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NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Local-Nachrichten
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
(Die " Wüste") hat für manchen Osnabrücker etwas so Abschreckendes, daß er schon bei Nennung des Wortes eine " Gänsehaut" bekommt und sich dabei sofort unwillkürlich einen Stadttheil mit Mordsten und unwegsamen. Abends nicht erleuchteten Straßen vorstellt, ein Conglomerar von in der Gründerzeit aufgeschluchterten Häusern, drinnen mit damals ausgeplünderten Einwohnern, einen Sammelplatz von Vagabonden und Arbeitsscheuen, bei welchen Sauferei und Rauferei, Mord und Todtschlag an der Tagesordnung stan, so daß kein anständiger Mensch, wenigstens nicht bei Abend, diese Gegend ohne Gefahr betreten könne. Ist irgendwo eine Schickgerer, eine Messer.ffalre und dergl. aufgetaucht und wird nicht sofort der Ort der That hinzugefügt, so heißt es jedenfalls: " auf der Wüste", auch wen weder Ort noch die Personen dahingehörten. Es sind uns eine ganze Reihe Ereignisse bekannt, die wohl in der Nähe der " Wüste" vorgekommen, aber durchaus nicht auf deren Rechnung zu schreiben waren, und doch geschrieben wurden. Es läßt sich allerdings nicht leugnen, daß auf der " Wüste" bislang viel caillinaische Er.stenzen sich sammelten, dort manche Rauferei stattfand, auch manche Ausplünderei von Nicht-Wüsterianern vollzogen ward, die besser dort fortgeblieben wären; ob aber Rauferei, Sauferei ec. dort mehr sich einstellen, als verhältnißmäßig in manchen andern Theilen der Stadt, dürfte noch dahinstehen. Nun ist doch auch Thatsache, daß die größere Mehrzahl der Bewohner jenes Stadttheiles rechtliche und anständige Leute ist, dem kleinern Beamtenstande der Eisenbahnen angehört, oder brave Geschäftsleute, Handwerker und Arbeiter repräsentirt, endlich in nicht wenigen Individuen auch dem bessersi.uirten Bürgerstande sich zuzählen darf. Im Interesse dieses achtbaren Theiles der " Wüsten" bewohner dürfte denu auch wohl der Wunsch derselben gerechtfertigt sein, daß die öffentliche Meinung nach und nach auftuge, die " Wüste" etwas gerechter und wohlwollendernzu behandeln, zumal auch der Magistrat in dieser Beziehung mit guten Beispiele vorangegangen ist, indem er dort pflasterte, canalisirte und Erleuchtung einrichtete. Rechtschaffenen Hausbesitzern kann es wahrlich nicht angenehm sein, wenn die " Wüste" als ein Ort dargestellt wird, wo kein anständger Miether sich niederlassen kann. Allerdings sollen sich, wie uns mitgetheilt wird, in einer der bevölkeresten Straßen jener gegend mehre Häuser befinden, die den Sammelplatz für einheimische und auswärtige Dirnen bilden. Es soll sich hierbei besonders um 4 Häuser handeln, die gerade gegenwärtig sehr billig zu erstehen wären. Die Stadt muß viele Gelder für Wohnungszuschüsse an arme, aber rechtliche Familien zahlen; wie wäre es nun, wenn die Sadt jene Häuser aufkaufte und dieselben zu einer Art Armenhaus einrichtete? Dem Vernehmen nach befinden sich dabei auch ein paar Morgen Land, die in dieser Richtung ebenfalls zwegmäßig verwerthet werden könnten. Der Vorschlag dürfte ohne Frage der Empfehlung werth und in seiner Ausführung geeignet sein, dem Rufe der " Wüste" zu nutzen.


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