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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Inhalt:
Überschrift:
Ganz Osnabrück wie aus dem Flugzeug gesehen
Zwischenüberschrift:
Neuauflage: Der Bollmann-Bildplan wird überarbeitet
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Ganz Osnabrück wie aus dem Flugzeug gesehen

Neuauflage: Der Bollmann-Bildplan wird überarbeitet

Im Jahr 1633 zeichnete Wenzel Hollar erstmals einen perspektivischen Stadtplan von Osnabrück. Sein Nachfolger in der Gegenwart ist Friedrich Bollmann aus Braunschweig: In seinem Verlag erscheint in diesem Jahr die siebte Auflage vom aktuellen Bildplan der Stadt Osnabrück.

Häuser, Straßen und Plätze aus der Vogelperspektive. Die ganze Innenstadt wie aus einem Modellbaukasten. Vom Bahnhof bis zum Gertrudenberg und von der Wüste bis zum Klushügel - Tausende von Gebäuden, frei Hand gezeichnet im Maßstab l : 3 500. Das Auge des Betrachters wandert und wandert und entdeckt ständig neue Details.

" Bis zu sechs Monate Arbeit stecken allein in der Überarbeitung eines solchen Plans", so berichtet Friedrich Bollmann. Bis zu 20 000 Luftaufnahmen und Fotos von ebener Erde werden gemacht, zusätzlich sind noch zwei Mitarbeiter des Braunschweiger Unternehmens mit dem Zeichenbrett zu Fuß unterwegs. Mit geübtem Auge registrieren sie jede neue Dachgaube und jeden frisch gepflanzten Straßenbaum: " Eine solche Karte lebt vom freien Strich des Zeichners", betont Friedrich Bollmann die Individualität.

1957 hat der Firmengründer Hermann Bollmann in seinem Bildkarten-Verlag erstmals einen Osnabrück-Plan herausgebracht. Da stehen noch die Nissenhütten im Schloßgarten, am Neumarkt ragt die Ruine der Goslingschen Schnapsbrennerei in die Höhe, und durch die Große Straße schlängelt sich die Straßenbahn. " Es gibt kaum eine Stadt, wo sich so viel verändert hat", sagt Friedrich Bollmann aber auch über die Notwendigkeit der überarbeiteten Neuauflage in der Gegenwart: " Seit 1993 sind das Nussbaum-Haus, das Remarque-Hotel und das Stadthaus 2, aber auch das Hochhaus am Breiten Gang und der Bahnhofsvorplatz hinzugekommen."

Und weil ein solcher Plan ja einige Jahre aktuell bleiben soll, werden selbst Zukunftsprojekte wie die Spielbank an der Vitischanze auf Grund der Baupläne vorausempfunden.

Das Auge des Betrachters blickt dabei aus Südwesten auf die Stadt herab und sieht die " Schokoladenseite" von Osnabrück. " Die Diagonale ermöglicht eine gute dreidimensionale Darstellung. Die Gebäude müssen überhöht werden, damit die Fassade besser herauskommt", verrät der Bildkarten-Verleger einige der Tricks bei seinem Verfahren. " Die Stadt wird von oben so gezeichnet, wie sie von unten aussieht."

Etwa sechs Monate dauert die Überarbeitung eines solchen Planes. Wobei sich die Mitarbeiter des Verlages auch schon " verdächtig" gemacht haben: Als die " Bollmänner" für den jüngsten Hannover-Plan auch neben dem Grundstück von Gerhard Schröder tätig waren, griff der Sicherheitsdienst ein. " Das ging bis zum BKA", berichtet Friedrich Bollmann, " aber alles klärte sich auf. Später hat sich der Bundeskanzler persönlich für den Bildplan bedankt, auf dem er auf Anhieb sein Haus wiedergefunden hatte."

Über 80 Städte hat der Bollmann-Verlag in Deutschland und der ganzen Welt porträtiert. Nur Berlin fehlt nach wie vor in der Sammlung. Friedrich Bollmann: " Vor der Wende haben wir nie eine Überflug-Genehmigung von den Alliierten bekommen. Und heute ist die Bauphase nach der Wende noch längst nicht ausgereift." Der neue Osnabrück-Plan (mit einem herkömmlichen Stadtplan auf der Rückseite) kommt im Herbst in den Handel. Er wird 11, 80 Mark kosten.( fhv)

DIE ALTSTADT zwischen Rathaus und Herrenteichswall, unten der Nikolaiort: Dieser Ausschnitt aus dem Bildplan von 1993 zeigt auch, wie sehr sich das Stadtbild schon wieder verändert hat. Am Lortzingplatz, zum Beispiel, sind zwei Stadthäuser entstanden.

VIEL HANDARBEIT steckt in den Vorlagen für einen Bildplan, wie Friedrich Bollmann hier demonstriert.

Foto: Klaus Lindemann
Autor:
fhv


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