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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Überschrift:
Bachstelzen ziehen erst ab, wenn`s ganz kalt ist
Zwischenüberschrift:
Zugvogel reagiert auf die weltweite Klimaerwärmung
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Bachstelzen (Motacilla alba) sind Zugvögel und kehren, wenn die ersten Sonnenstrahlen uns wärmen, recht früh aus dem Süden zurück. Abgesehen von einigen Wintergästen treffen die ersten in Osnabrück Anfang bis Mitte März etwa zeitgleich mit Hohltauben und Zilpzalpen ein. Sie bleiben lange bei uns, bis tief in den Herbst hinein. Die letzten Vögel werden in der Regel Ende Oktober beobachtet.

Die Bachstelze mit dem ewig wippenden Schwanz ist ein typischer Kulturfolger. Sie schätzt die offene und halboffene Landschaft, besonders in Wassernähe. In Osnabrück kann man sie daher außer in geschlossenen Wäldern überall beobachten. Sie jagt sowohl in der Innenstadt auf gemähten Grünflächen (Wallanlagen, Schlosspark, Bürgerpark) nach Insekten wie auch in Industrie- und Gewerbegebieten mit Rasenflächen. Außerhalb der Stadt bevorzugt sie die kleinstrukturierte Agrarlandschaft, alte Dörfer mit kleinen Wasserstellen und Gehöfte mit Viehwirtschaft. Allerdings ist sie nirgendwo richtig häufig, sondern taucht immer nur in kleiner Zahl, vereinzelt oder paarweise auf.

Besonders auf alten Bauernhöfen fühlt sich die Stelze pudelwohl. Hier mangelt es nicht an Insekten, vor allem Mücken, Fliegen und kleinen Schmetterlingen, die sie geschickt erbeutet. Auch fehlt es nicht an alten Schuppen, Scheunen oder Mauerwerk, wo sie Möglichkeiten findet, ihr Nest in Mauernischen und Steinlücken, unter Dächern und Dachpfannen sowie zwischen Steinhaufen und ähnlichen Höhlen feindsicher zu platzieren. Auf modernen Gehöften fühlt sie sich nicht so wohl, hier bietet ihr oft nur der " Pfusch am Bau" eine Gelegenheit, das Nest in eine Lücke oder Nische zu bauen.

Die Bachstelze ist bei der Anlage ihres Nestes wenig wählerisch. So ist die Zahl der außergewöhnlichen Neststandorte auch sehr groß, von Bodennestern bis hin zu Nestern in 40 Meter hohen Türmen. Auch am Gebäude der Fachhochschule am Westerberg in zwölf Metern Höhe, dort in den Steinlücken des Entlüftungsschachtes, wo normalerweise Turmfalken ihre Jungen aufziehen, fütterten vor Jahren Altvögel ihre Jungen. Die Bettellaute der Jungen waren fast 50 m weit zu hören.

Wie viele andere Zugvögel reagieren auch Bachstelzen auf die gegenwärtig ablaufende globale Klimaerwärmung: Die Stelzen fliegen immer später weg und kommen früher zurück. In den letzten zwei Jahrzehnten häufen sich sogar die Winter-Beobachtungen von Bachstelzen, und einige von ihnen versuchen besonders in milden Wintern an geeigneten Stellen in Mitteleuropa zu überwintern. So harrte auch eine Bachstelze im Katharinenviertel lange aus. Vom 9. 12. 1995 bis zum 1. 1. 1996 hielt sie sich hier auf, besann sich dann, als das Thermometer minus Celsius anzeigte, eines Besseren und flog weiter in südliche Gefilde.

EIN TYPISCHER KULTURFOLGER ist die Bachstelze. Sie ist im Stadtgebiet eigentlich überall zu finden, nur den dichten Wald meidet der Zugvogel mit dem ständig wippenden Schwanz.

Foto: Bernhard Volmer
Autor:
Gerhard Kooiker


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