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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Noch einmal das Fischsterben in der Hase.
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Originaltext:
Noch einmal das Fischsterben in der Hase.
Von Dr. Ohlendorf, dem Vorsteher des hiesigen städtischen Untersuchungsamtes, erhalten wir ein Gutachten der Hydrobiologischen Abteilung der Landw. Versuchsstation zu Münster, das sich nochmals mit dem Fischsterben in der Hase befaßt. Bekanntlich hatte die Münstersche Untersuchungsstelle eine Hasewasserprobe untersucht, worüber das " Osnabr. Tagebl." am 5. August das Gutachten veröffentlichte. Darin wurde das Fischsterben auf Sauerstoffmangel zurückgeführt, hervorgerufen durch den Zersetzungsprozeß von Fäulnisstoffen in dem verunreinigten Flußwasser. Der Kiemenverstopfung durch Zellulosefasern, denen in Osnabrück die Hauptschuld beigemessen wurde, sollte nach dem Münsterschen Gutachten nur eine sekundäre Bedeutung zukommen. Das neue, gleichfalls von Dr. Thienemann abgegebene Gutachten, das wir nachstehend zum Abdruck bringen, deckt sich übrigens in seinem wesentlichen Inhalt mit dem von uns am 5. August gebrachten.

Landwirtschaftliche Versuchsstation.
Gesch.-Nr. 9059
Münster, den 19. Aug. 1911
An das Oeffentliche Untersuchungsamt der Stadt Osnabrück.
Die Untersuchungen über das Fischsterben in der Hase, die von dem dortigen Untersuchungsamte und der Landwirtschaftlichen Versuchsstation zu Münster ausgeführt wurden, haben im Wesentlichen zu dem gleichen Ergebnisse geführt. Auch nach der Ansicht des Unterzeichneten ist die Ursache des Sterbens in der Verunreinigung der Hase durch Abwässer organischer Natur und zwar nach Lage der Verhältnisse durch die der Papierfabrik verursacht. Für ein Eingehen der Fische durch " Giftstoffe und Säuren" hat die Untersuchung keinen Anhalt ergeben. Der Unterschied in den Gutachten beider Untersuchungsstellen liegt nur in einem weniger wesentlichen, für die Praxis sogar nebensächlichen Punkte. Der Unterzeichnete sieht in dem Sauerstoffmangel, der durch die Fäulnis des mit organischen Stoffen verunreinigten Hasewassers hervorgerufen wird, die eigentliche Ursache des Fischsterbens; die durch den Sauerstoffmangel dem Erstickungstode nahen Fische haben nicht mehr die Kraft, die von dem Wasser gleichzeitig mitgeführten Fasern aus ihrem Kiemenapparate auszustoßen und müssen so ganz ersticken. Das Untersuchungsamt der Stadt Osnabrück dagegen glaubt in der Verfilzung der Kiemen durch die Fasern die erste Ursache des Sterbens sehen zu müssen; der Sauerstoffmangel des Wassers verstärke die schädliche Wirkung der Kiemenstopfung und führe so zum völligen Tode der Tiere. Die Differenz der beiderseitigen Auffassungen ist also nur von theoretischer Bedeutung und spielt für die praktische Beurteilung des Falles keine Rolle".
Der Vorsteher der Hydrobiologischen Abteilung.
gez. Dr. August Thienemann

Im Anschluß hieran geht uns ein Gutachten des beeidigten Handelschemikers Albert Heinig (vorm. Dr. Thörner) hierselbst zu, der im Auftrage der Firma Schoeller in Gretesch 20 Wasserproben untersucht hat. Dieses Gutachten kommt zu dem Schluß, daß der Sauerstoffmangel die Hauptursache für das Fischsterben gewesen ist, wie dies ja auch von der Landwirtsch. Versuchsstation Münster angenommen wurde. Von Interesse ist hierbei, daß letztere, worüber wir z. Z. schon berichteten, Zellulosefasern bei der Wasseruntersuchung nicht festgestellt hatte und daß dieses durch das Heinigsche Untersuchungsergebnis insofern bestätigt wird, als in den zwischen der Brücke am Hauptbahnhof und der Pernickelmühle entnommenen Wasserproben gleichfalls keine Zellulosefasern aufgefunden wurden. Im übrigen betont auch dieses Gutachten, ebenso wie die schon veröffentlichten, die unerhörte Verunreinigung des Hasewassers, wobei Heinig allerdings die Verschmutzung durch Abwässer aus dem Schinkel in den Vordergrund stellt. Wir veröffentlichen hierunter das von dem Handelschemiker Heinig abgegebene Gutachten auszugsweise:
Osnabrück, den 15. April 1911,
Herrn Felix Schoeller jr., Burg Gretesch.
Veranlaßt durch das Anfang vorigen Monats erfolgte Fischsterben in der Hase und durch die daran geknüpften Erörterungen entnahm ich oder nach meinen Anordnungen ein Beamter des Instituts in Ihrem Auftrage am 19. vorigen Monats und an den darauf folgenden Tagen folgende Wasserproben:
1. Belmer Mühlenbach etwa 100 Meter oberhalb der Schoellerschen Fabrik.
2. Fabrikabwasser aus dem Lumpenkocher.
3. Fabrikabwasser aus dem Halbzeug- und Bleichholländer.
4. Fabrikabwasser aus der Papiermaschine. Die Abwasser 2 - 4 waren mehr oder weniger stark getrübt; besondere charakteristische Eigenschaften hafteten denselben nicht an, auch war freies Chlor in dem Abwasser aus dem Bleichholländer nicht nachzuweisen.
5. Mühlbach nach Einfluß dieser 3 Abwasser direkt hinter der Fabrik.
Das Wasser wies einen schwachen Geruch nach Chlorkalk auf, war schwach weißlich gefärbt und durch Zellulosefasern stark getrübt. Freies Chlor war in diesem Wasser nicht vorhanden.
6. Mühlbach etwa 300 - 400 Meter unterhalb der Fabrik, unmittelbar vor Eintritt in den Stauteich. Dieses Wasser zeigte starke graue Trübung und roch faulig. Die Menge der Zellulosefasern war erheblich geringer als der Entnahmestelle 5, dieselben waren bereits zum Teil mechanisch zurückgehalten worden.
7. Mühlbach unmittelbar nach dem Durchfluß des seit dem 10. Juli abgelassenen Stauteiches. Der Stauteich war völlig trocken gelegt; es entströmte demselben ein stark fauliger Geruch. Der hindurchfließende Mühlbach führte nach dem Verlassen des Staudeiches nicht nur aus der Papierfabrik stammende Beimengungen mit, sondern hatte auch vom Grunde des Stauteiches mitgerissene Schlamm- und Erdteile aufgenommen. Auf diesen Umstand ist auch der wesentlich höhere Gehalt dieses Wasser an Schwebestoffen und oxydierbaren Substanzen zurückzuführen, worauf ich gleich bei dieser Gelegenheit aufmerksam machen möchte.
8. Mühlbach unmittelbar vor seinem Einfluß in die Hase. Das Wasser wies an dieser Stelle einen fauligen Geruch auf, der aber wesentlich schwächer war, als wie er dem Mühlbachwasser nach dem Verlassen des Stauteiches anhaftete. Lange Zellulosefasern konnte ich hier in dem Wasser nicht mehr auffinden, sondern nur noch kurze, und was die Menge derselben anbelangt, so war dieselbe an dieser Entnahmestelle ganz beträchtlich geringer als an den vorhergehenden.
9. Hasewasser etwa 100 Meter oberhalb der Einmündung des Mühlbaches. Das Hasewasser war schwach getrübt.
10. Hasewasser etwa 100 Meter unterhalb der Einmündung des Mühlbaches. Das Wasser war an dieser Stelle schwach getrübt und zeigte kaum merklich fauligen Geruch. Zellulosefasern waren nur in geringer Menge vorhanden.
11. Kanalwasser aus dem Zufluß aus der Kolonie am Schützenhof. Bei der Entnahme war es nicht zu umgehen, daß etwas Schlamm mit aufgewirbelt wurde. Die in diesem Kanalwasser vorhandenen Schwebestoffe (9, 43 Gr. im Liter) bestanden nach dem Trocknen zu 55 Prozent aus organischen Stoffen.
12. Kanalzuflüsse an der Mittelburg. Dieses Kanalwasser ist ein Schmutzwasser im ärgsten Sinne. Es bildete eine milchig-weiße, mit schwarzen Schlamm-Massen durchsetzte Mudde. Ekelerregendes Aussehen haftete ihm an und widerlicher Gestank entströmte demselben. Bleipapier, über das Kanalwasser gehalten, färbte sich sofort intensiv braun, ein Beweis für die Entwicklung von giftigen Schwefelwasserstoffgas. Eine stetige starke Gasentwicklung war zu beobachten. Auch bei diesem Kanalwasser war es bei dem durch die stetige Gasentwicklung verursachten Emporwirbeln von Schlammstücken nicht zu vermeiden, daß Teile derselben mit in die entnommenen Wasserproben gelangten. Die Schlammteile enthielten nach dem Trocknen: 30, 4 Proz. organischer Stoffe mit 5, 98 Proz. Stickstoffsubstanz und 1, 26 Proz. Schwefel in organischer Verbindung.
13. Hasewasser über dem Kanalrohr unter dem Gleismuseum. Infolge der Hasestauung konnte das Kanalwasser direkt nicht entnommen werden. Das Hasewasser war an dieser Stelle schwach milchig gefärbt, stark getrübt und wies einen intensiven, ekelerregenden Geruch auf. Auch hier war eine starke Gasentwicklung zu beobachten, in kurzen Zwischenräumen wurden größere und kleinere schwarze Schlammstücke durch die Gase vom Grunde der Hase an die Oberfläche gewirbelt.
14. Kanalwasser hinter dem Gleismuseum. Dieser Kanal nimmt die Abwässer der Kölnerstraße auf. Er enthielt, da er wenig benutzt wird, nur geringe Mengen Wasser. Wie bei den vorhergehenden Kanalwassern, so war auch bei diesem ein deutlicher Geruch nach Schwefelwasserstoff bemerkbar.
15. Hasewasser an derselben Stelle nach Einfluß des Kanalwassers (Anlieger der Kölnerstraße). Die Beschaffenheit des Hasewassers an dieser Stelle war ähnlich derjenigen des Hasewassers unter dem Gleismuseum (Nr. 13).
Hinsichtlich der auf dem Stahlwerksgebiet mündenden Kanalzuflüsse möchte ich noch folgenden Umstand als wesentlich hervorheben. Da damals beabsichtigt war, die Hase abzulassen, so hatte das Stahlwerk hinter dem Gleismuseum das Hasewasser gestaut, um sich dasselbe in genügenden Mengen für ihre Betriebswerke zu sichern. Durch diese Stauung sammelte sich aber das Hasewasser in solcher Höhe an, daß es bis in die Kanalzuflüsse aus der Kolonie und in die an der Mittelburg drang und dadurch eine nicht unwesentliche Verdünnung dieser Kanalwasser bedingte, ein Umstand, der sicherlich einen begünstigenden Einfluß auf die Gestaltung der Untersuchungsergebnisse dieser Kanalwasser ausgeübt hat.
Was dann weiter die aus der Schoellerschen Papierfabrik stammenden Zellulosefasern anbelangt, so waren diese in mehr oder weniger größeren Mengen natürlich in dem diese Fabrikwasser führenden Mühlbach vorhanden und dann auch in beträchtlich geringerer Menge im Hasefluß oberhalb des Stahlwerks. Vereinzelt habe ich dieselben auch noch im Hasewasser hinter dem Gleismuseum feststellen können. Die an dieser Stelle auf der Hase schwimmenden Schlammfetzen enthielten davon mehr. In den übrigen Hasewassern aber von der Brücke am Hauptbahnhof an gerechnet bis zur Pernickelmühle habe ich keine Zellulosefasern in den Schwebestoffen mehr auffinden können. Auch gelang es noch am 20. vorigen Monats, an der Bruchstraße oberhalb der Neuen Mühle im ganzen 6 kleinere tote Fische aus der Hase zu fischen. In den Kiemen derselben waren aber mit der allergrößten Mühe keine Zellulosefasern zu entdecken; also muß doch die Todesursache dieser Fische wenigstens wohl noch eine andere gewesen sein, als die Schoellerschen Zellulosefasern.
Für das damalige Fischsterben in der Hase bezeichnete nun der in am 14. v. M. stattgefundenen Sitzung der städtischen Kollegien der jetzige Leiter des hiesigen Untersuchungsamtes für Nahrungs- und Genußmittel sowie Gebrauchsgegenstände, Dr. Ohlendorf, die in die Hase gelangten Zellulosefasern der Schoellerschen Papierfabrik als Hauptursache. Durch diese Zellulosefasern seien die Kiemen der Fische stark verfilzt worden, sodaß sie dann durch die hierdurch hervorgerufene Atemnot schließlich zugrunde gegangen seien. Als Nebenerscheinungen, die diesen Mißstand noch intensiver haben in Erscheinung treten lassen, führte der Referent dann noch das Aufrühren des Schlammes infolge der Arbeiten im Fledder und den durch die hohen Wärmegrade bedingten geringen Sauerstoffgehalt des Hasewassers an. Wäre nun diese letztere " Nebenerscheinung", der Sauerstoffmangel des Hasewassers, als Hauptursache für das Fischsterben in der Hase hingestellt worden und das Aufrühren des Schlammes durch die Arbeiten im Fledder und schließlich die Zellulosefasern der Schoellerschen Papierfabrik als Nebenerscheinungen, so wäre nicht das geringste einzuwenden gewesen.
Folgende beiden Punkte sind jedoch in den angeführten Ausführungen zutreffend und stimme ich damit völlig überein:
1. Das Hasewasser zeigte zur damaligen Zeit " erhebliche Verschmutzungen". Hervorgerufen sind diese erheblichen Verschmutzungen aber nicht, wie ausgeführt wird, " hauptsächlich" durch die Zellulosefasern der Schoellerschen Papierfabrik, sondern der Hauptsache nach durch die in die Hase gelassenen Kanalschmutzwasser in Schinkel.
2. Die Fische sind an " Atemnot" zugrunde gegangen. Das ist richtig, nur ist die Begründung eine nicht ganz zutreffende. Verursacht ist diese Atemnot nicht, wie irrtümlich behauptet wurde, durch die Zellulosefasern der Schoellerschen Papierfabrik, sondern mindestens der Hauptsache nach durch den großen Sauerstoffmangel des Hasewassers, bedingt durch die Oxydation der Schmutzabwässer des Schinkel und der durch Aufrühren der Hase emporgeworfenen Schlamm-Massen. Ich will hierbei durchaus nicht abstreiten, daß die bewußten Zellulosefasern, nachdem die Fische infolge des Sauerstoffmangels dem Erstickungstode bereits nahe genug waren, diesen beschleunigten. Der hauptsächlich durch die Schmutzwabwässer in Schinkel verurschate Sauerstoffmangel des Hasewassers schwächte aber die Fische bereits vorzeitig derartig, daß dieselben die in die Kiemen eingedrungenen Zellulosefasern eben nicht mehr zu entfernen vermochten, eine Folgerung, die bereits auch schon in einem Gutachten der hydrobiologischen Abteilung der landwirtschaftlichen Versuchsstation Münster - veröffentlicht in Nr. 8149 des " Osnabr. Tagebl." - über das Fischsterben in der Hase angeführt wurde.
Welches ist nun die Ursache zu diesem großen Sauerstoffverlust des Hasewassers auf seinem Laufe von der Entnahmestelle nach Einmündung des Mühlbaches bis zur Pernickelmühle? Nun, die Antwort darauf ist unschwer zu finden, sie liegt auf der Hand.- Aufgezehrt ist diese hohe Sauerstoffmenge vom 16, 8 Vol. Proz. zur Oxydation der durch die Kanalschmutzwässer im Schinkel der Hase en masse zugeführten Fäulnisstoffe. Die jetzige Feststellung der Tatsache, daß das jüngste Fischsterben in der Hase hauptsächlich im Sauerstoffmangel des Hasewassers seine Ursache hat, ist aber garnichts neues, sondern etwas schon recht altes.
Vor mir liegt ein Separatauszug aus den Forschungsberichten über Lebensmittel etc. München 1897, in dem Dr. Thörner hier interessante Mitteilungen über eine Ursache der Sterblichkeit der Fische bei Flußwasserverunreinigungen macht. Hiernach wurden genau vor 15 Jahren, im Juli 1896, Dr. Thörner als damaligen Leiter des hiesigen städt. Untersuchungsamtes für Nahrungs- und Genußmittel sowie Gebrauchsgegenstände zwei stark verunreinigte Hasewasser zur Untersuchung überwiesen und zwar mit der Bemerkung, daß auch damals wieder viele tote Fische in dem Wasser vorhanden seien. Abgesehen von der sehr großen Menge Schlammbestandteile (organischer), die in dem Wasser teils in gelöstem, teils im suspendierten Zustande enthalten waren, konnten beide Wasser nicht als schädlich oder abnorm für die Fischzucht bezeichnet werden, viemehr mußte das Fischsterben in einem anderen Moment seine Ursache haben. Die in den Hasewassern in so großer Menge suspendierten Schlammteile befanden sich in einem Zustande, in dem sie geneigt waren, durch Aufnahme von Sauerstoff sich weiter zu oxydieren, und woher sollten diese den hierzu erforderlichen Sauerstoff anders entnehmen, als aus dem Hasewasser? Dr. Thörner, der wohl als erster damals das Augenmerk der Fachkreise auf diese Ursache der Fischsterblichkeit gelenkt hat, analysierte demzufolge die in beiden verunreinigten Hasewassern gelösten Gase und stellte fest, daß beide Hasewasser völlig frei  von Sauerstoff waren. Dieser Befund bestätigte die Sterblichkeit der Fische auch in diesen beiden Hasewassern ganz ungezwungen. Wie das jüngste Fischsterben, so hatte auch das damalige seine Ursache im Sauerstoffmangel des Hasewassers.  Der Umstand, daß zwischen meinen Wasserentnahmen und dem Fischsterben ein Zeitraum von ca. 10 Tagen lag, springt nicht  ins Gewicht. Die Verhältnisse wie andauernder niedriger Wasserstand, Hitze und dergleichen waren dieselben, und auch die Hase war, wenigstens soweit mir bekannt wurde, damals noch  nicht abgelassen. Auch die Tatsache, die bei den damaligen Ausführungen in den städt. Kollegien als erschwerendes Moment  hervorgehoben wurde, daß durch die Ablassung des Stauteiches  die Zellulosefasern sowie sonstige Fabrikabwässer direkt in die  Hase gelangten, trifft genau so auch auf die Zeit meiner Wasserentnahmen zu; denn auch damals war der Stauteich außer Betrieb.
Hochachtungsvoll
gez. Chem. Techn. Laboratorium für Handel und Industrie
vorm. Dr. W. Thörner,
Albert Heinig, beeidigter Handelschemiker.


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