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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Seine Blätter sind Zeitzeugen
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Heute: Dioon edule
Artikel:
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Heute: Dioon edule

Seine Blätter sind Zeitzeugen

Palmfarne: Ausgeklügelte Bauform

Wer hat in seiner Kindheit nicht schon einmal fasziniert vor einem dicken Baumstamm gehockt, die Ringe im Stamm gezählt und dabei den elterlichen Ausführungen über das vermutliche Alter des Baumes gelauscht? Eine vergleichbare Faszination geht von der Bauform des Palmfarns Dioon edule aus. Er erwartet die Besucher des Botanischen Gartens der Universität Osnabrück im Foyer des Regenvvaldhauses. Sein Stamm ist mit einer Schuppenpanzerung versehen, die aus den stehen bleibenden Niederblättern und Laubblattfüßen besteht. Die Panzerung der Stämme bleibt zeitlebens erhalten. Jede Blattbasis lässt sich auch am älteren Stamm bis zum Stammgrund verfolgen. Die Zahl der Blattfüße am Stamm benutzen die Botaniker daher, um bei einigen Pflanzen das Alter zu schätzen. Ein bisschen Mathematik ist dabei schon nötig: Bei Dioon edule wird in jedem zweiten Jahr eine neue Blattkrone gebildet, wobei die durchschnittliche Zahl der Blätter bei einem erwachsenen Exemplar etwa 20 beträgt, theoretisch also etwa zehn Blätter pro Jahr. Aber so einfach macht dieser Palmfarm den Botanikern ihre Aufgabe nicht: Wenn die Pflanze jung ist, bildet sie weniger Blätter, und nach der Blüte kann es sein, dass mehrere Jahre gar kein Blatt entsteht. Dennoch konnte für Exemplare von Dioon edule mit rund 10 000 Blattfüßen ein Alter von etwa 1 000 Jahren geschätzt werden. An Höhe gewinnen Palmfarne diesen Alters nicht viel: Sie sind weniger als zwei Meter hoch. Nicht nur die Bauform ist ein interessantes Phänomen beim Palmfarn, sondern auch seine Artenvielfalt. Die Gattung Dioon enthält allein zehn Arten, die in Mexiko und Honduras beheimatet sind. Dioon selbst gehört zur Familie der Cycadeen (Palmfarngewächse), zu der zehn lebende Gattungen mit einhundert Arten zählen. Die Cycadeen sind in den Tropen und Suptropen beider Erdhälften verbreitet. Es sind Holzgewächse, die in ihrem Aussehen an Palmen und Farne erinnern. An der Spitze des Stammes steht eine Krone von großen, einfach gefiederten, farnähnlichen Blättern. Die Fortpflanzungsorgane sind zu Zapfen vereinigt, die einzeln oder zu mehreren an der Stammspitze zwischen den Wedeln stehen. Sie verströmen je nach der Art einen süßen, harzigen oder muffigen Duft. Auch hier liegt wieder ein ausgeklügeltes System zu Grunde: In den Zapfen konnten die Botaniker eine Wärmeproduktion feststellen. Sie sorgt für die Verflüchtigung der Duftstoffe, von denen die Insekten zum Zwecke der Bestäubung angezogen werden. Die großen Samen von Dioon edule liefern übrigens ein ausgezeichnetes Stärkemehl. (jm)

DIE ZAPFEN der Palmfarngewächse verströmen einen bestimmten Duft, der Insekten anlockt. Foto: Gert Westdörp
Autor:
jm


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