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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Kahlschlag muss aufgeforstet werden
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Gartlage: Verwaltungsgericht spricht von schutzwürdigem Erholungswald
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Kahlschlag muss aufgeforstet werden

Gartlage: Verwaltungsgericht spricht von schutzwürdigem Erholungswald

Der Kahlschlag am Haster Weg muss wieder aufgeforstet werden. Das hat jetzt nach jahrelangem Rechtsstreit das Verwaltungsgericht Osnabrück entschieden. Seit 1985 ist die 1, 2 ha große Fläche südlich der Widerhall-Siedlung abgeholzt. Offenbar hatte der Eigentümer gehofft, die Stadt würde sie als Bauland ausweisen. Doch das ist weder im neuen noch im alten Flächennutzungsplan vorgesehen.

Vor dem Landgericht ging es allerdings nicht um eine mögliche Bebauung, sondern um eine landwirtschaftliche Nutzung. Das Waldstück liegt im Landschaftsschutzgebiet und grenzt an ein seit Jahrzehnten bestehendes Wohngebiet. Nach der Rodung in den 80er Jahren war die Fläche " teilweise neu bepflanzt und teilweise der Naturverjüngung überlassen" worden, wie das Gericht jetzt feststellte.

Das zarte Grün kam jedoch unter die Räder, als der Kampfmittelbeseitigungsdienst auf Veranlassung der Stadt im Frühjahr 1990 nach Blindgängern aus dem Zweiten Weltkrieg suchte. In der Naturschutzbehörde klingelten jedoch die Alarmglocken, als aus dem ehemaligen Wald in der Gartlage ein Maisacker geworden war. So forderte die Stadt den Eigentümer im Juli 1990 auf, die Fläche wieder aufzuforsten.

Der Anblick eines sich selbst ausgesäten Birkenwäldchens versöhnte die amtlichen Naturschützer einige Jahre später, so dass die Stadt ihre Wiederaufforstungsverfügung 1994 zurücknahm. Aber der Kläger ließ das Grundstück einebnen und beantragte, das ehemalige Waldstück künftig für landwirtschaftliche Zwecke zu nutzen. Als Ersatz bot er eine Aufforstung an anderer Stelle an. Darauf ließ sich die Stadt jedoch nicht ein. Sie bestand darauf, dass der Wald wiederhergestellt werden müsse, und zwar mit standortgerechten Hölzern. Dieser Auffassung schloss sich auch die Bezirksregierung an.

Der Eigentümer wandte sich an das Verwaltungsgericht, um seinen Willen durchzusetzen. Doch das versagte ihm die Zustimmung und berief sich auf das Landeswaldgesetz. Eine Nutzungsänderung könne nicht genehmigt werden, hielt die Kammer fest, weil sie " der Sicherung der Erholungsfunktion des Waldes für die Allgemeinheit" zuwiderlaufe. Mit Hinweis auf den Flächennutzungsplan der Stadt Osnabrück müsse von einem " schützenswerten Erholungswald" ausgegangen werden. Auch für eine Ausnahme lägen keine Gründe vor. Es bleibe also dabei: Das Grundstück müsse wieder aufgeforstet werden.

Nach Auskunft des Verwaltungsgerichts ist das Urteil noch nicht rechtskräftig. Der Kläger kann beim Oberverwaltungsgericht Lüneburg die Zulassung der Berufung beantragen. Inzwischen ist die Fläche verwildert und von einem japanischen Knöterichüberwuchert. Eine Pflanze, die nicht als standortgerecht gilt.

(rll)

EIN JAPANISCHER KNÖTERICH hat sich auf dem gerodeten Waldstück am Haster Weg ausgebreitet. Das Verwaltungsgericht will, dass die Fläche wieder aufgeforstet wird.Foto: Klaus Lindemann
Autor:
rll


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