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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Das Badewesen im Mittelalter
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Als unsere Badeanstalt eröffnet wurde, hörte man häufig Bemerkungen machen, als sei dies etwas ganz Neues, jedenfalls Unnöthiges. Es mag daher nicht überflüssig sein, Einiges darüber zu vernehmen, wie unsere Vorfahren über Baden und Badesanstalten dachten. In einem alten Buche aus dem Jahre ...*, betitelt: " Eyn christlich ermanung" heißt es: " Aus besonder fürsorg für die reinigkeit und beheglikeit der gesellen und anderer dienenden und armen leut' sindt in den stedten und Dorffern die badstuben hergericht, und ist es eine gesunde un lobliche gewohnheit, sich mindest alle vierzehn tagen zu baden."
Die Zahl der Badehäuser in den Städten, worin die Arbeiter umsonst oder für einige Pfennige ein Bad bekommen konnten war sehr groß. In Lübeck z. B. hatte bereits im Jahre 1300 jede Straße ihr Badehaus. Aber auch auf den Dörfern gab es gewöhnlich Badehäuser, weil es bei den Handwerkern Brauch war sich jeden Samstag zu baden. Darum machten die Gesellen an den Samstagen früher Feierabend, was man mit " Badeschicht bezeichnete, und erhielten in manchen Zünften ein besonderes " Badegeld". Den Lehrjungen, denen wir heute ein " Trinkgeld" geben, gab man damals " ein kleines zum baden", worüber das angeführte Buch sagt: " Sie sollen dieß geld, das sie verdienen wol verwenden, denn jeder Arbeiter, er sy groß oder klein muß reinlich sin und sin Körper reinlich halten; das thut auch der Seele gut." - Man war im Mittelalter so sehr von dem Nutzen des Badens überzeugt, daß unzählige fromme Stiftungen bestanden, deren Auskünfte den Armen ein freies Bad und oft noch eine Mahlzeit dazu gewährten am Todestage des Stifters. Man nannte dieses " Seelenbäder", wie die, durch Bad und Mahl erquickten Armen, des Verstorbenen im Gebete gedachten. Die Schulkinder wurden gewöhnlich Mittwochs zum Bade geführt, damit Sie sich früh an Reinlichkeit gewöhnten. Außer den öffentlichen Bädern bestanden in den Städten, selbst in den Häusern gewöhnlicher Handwerker, sehr häufig " Haus-Badestüblein", die zum Gebrauche der Familie dienten. " Bäder," heißt es, " sind dem gesunden nötig, umb gesunt zu bleiben, sich zu reinigen nach der Arbeit, und froligs gemüthes zu sin: als gott wolgefellig ist und dienlich den arbeitenden Menschen."
So müssen wir denn die Eröffnung unserer Badeanstalt freudig begrüßen, und hat Osnabrück alle Ursache dem Leiter der städtischen Angelegenheiten dafür dankbar zu sein, daß er zur Errichtung des Bades die Initiative ergrifen und trotz aller entgegensthenden Schwierigkeiten so schön ausgeführt hat.


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