüberschrift:
Sofort geimpft - "Nicht dramatisieren"
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Fledermaus hatte Tollwut: Frau gebissen

Sofort geimpft - " Nicht dramatisieren"

Bei Fledermäusen in Osnabrück ist ein Fall von Tollwut festgestellt worden. Das teilte das Gesundheitsamt der Stadt gestern mit. Das Tier hatte eine Frau gebissen. Da sie sich umgehend impfen ließ, hatte der Fall für sie keine schlimmeren Folgen.

Ereignet hatte er sich bereits im Mai. Wie das Amt berichtete, hatte die Frau das Tier gefunden und angefasst, woraufhin es zubiss. " Glücklicherweise", so Amtstierarzt Dr. Horst Glaesker, wurde es anschließend festgehalten und nach der Einschläferung zum Staatlichen Veterinäruntersuchungsamt in Oldenburg geschickt. Ein erster Befund fiel negativ aus, der zweite brachte dann die Gewissheit: Tollwut.

Es ist nicht der erste derartige Fall in Osnabrück. 1994 war bei einem verendeten Tier schon einmal Tollwut festgestellt worden. Nach Ansicht Glaeskers zeigt der neue Fall, dass bei hiesigen Fledermäusen mit einer besonderen Fledermaustollwut gerechnet werden muss. Für eine Verbreitung des Virus unter den zahlenmäßig begrenzt vorkommenden Fledermäusen fehlten wichtige ökologische Voraussetzungen. Es gebe allerdings auch keine Möglichkeiten besonderer Seuchenbekämpfung. Nachdrücklich warnte der Amtstierarzt jedoch davor, die Lage zu dramatisieren. Erkrankte Fledermäuse griffen - anders als etwa Hunde oder Füchse - nicht von sich aus Menschen an. Gefährdet sei nur, wer " in falsch verstandener Tierliebe" die ansonsten scheuen Tiere, anfassen wolle und dann gebissen werde. Tollwütige oder tollwutverdächtige Tiere sollten dem Veterinäramt gemeldet werden. Personen, die durch Wildtiere, seuchenverdächtige oder sicher tollwutkranke Tiere verletzt wurden, forderte Glaesker generell auf, sich unbedingt impfen zu lassen. Er riet zugleich Hunde-und Katzenhaltern, ihren Haustieren jährlich vorbeugend eine Tollwutschutzimpfung zukommen zu lassen. Eine solche Schutzmaßnahme sei gleichermaßen wirksam und unschädlich.

Wie Glaesker warnte auch Werner Kirchner vom städtischen Umweltamt vor einer Dramatisierung des Falles und vor Panikmache. Er befürchtet negative Folgen für den Bestand nachtaktiver Hautflügler, die ohnehin " nicht gerade Sympathieträger" seien und keineswegs nun generell unter Verdacht gestellt oder gar verfolgt werden dürften.

14 geschützte Arten im Stadtgebiet

Wie Kirchner weiter berichtet, gibt es im Bereich der Stadt nachweislich 14 Fledermausarten. Diesen relativen Artenreichtum begründete er mit dem Hinweis auf " viele geeignete Quartiere" etwa im Bereich Piesberg und Westerberg. Einige Fledermausarten stehen auf der so genannten Roten Liste der gefährdeten Tierarten; unter Schutz gestellt sind generell sämtliche Arten.

Tollwut ist eine akute Infektionskrankheit, die bei Haus und Wildtieren vorkommt. Auf den Menschen übertragen werden können die Erreger durch tierischen Speichel, der in Bisswunden dringt. In Osnabrück sind - außer im Falle der beiden Fledermäuse - keine Tollwutfälle bekannt, wie Glaesker mit Genugtuung feststellte. (hs

HARMLOSE NACHTSCHWÄRMER sind Fledermäuse (hier ein Großer Abendsegler). Wer ein derartiges Tier findet, sollte es allerdings nicht anfassen. Foto: Hermann Pentermann
Autor:
hs


Anfang der Liste Ende der Liste