User Online: 1 | Timeout: 08:35Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Klagen über Dreck und Zerstörung
 
Die Station aufwerten
Zwischenüberschrift:
Der Hasetorbahnhof ist derzeit in einem völlig herunterkommenden Zustand
 
Hasetor
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Die Wände sind über und über mit Parolen besprüht, Glasscheiben zerkratzt, die hellen Bodenfliesen in der Unterführung dunkelbraun vor Dreck, und auf dem Treppenabsatz breiten sich bei Regen schmutzige Wasserlachen aus: Der Hasetorbahnhof, einst ein schmuckes Fachwerkgebäude, macht derzeit keinen guten Eindruck. Vor allem die Zerstörungswut bekommen die Verantwortlichen nicht in den Griff.

Jenseits der vierspurigen Hauptverkehrsader auf dein Bahndamm gelegen, ist schon das Äußere mit dem zweifelhaften Charme der Sechziger-Jahre-Architektur wenig einladend. Seit der jüngsten Straßenrenovierung gibt es für Privatwagen keine Halteplatze mehr. Nur noch Taxen dürfen vorfahren. Fahrräder stehen auf dem Gehweg oder sind an Laternenmasten gekettet, da es keine ordentlichen Abstellmöglichkeiten gibt. Jetzt hat auch noch die Pizzeria vorzeitig den Pachtvertrag gekündigt. Ein Nachfolger ist nicht in Sicht.

Schon seit Jahrzehnten führt die im Juni 1896 eröffnete Haltestelle ein Schattendasein. Wiederholt war die Station von der Schließung bedroht, Versuche, das Umfeld aufzuwerten, sind fehlgeschlagen. Mit dem Start der Nordwestbahn im November hat der Hasetorbahnhof wieder an Bedeutung gewonnen.Das Tochterunternehmen der Stadtwerke wirbt mit der zentralen Lage. " Auf die äußere Gestaltung haben wir aber keinen Einfluss", bedauert Firmensprecherin Cornelia Zürn. Denn für die Unterhaltung der Station sind allein die Deutsche Bahn und die Landesnahverkehrsgesellschaft zuständig. Heute halten am Hasetorbahnhof an Werktagen 115. Züge und damit 39 mehr als vor fünf Jahren. Vor allem bei Berufspendlern ist die Haltestelle beliebt. Aber auch andere Reisende nutzen sie gern. Etwa Dagmar Kubillus, die regelmäßig von hier aus Richtung Rheine fahrt. Da sie die Station in wenigen Minuten von zu Hause aus zu Fuß erreichen kann, ist sie froh, dass es sie noch gibt. Andererseits klagt sie über den heruntergekommenen Zustand, die vielen Schmierereien und den fehlenden Wetterschutz auf dem windigen Bahnsteig.

An diesem Morgen hat die junge Mutter Glück, dass ein zweiter Fahrgast zum Zug eilt. Er hilft ihr dabei, den Kinderwagen mit der einjährigen Johanna die lange Treppe hinaufzutragen. Meist muss sich Dagmar Kulillus alleine abmühen, denn es gibt weder einen Fahrstuhl noch eine Rampe. Vor allem Rollstuhlfahrer haben das Nachsehen. Sie können den Hasetorbahnhof nicht benutzen.

Dem Osnabrücker Bahnhofsmanager Hermann Bollmann, der auch für die Haltestelle am Hasetor verantwortlich ist, sind die Probleme bewusst. " Leider Gottes sieht es dort so aus", sagt er frustriert und ärgert sich über den Vandalismus, der in der jüngsten Zeit enorm zugenommen habe Allein für Glasbruchschäden hat Hermann Bollmann in den vergangenden vier Wochen 3500 Mark ausgegeben. Und der Dreck? " Dagegen kommen wir nicht an", klagt der Bahnhofsmanager. " Wir machen sauber, drehen uns um, und sofort ist alles wieder schmutzig. Wir tun unser Bestes!" Im Klartext heißt das: Täglich kommt ein mobiler Reinigungstrupp zum Hasetorbahnhof, zweimal in Jahr steht eine Grundreinigung an. Mit Spezialgeräten werden zum Beispiel die Sprühparolen entfernt. Die nächste Aktion ist für April geplant. Kostenpunkt: 25 000 Mark umfassend renoviert. Seitdem ist das Dach wieder dicht, neue Bänke stehen bereit. " Mehr können wir aus betriebswirtschaftlichen Gründen nicht machen", zieht Hermann Bollman ein nüchternes Fazit. Da der Gesetzgeber die Mittel gekürzt habe, seien den Verantwortlichen an Ort und Stelle die Hände gebunden. Jetzt hofft der Bahnhofsmanager auf stärkere Kontrollen durch den Bundesgrenzschutz, damit nächtliche Randalierer und Zerstörer keine Chance mehr haben. (jan)

Hasetor

Die Station aufwerten

Von Holger Jansing

Es ist traurig, was da am Hasetoibahnhof passiert. Dass eine öffentliche Einrichtung in einen so desolaten Zustand geraten kann, ist eigentlich unvorstellbar. Zu einem attraktiven Nahverkehr auf der Schiene gehören nicht nur schicke Züge. Auch das Umfeld muss stimmen. Wo es schmutzig ist und stinkt, halt sich niemand gerne auf.

Die Verantwortlichen der Deutschen Bahn sollten sich noch einmal aufraffen und gemeinsam mit der Stadt nach einem Ausweg suchen. Wer weitere Investitionen ablehnt, verprellt nicht nur die Kunden, sondern öffnet auch dem Vandalismus Tür und Tor. Denn wo Schmierfinken erst einmal eine Parole hinterlassen haben, lässt die zweite nicht lange auf sich warten.

Sicher: Eine Aufwertung der Station von der Fassadensanierung bis zu einem neuen Fahrradstand würde viel Geld kosten. Als ein markanter Punkt im Koordinatensystem der Stadtentwicklung hätte der marode Hasetorbahnhof dafür eine öffentliche Finanzspritze verdient.

DÜSTER UND DRECKIG: Zum Bahnsteig führt weder eine Rampe noch ein Fahrstuhl. Wer zum Beispiel einen Kinderwagen dabei hat, ist auf die Hilfe von Mitreisenden angewiesen oder muss sich alleine abmühen. Fotos: Gert Westdörp

TOTAL BESCHMIERT: Der Fahrkartenautomat auf dem Bahnsteig ist erst wenige Monate alt.

GEGENSÄTZE: Sauber ist nur die neue Mülltüte. Bodenfliesen, Kacheln und die Tür sind ein Fall für die Grundreinigung.

WENIG EINLADEND: jetzt hat auch noch die Pizzeria im Hasetorfeahnhof vorzeitig den Pachtvertrag gekündigt. Ein Nachfolger ist nicht in Sicht.
Autor:
jan


Anfang der Liste Ende der Liste