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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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In der gestrigen Sitzung der städtischen Kollegien

Weiterer Verhandlungsgegenstand war die Umgestaltung des Bahnhofsvorplatzes, eine Angelegenheit, über die bereits in der Sitzung vom 22. Juli d. J. verhandelt wurde. Bekanntlich handelt es sich darum, die Straßenbahn, die jetzt als Kopfstation vor dem Bahnhofsplatz mündet, in einer Schleife derart um den Platz zu leiten, daß sie vor dem Hotel " Reichshof" von der Möserstraße nach rechts in die Goethestraße läuft, am Hotel " Hohenzollern" vorbei bis zur Bruchstraße führt, um von da nach links zu biegen und im Bogen am Bahnhofsportal vorbei weiterlaufen, so daß sie schließlich oben wieder die Möserstraße erreicht. Sind auch die Verhandlungen mit der Eisenbahnverwaltung noch nicht abgeschlossen, so hat sich letztere doch mit den Umgestaltungen (die einschließlich der Wasser- und Gasleitung, der gärtnerischen Anlagen usw. einen Kostenaufwand von rund 60 000 M. erfordern werden) im Prinzip einverstanden erklärt. Inzwischen hat nun, wie Stadtbaurat Lehmann an der Hand der aufgestellten Pläne auseinandersetzte, das Projekt noch einige wesentliche Veränderungen erfahren, die entschieden als Verbesserungen bezeichnet werden müssen und als solche auch gestern allgemein anerkannt wurden. Zunächst läuft die Straßenbahn nicht direkt in der Linie der jetzigen Goethestraße bis zur Bruchstraße weiter, sondern wendet sich oberhalb des Hotels " Hohenzollern" etwas nach rechts mehr der Hase zu, um dann den dort vorgeschriebenen Bogen zu machen. Weiter soll, und hierin ist der besondere Vorzug des veränderten Planes zu erkennen, von der Bruchstraße her und an der Hase entlang bis zur Badeanstalt Neuemühle eine neue Promenade geschaffen und mit Bäumen sowie sonstigen Anlagen versehen werden, wodurch das ganze Bild des Bahnhofsvorplatzes zweifellos erheblich gewinnen wird. Es dürfte hier mit der Zeit eine ähnlich Promenade entstehen, wie wir sie am Herrenteichswall bereits besitzen, der bekanntlich auch durch den Hasefluß seine besonderen Annehmlichkeiten und Reize erhält. Weiter ist in das Projekt der Promenade an der Hase beim Bahnhofsvorplatz eine Festlegung der rückwärtigen Baufluchtlinie für die auf der anderen Seite der Hase (an der Niedersachsenstraße) entstehenden Häuser einbegriffen, ein Vorhaben, durch das eine Beeinträchtigung des Gesamtbildes durch die der Hase resp. der Promenade zugewandten Rückfronten der gegenüberliegenden Häuser vermieden werden soll, das aber gestern im Bürgervorsteherkollegium ziemlichen Widerspruch fand.
Solche Bedenken machten insbesondere die B.P. Brockmann und Pott geltend, indem namentlich der erstere ausführte, daß man nur im äußersten Notfalle solche rückwärtigen Baulinien festlegen solle; ein solches absolutes Erfordernis scheine jedoch im vorliegenden Falle nicht gegeben zu sein.
B.-Hansen betonte mit Rücksicht auf den außerordentlich regen Personenverkehr nach und von der Hamburgerstraße, ferner nach und vom Güterbahnhof eine genügende Breite der Promenade, die nach den Darlegungen des Stadtbaurats Lehmann etwa vier Meter betragen wird.
Oberbürgermeister Dr. Rißmüller erkannte in den Veränderungen entschiedene Verbesserungen des Projektes, denen gegenüber die kleine Erweiterung des Bogens der Straßenbahn und die hierdurch veranlaßte Verlängerung der Fahrzeit um etwa eine Viertelminute nichts zu bedeuten habe. Durch die projektierte Promenade von der Bruchstraße bis zur Neuenmühle werde die Stadt durch eine ähnliche eigenartige Anlage wie diejenige am Herrenteichswalle bereichert, und wennman solches mit verhältnismäßig einfachen Mitteln erreichen könne, da würde es ein großer Fehler sein, sich die Gelegenheit dazu entgehen zu lassen, zumal man mit Sicherheit darauf rechnen könne, daß der Hasefluß demnächst nach Durchführung der Kanalisierungen ein reineres und freundlicheres Bild zeigen werde, wie es in den letzten Jahren der Fall gewesen sei. Redner suchte sodann noch die von B.-V. Brockmann gegen die Festlegung der rückwärtigen Baufluchtlinien auf der anderen Seite der Hase erhobenen Bedenken zu entkräften, indem er die Notwendigkeit betonte, daß hier am Eingange der Stadt und gegenüber einer öffentlichen Promenade doch auf eine angemessene Gestaltung der Rückfronten gehalten werden müsse; im übrigen habe es die Stadt ja immer in der Hand, inwieweit sie bei Einbringung von Bauanträgen den Antragstellern entgegenkommen resp. von den Vorschriften Gebrauch machen wolle. Der Oberbürgermeister schloß mit dem Bemerken, daß bei Schaffung einer der schönsten Promenaden der Stadt auf eine angemessene Ausgestaltung der betr. rückwärtigen Baulinie nicht verzichtet werden könne, daß er aber bereit sei, diesen letzteren Punkt noch einmal zu weiterer Erörterung zurückzustellen resp. ihn nicht gleich mit zur Abstimmung zu bringen.
Die B.-V. Grabhorn, Free und Paul Meyer erkannten in dem veränderten Projekt eine entschiedene Verschönerung der Stadt und insbesondere B.-P. Meyer stellte sich auf den Standpunkt, daß durch die Anlage der Promenade die Grundstücke auch auf der anderen Seite der Hase nur gewinnen könnten, ein Umstand, durch den der Vorbehalt, der hinsichtlich Ausgestaltung des Hintergrundes der Häuser gemacht werden solle, sicherlich ausgeglichen werde.
Nachdem noch B.-P. Brockmann, Bezug nehmend auf eine Redewendung des Oberbürgermeisters, unter allgemeiner Heiterkeit ausgeführt hatte, daß er es eigentlich beim Magistrat gar nicht überlassen sehen möchte, nach Belieben von den Vorschriften Gebrauch zu machen oder je nach Lage des Einzelfalles entgegenzukommen, redete noch Senator Wilkiens dem vorliegenden Projekte das Wort, dessen Durchführung man sich unter keinen Umständen entgehen lassen dürfe, weil es eine entschiedene Verschönerung desäußeren Gesamtbildes der Stadt und insbesondere der ganzen Situation in unmittelbarer Nähe des Bahnhofes bedeute.
Bei der nun folgenden Abstimmung wurde das Projekt in beiden Kollegien einstimmig angenommen, nachdem die Frage der rückwärtigen Baufluchtlinie vorläufig zurückgestellt war.


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