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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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aus Zeitung:
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Überschrift:
Nur ein Blatt aber viele Blüten
Zwischenüberschrift:
Die einzige Pflanze aus Südafrika
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Heute: Drehfrucht (Streptocarpus wendlandii)

Nur ein Blatt, aber viele Blüten

Die einzige Pflanze aus Südafrika

Eine Pflanze, die nur ein einziges, dafür aber um so prächtigeres Blatt hervorbringt, muss sehr gut gepflegt werden, vor allem dann, wenn dieses eine Blatt auch noch sehr empfindlich ist. Das ist der Fall bei der so genannten Drehfrucht (Streptocarpus wendlandii). Aus den Keimblättern ihres Embryos wächst nur eines stärker heran und kann bis zu 90 Zentimeter lang und bis zu 60 Zentimeter breit werden. Seine Oberseite ist dicht behaart und dunkelolivgrün, unterseits ist das Blatt purpurrot. Selbst die kleinste Beschädigung eines Blattes wächst sich nicht mehr aus. Schon in der Wachstumsphase müssen die Botaniker die Töpfe so stellen, dass das Blatt nirgendwo mit der Erde in Berührung kommt.

Das empfindliche Gewächs mit der sonderbaren Gestalt haben die Mitarbeiter des Bootanischen Gartens der Universität Osnabrück kürzlich vorsichtig aus einem Anzuchtgewächshaus ins Regenwaldhaus transportiert. Eigentlich befinden sich hier nur Pflanzen aus den tropischen Regionen Südamerikas, die Drehfrucht stammt jedoch aus Südafrika. Die Abweichung von der strengen regionalen Sortierung ermöglicht es den Besuchern aber während der derzeitigen Blütezeit, das zweite charakteristische Merkmal der Drehfrucht zu bewundern: Der Blütenschaft ist gegabelt und 60 bis 70 Zentimeter hoch. Daran befinden sich rund 30 vioIettblaue Blüten. Die Gattung Drehfrucht besitzt eine auffallende Kapsel. Nach der Blüte streckt sich die Frucht sehr stark und windet sich dabei mehrmals um ihre Achse. Ihr botanischer Namen Streptocarpus wendlandii bezeichnet diese Eigenschaft: streptos = gedreht, karpos = Frucht.

Wer den oberen Eingang des Regenwaldhauses benutzt, kann die Pflanze auf der rechten Seite des Steges betrachten, und zwar in unmittelbarer Nähe der großen Wurzel, die dort durch das Wasser läuft. Neben einer behutsamen Behandlung stellt die Drehfrucht noch weitere Ansprüche an ihre Umgebung: Sie Hebt gleichmäßige Temperaturen zwischen 20 und 22 Grad Celsius, sorgfältiges Schattieren bei Sonne, hohe Luftfeuchtigkeit sowie eine gute Ernährung. " Ihre Kultur ist nicht ganz einfach, um einwandfreie und unbeschädigte Pflanzen zu ziehen", erläutert Ulrich Rösemann, Technischer Leiter des Botanischen Gartens. Zwischen den verschiedenen Einblattarten sind oft Kreuzungen vorgenommen worden, die sich jedoch in den Gärten nicht erhalten haben. Alle Arten dieser Gruppe sind keine Handelspflanzen. Ihre Verwandten, die wie die Drehfrucht aus der Familie der Gesneriengewächse stammen - die Gloxinie, Columneen und das Usambaraveilchen - fühlen sich aber auch außerhalb botanischer Gärten bei uns ganz wohl.

(jm)'

BIS ZU DREISSIG wunderschön geformter und gefärbter Blüten bringt eine Drehfrucht hervor.Foto: Klaus Lindemann
Autor:
jm


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