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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Local-Nachrichten
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
[In der gestrigen öffentlichen Sitzung der städtischen Collegien] berichtete
1) Herr Oberbürgermeister Brüning in der Wasserleitungsfrage. Bekanntlich sind in der Schnatgangsstraße nach Angaben des Herrn Bauraths Salbach in Dresden Bohrversuche gemacht, um dort einen Versuchsbrunnen niederzubringen. Diese Bohrungen waren nun bis 72½ Meter gediehen, es trat am 8. September eine Stockung ein und wurde das Fortsetzen der Bohrung fistirt, weil man glaubte, daß bei ferneren Versuchen durch gewalt das Bohrinstrument brechen werde. Die Wasserleitungscommission habe beschlossen, jene Versuche fortzusetzen. Herr Stadtbaumeister Hackländer wurde sodann aufgefordert, über den Verlauf der Bohrversuche zu berichten. Dieser äußerte sichdahin, daß zu der Bohrung ein 2zölliges Rohr benutzt und bei einer Tiefe von 72½ Metern eine Stauung, etwa in der Tiefe von 13 Metern eingetreten sei. Das Bohr herauszuziehen sei riskant, da sich bei solcher Tiefe ein gewaltiger Widerstand einstellen werde. Es gehe nun ein Vorschlag dahin, eine Neubohrung vorzunehmen, hierzu 3zöllige Rohren zu verwenden und dann später 2zöllige nachzutreiben. Nach der Beschaffenheit des Terrains und der beiden in der Nähe befindlichen Brunnen (die der Herren Kohlrautz und Hohnholz im Ausgange der Schnatgangsstraße) habe man früher geglaubt, bei 50 Meter Tiefe das Ziel zu erreichen. An dieser Bohrstelle auf der Wüste habe man eine Sandschicht von 70 Metern Mächtigkeit; ein Meter tief sei Moorboden gewesen, dann sei eine Schicht mit Moorwasser durchdrungen gewesen und dann Sand in verschiedenen Farben, geld weiß, heller und dunkler gefolgt. Eine ziemliche Anzahl Proben des Sandes wurden in Kästen vorgezeigt und die Tiefe, in der er gefunden, dabei genau angegeben. Die Kosten einer Neubohrung auf 90 Meter Tiefe sei auf 1700 Mark angegeben. Der Versuch, das bisherige Bohrloch wieder zu benutzen und mittels Cementringe bis über die Tiefe von 13 Meter, wo man annimmt das das Rohr geknickt und dadurch eine Hemmung eingetreten sei, würde 1000 Mk. kosten. Es wurde bemerkt, daß der Unternehmer des Bohrgeschäfts, Becker aus Melle, erklärt, daß er keine Garantie für das Gelingen der Arbeit übernehmen könne, da es oft vorkomme, daß ein Bohrloch, verunglücke. Man sprach sich in den Collgien für ein neues Bohrloch aus, unbeschadet des versuchs, das alte Bohrloch wieder zu benutzen. Herrn Baurath Salbach soll der Sachverhalt vorher genau mitgetheilt und bei ihm nachgefragt werden, ob der Bohrversuch nicht an einer andern Stelle gemacht werden könne. Beschlossen wurde, die Wasserleitungs-Commission zu ermächtigen, ein neues Bohrloch einrichten zu lassen und derselben die Summe von 1700 Mk. aus der Kämmereicasse zu überweisen.
2) Der Etat der gewerblichen Fortbildungsschule für 1. April 1884 bis dahin 1887 mußte eine Nochbewilligung von 587½ Mk. erfahren. Bekanntlich wurde früher eine Bemerkung der Zeichnenstunden und Einrichtung des Modellirunterrichts für das ganze Jahr beschlossen und hierdurch eine größere Ausgabe veranlaßt. Der Etat schloß mit 7700 Mk. ab, die Regierung leistete bisher durch Zuschuß die Hölfte der Ausgaben. Ein Ersuchen des Magistrats an den Minister um dem Zuschuß von 2350 M. wurde nun unter 7. September dahin erwidert, daß eine solche nur im Betrage von 1637½ M. erfolgen werde, da der Grundsatz bestehe, daß die Gemeindedie Kosten des Locals, worin auch die Beleuchtung und Heizung begriffen, allein zu tragen habe, diese aber mit in der beantragten Summe liege, die abzurechnen sei. In folge dessen mußte nun obige Nachbewilligung erfolgen.
3) Bewilligung einer Beihülfe von 200 Mark an den Verein für Handfertigkeitsunterricht. Der Herr Oberbürgermeister berichtete, daß der obige Verein gleich wie im vorigen Winter den Handfertigkeitsunterricht fortsetzen lassen werde. Im vorigen Jahre seien von den städtischen Collegien 200 Mark und aus der evangelischen Schulcasse ein gleicher Betrag dazu bewilligt, und werde eine gleiche Summe auch für dieses Jahr beantragt. Das Landesdirectorium habe eine Beihülfe von 700 M. gewährt. Es folgte die Genehmigung allseitig, nur Herr Bürgervorsteher Wolff sprach sich dagegen aus und erklärte, daß er den gleichen Standpunkt wie im vorigen Jahre einnehme. Der Herr Oberbürgermeister ersucht Herrn Wolff, sich die Sache anzunehmen und von der Nützlichkeit des Unterrichts zu überzeugen, er werde ihn hierzu noch besonders einladen.
4) Zu Titel I.C.h. Reisekosten erfolgte eine Nachbewilligung von 500 Mk. Beschickung des Städtetags und sonstige Reisen hatte diese Postition zu erhöhen in diesem Jahre nothwendig gemacht. Im vorigen Jahre war eine Ersparung eingetreten.
5) Ein Vergleich mit der Provinzialverwaltung wegen Steinelieferung ist dadurch zu Stande gekommen, daß eine Differenz von 4100 Mrk. nebst Zinsen welche die Stadt zu fordern hatte, durch Zahlung von 5000 Mk. ausgeglichen ist. Eine fernere Differenz mit Weener, die schon lange geschwebt, wird voraussichtlich auch bald begliechen werden.
6) und 7) Die Pflasterung und Trottoir-Anlage der Bischofsstraße, desgleichen der Hasestraße wurde genehmigt. Die Pflasterung soll mit Piesberger Steinen, 3. Sorte, und das Trottoir mit Oldenburger Klinke erfolgen. Die Kosten für die Bischofsstraße (Pflastr und Trottoir) sind auf 4000 Mark veranschlagt.
8) Verlauf des städtischen Grundstückes. Auf der Spitze der sog. Fasel neben dem Hause des Photographen Hesse hat sich eine Anlagerung von etwa 20 Meter Grund gebildet, über dessen ein Streit zwischen dem Magistrate und Hesse entstanden ist. Früher hat sich zur Zeit, Scheffelmann noch Eigenthümer des Wesens war, ein Badehaus hier befunden. Hesse hat nun . en Beweis zu führen gesucht, daß dieses Grundstück sein Eigenthum sei, er ist jedoch bereit, um allen Weiterungen vorzubeugen, 100 Mk. zu Zahlen. Die städtischen Colleien erklärten sich hiermit einverstanden.
9) Herstellung der Pläne für die höhere Töcherschule. Von der Entschädigungssumme, welche die Stadt vom Brande der Hygieene-Ausstellung für ihre verbrannten Pläne ec. erhielt, ist noch ein fonds von 2000 Mk. vorhanden, und wurde beantragt, aus diesen Fonds die Pläne für die Töchterschule durch den Maurermeister Mill wiederherstellen zu lassen. Man erklärte sich damit einverstanden. Die Pläne verschiedener städt. Anstalten sind bereits früher wieder hergestellt, indeß werden noch einige, wie der der Turnhalle.........


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