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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Ein buntes florales Kräftemessen
Zwischenüberschrift:
In der Südstadt sollen Blumen erfreuen - Stadt beteiligt sich an Wettbewerb
 
Zur Sache: Die Entente Florale
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
An die Stelle langwelliger, schnurgerade ausgerichteter Primelbeete sind seit drei Jahren an vielen Stellen im Stadtgebiet, im Schlossgarten, in der Altstddt, auf Fahrbahntellern, farbenfrohe, bunte Blumenorgien und Blütenkompositionen entstanden. Viel Beifall für diese Augenfreude gab es von den Bürgern. Solch prachtvolle Bepflanzungen soll es weiterhin geben, vor allem auch in der südlichen Innenstadt. Der Umweltausschuss beschloss: " Unsere Stadt blüht auf."

Gegen die CDU stimmte die Zählgemeinschaft für die Teilnahme der Stadt an dem bundesweiten Wettbewerb " Entente Florale - Unsere Stadt - blüht auf (Siehe " Zur Sache") und zusätzlich für die Bereitstellung von 244 000 DM aus Rücklagen für die Verschönerung des Bereiches zwischen Neumarkt, Rosenplatz und Bahnhof mit Blumen. Die CDU war dagegen. Nicht, weil sie gegen diese Verschönerung ist, sondern, so Björn Meyer: " Es Ist unverschämt, diese Mittel durch eine Eilentscheidung außerplanmäßig einzufordern."

Doch die Zeit eilt, wie die Ausschussmitglieder erfuhren.

Zwar hat sich die Stadt bereits für den Wettbewerb angemeldet, doch die kunterbunten Pflanzen aus 100 Arten und Sorten müssen eigens für Osnabrück in diesen Mengen herangezogen werden, um rechtzeitig ausgesetzt werden zu können. Deshalb werden Anfang März der Stadtentwicklungsausschuss und abschließend der Verwaltungsausschuss entscheiden.

Viele Bürger spendeten Lob

Das Jubilaumsjahr des Westfälischen Friedens 1998 brachte das Umdenken. Blumen einer Sorte, ausgerichtet in Reih und Glied, wurden ersetzt durch eine Vieltalt unterschiedlich großer Sommerblumen. Auf Beeten, unter Bäumen, zwischen Fahrbahnen und in vielen Kübeln wuchsen Löwenohr und Sonnenhut, Bechermalve, Meerlavendel und Flügel-Tabak neben Eisbegonien, Kapuzinerkresse, Wicken. Gräsern und " Luftblumen" wie Dill, Rittersporn und Eisenkraut, die wie Schleier in der Luft flimmerten.

" Wir haben viel Lob bekommen. Allein der Anblick hob die Stimmung der Menschen", so Klaus Schröder vom Grünflächenamt. Verwundert und erfreut haben die städtischen Grünpfleger auch festgestellt: Diese Blumen werden nicht zertrampelt und die Beete nicht als Hundeklos missbraucht. Die Bepflanzung mit den Blumenkompositionen wird in jedem Fall fortgesetzt und ausgeweitet. Zum Beispiel auf weitere Einfallstraßen. " Hin schöner Anblick für Besucher, und die Farben setzen sich bei der Fahrt in die Stadt fort."

Mit den Sommenblumen werde man weitermachen, so Schröder, unabhängig von dem " floralen Kräftemessen" der Entente Florale, die im Übrigen keine Zusatzkosten verursache. Geld hingegen kostet die Verschönerung der südlichen Innenstadt. Eben jene 244 000 DM, denen der Umweltausschuss schon zustimmte.

Eine Katastrophe nennt Schröder die Johannisstraße zwischen Süsterstraise und Wall. Staudenbeete unter Bäumen und auf dem Fußweg sind zertrampelt, von Autos zerdrückt, als Müllkippe missbraucht. Dort könnten " Blumenmeere" wie im Schlossgarten entstehen, Im weiteren Verlauf der Johannisstraße Blumenkübel wie in der Altstadt aufgestellt werden. " Vielleicht ziehen die Bürger und Geschäftsleute nach", hofft er. Hässlich nennt er die Johannisfreiheit. Pflanzungen sind zerstört, Zäune um die Beete demoliert. Plattgetreten auch die Erde unter den Bäumen auf dem Bahnhofsvorplatz.

Überall können sich die Grünpfleger Farbtupfer wie im Schlossgarten und der Altstadt vorstellen. Und dazu Im Rahmen der Entente Florale die Mithilfe der Bürger. " Es ist eure Stadt, euer Baum", hieß es schon in Fulda und dem stimmt Schröder zu. Wenn sich so viele Osnabrücker in den vergangenen Jahrern lobend über die Blütenrpracht geäußert haben, dann seien sichher viele bereit, mitzumachen. " Da reicht es schon, wenn sich Hausbewohner einigen, Balkonpflanzen in der selben Farbe zu kaufen." Die Entente Florale solle die Stadt nicht in eine Bundesgartenschau verwandeln, sondern bunte Akzente für mehr Freude und Lebensqualität setzen. Vieleicht hätten auch Firmen blumig Ideen, Floristen, Gärtner oder andere. (d)

Zur Sache: Die Entente Florale

Die Franzosen waren in der Nachkriegszeit die Erfinder der Entente Florale, des " Blumenabkommens". Blumen sollten Farbe und Freude in die tristen Städte bringen. Seit 1975 gestalteten Frankreich und England den Wettbewerb gemeinsam, Inzwischen machen Städte aus zehn Nationen mit. Auch aus Deutschland haben schon einzelne Städte, wie Fulda und Heilbronn, teilgenommen.

Mit dem Wettbewerb " Unsere Stadt blüht auf" gibt es in diesem Jahr erstmals einen bundesweiten Vorentscheid, dessen Gewinner dann Im Jahr darauf an der europäischen Entente Florale teilnehmen. Ausrichter sind der Zentralverband Gartenbau, der Deutsche Städtetag, der Deutsche Städte- und Gemeindebund und der Deutsche Tourismusverband.

Bei der Entente Florale geht es nicht nur um eine Blümchenschau oder " Unser Dorf soll schöner werden", sondern um die Gestaltung liebenswerter Städte, um Boden und Wasser, um Naturschutz - und um das Engagement der Bürger und der Wirtschaft. Denn um bei der Entente Florale zu punkten und eine Medaille zu gewinnen, dürfen und müssen auch die Bürger mitmachen. Sie können Ideen einbringen und aktiv werden: Patenschaften für Bäume und Grünflächen übernehmen, Balkons oder Vorgarten bepfanzen. Häuser begrünen. (d.)

EIN BUNTES BLUMENMEER erfreut seit drei Jahren die Osnabrücker: Ob im Schlossgarten (links) auf großer Fläche, oder auf kleinen, mit hübschen Geländern geschützten Fleckchen, wie an der Ecke Bierstraße / Lohstraße (rechts). Foto: Michael Hehmann

NOCH MEHR BLUMENKÜBEL sollen in der Stadt stehen. Um wenige Meter verschoben, geben sie der Strafte schnell ein neues Gesicht und können für die Dauer von Straßenfesten in Sicherheit gebracht werden.

PLATTGETRETENE ERDE rings um Bäume muss nicht sein: Auch an solchen Stellen sollen in der Südstadt Sommenblumen die Menschen erfreuen.
Autor:
d.


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