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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Überschrift:
Haster Mühle: Fahrbahn 50 cm unter Wasser
Zwischenüberschrift:
Polizei sperrte mehrere Straßen
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Das waren die feuchtesten Stunden des Jahres: In der Nacht zum Mittwoch öffnete der Himmel über Osnabrück alle Schleusen und ließ nicht nur die Hase und ihre Nebenflüsse über die Ufer treten. Manche Straße in der Stadt wurde zum See, selbst die Hansastraße mußte für den Verkehr gesperrt werden. An der Nette hatte sich die Situation erst am Abend zugespitzt.

Immer wieder blieben Autos in den Fluten stecken: " 30 Zentimeter können schon genügen", meinte Ernst Rüdiger von der Berufsfeuerwehr. Aber in einigen Straßen erreichte der Pegel auch 50 cm

Am Abend wurde Haste zum Krisengebiet

und mehr. An solchen Stellen richtete die Polizei Sperrungen ein. Gestern morgen war es die Vogelerstraße in der Wüste, gestern mittag die Schlachthofstraße. Und am Nachmittag schwoll die Nette immer stärker an, so daß Haste zum Krisengebiet wurde. An mehreren Stellen mußten die Helfer Häuser und Anlagen mit Sandsäcken vor den Fluten schützen.

Zuerst stand die Nettebrücke am Östringer Weg unter Wasser, kurze Zeit später mühten sich die Männer von der Feuerwehr und vom Technischen Hilfswerk, einen benachbarten Bauernhof mit Sandsäcken vor den Fluten zu bewahren. Gegen 18.30 Uhr erreichte das Nettehochwasser auch die Hansastraße. In Höhe der Haster Mühle stand der Pegel einen halben Meter über der Fahrbahn.
Fast 50 Keller mußte die Feuerwehr im Stadtgebiet bis zum späten Nachmittag auspumpen, tatkräftige Hilfe leisteten dabei die Freiwilligen Wehren auch in Haste, Schinkel und Neustadt. Die war auch nötig. An der Sutthauser Straße beförderten die Blauröcke sogar 500 Kubikmeter Wasser aus dem Untergeschoß einer Gärtnerei.
Und weil das Unwetter im Umland noch stärker gewütet hatte als in Osnabrück, wurde auch dort kollegiale Hilfe geleistet: In Venne verhinderten Feuerwehrmänner aus Osnabrück mit einem Spezialgerät, daß sich das aus einem überfluteten Keller austretende Heizöl ausbreiten konnte.

Einen Einsatz ganz besonderer Art meldete die Feuerwehr aus Atter: Dort standen fünf Pferde auf einer überschwemmten Düteweide bis zum Bauch im Wasser. Den Männern gelang es, die schon fast aufgeweichten Tiere ins Trockene zu scheuchen.

Fünf Pferde standen bis zum Bauch im Wasser

Aber nicht nur die drei größeren Flüsse Hase, Düte und Nette traten über ihre Ufer, selbst der sonst so unscheinbare Sandbach bildete einen mächtigen See in der Gartlage. Daß die Wassermassen nicht abfließen konnten, lag vor allem an verstopften Ablaufgittern. In der Nähe der Schlachthofstraße holten die Helfer des Klärwerks sogar einen ganzen Baumstamm aus den Fluten.
Wie ergiebig die Regenfälle in der Nacht zum Mittwoch waren, läßt die Statistik von Klärwerksleiter Jürgen Peters erkennen: 39 Liter Regenwasser pro Quadratmeter waren in Eversburg zwischen Mitternacht und 10 Uhr morgens gefallen. Der Löwenanteil - fast 75 Prozent davon - war schon um 4 Uhr auf der Erde angekommen.
Apropos Erde: Nach den Niederschlägen der vergangenen Wochen hatte der Boden seine Sättigungsgrenze längst erreicht und konnte das Naß nicht mehr schlucken. Daß die Bäume ausgerechnet in diesen Tagen ihr Laub abgeworfen haben, so daß die welken Blätter viele der 25000 Gullys verstopften, machte die Situation noch schlimmer. Schon in der Nacht zum Mittwoch hatte der Notdienst aus dem Klärwerk Eversburg alle Hände voll zu tun, damit das Regenwassernetz nicht versagte. Die 55 Pumpwerke liefen stundenlang unter Volllast. Aber immer wieder kam es zu Engpässen - entweder

Die Pumpwerke liefen auf Hochtouren

waren die Kanäle zu eng oder die Gullys verstopft. Klärwerks-Chef Jürgen Peters äußerte in diesem Zusammenhang eine große Bitte an die Autofahrer: Sie sollten die Kanaldeckel nicht zuparken, damit der Rohrreinigungstrupp mit seinem großen Saugrüssel freie Bahn hat.( rll)

Bilduntertitel:
DIE JAHRMARKTSWIESE UNTER WASSER: An der Halle Gartlage sorgten verstopfte Kanäle für eine Überschwemmung.
GESPERRT: Die Schlachthofstraße stand noch gestern mittag unter Wasser. Fotos: Gert Westdörp
Autor:
rll


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