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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
"Städtebauliches Kleinod würde versaut"
Zwischenüberschrift:
Vorbehalte gegen Planunen im Katharinenviertel: Solle die Pflasterfugen vergossen werden?
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Sollen die Pflasterritzen in den Nebenstraßen des Katharinenviertels mit einer Bitumenmasse vergossen werden? Gegen diese Absicht der Stadt regen sich Vorbehalte. Ästheten warnen vor einer Verschandelung, Anwohner glauben nicht, dass die aufwendige Aktion den erhofften Erfolg bringt - die Radler am Befahren der Gehwege zu hindern.

Es ist hübsch anzusehen, das Piesberger Pflaster mit dem gründerzeitlichen Flair. Doch seit die ersten Abschnitte in der Arndtstraße, der Herderstraße, Uhlandstraße und Auguststraße fertig gestellt sind, gibt es nicht etwa Löb- und Dankeshymnen für die Stadt, sondern scharfe Kritik von allen Seiten. Radfahrer beschweren sich, das neue Pflaster sei zu holprig und damit " unzumutbar". Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) spricht sogar von " Minderwertigen Steinen" und magelhafter Arbeit, was die Tiefbauer energisch zurückweisen.
Fakt ist, dass viele Radler auf die plan geklinkerten Gehweg ausweichen. Viele Beinahezusammenstöße mit Fußgängern und ebensoviele wüste Beschimpfungen soll es schon gegeben haben. Manche Anwohner haben Angst, zum Beispiel Ute Klostermann aus der Uhlandstraße. Sie traut sich kaum, mit ihren beiden Enkelinnen aus der Einfahrt auf die Straße zu treten. Schon einige Male wäre sie fast unter die Räder gekommen, einmal raste sogar ein Mofafahrer wenige Zentimeter an ihr vorbei. Ute Klostermann findet, dass die Planer nicht weit genug gedacht haben und nun fahrlässig Unfälle in Kauf nehmen.
Auch Verkehrsplaner Hans-Jürgen Apel ist nicht glücklich mit der Entwicklung. Am liebsten würde er es sehen, wenn die Bewohner der Straßen Blumenkübel oder andere Hindernisse aufstellen würden, um die Radler auf die Fahrbahnmitte zu zwingen. Mit Vorschriften ist ihnen jedenfalls kaum beizukommen, denn in der verkehrsberuhigten Zone gibt es offieller Lesart gar keine Gehwege, sondern nur eine gemeinsame Verkehrsfläche. Allerdings dürfen sich die Radfahrer nur im Fußgängertempo vorwärts bewegen, als mit sechs bis sieben Stundenkilometern.
Apels Vorschlag, den Piesberger Pflaster mit dem Fugenverguss fahrradfreundlich zu trimmen, wird von der städtischen Denkmalpflege als vertretbare Lösung angesehen. Im Viertel sehen viele die Entscheidung jedoch kritisch. So warnt der Orthopäde Dr. Volker Kötter, selbst Radler und Viertel-Anrainer, vor unwiderbringlichen Verunstaltungen: " Der teerschwarze Fugenverguss löst kein Problem. Die Rundungen der Steine bleiben, der glättende Effekt wird enträuschen. Für immer versaut würde jedoch ein städtisches Kleinod..."
Auch Jürgen Schmidt vom Tiefbauamt der Stadt sind die Vorbehalte gegenüber dem Fugenverguss nicht entgangen. Er hofft, dass sich die Radler auch ohne Bitumenbehandlung an das gröbere Pflaster gewöhnen. Erst wenn andere Schritte versagen, will er zu diesem Mittel greifen. Doch was ist zu tun? Ute Klostermann und ihre Nachbaren wollen jedenfalls nicht zulassen, dass Kinder und ältere Leute auf der Strecke bleiben.

Bildtext:
GEFÄHRLICHES PFLASTER: Wenn Ute Klostermann mit ihren Enkelinnen Tale und Lotte aus der Einfahrt kommt, hat sie Angst vor Radlern, die den Gehweg benutzen. Diese Szene wurde allerdings gestellt.
Foto:
Thomas Osterfeld
Autor:
rll


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