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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Zur Beseitigung der Bäume am Kaiserwall....
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Zur Beseitigung der Bäume am Kaiserwall erhalten wir noch die folgende Zuschrift:
 " Wie richtig und zutreffend die bereits in verschiedenen Artikeln aller hiesigen Zeitungen über die Beseitigung der ganzen Baumreihe zum Ausdruck gebrachte abfällige Kritik ist, davon konnte sich derjenige am besten überzeugen, der sich am Sonntag Nachmittag der Mühe unterzog, einige Zeit am Kaiserwall zu verweilen, um so die Stimmung des dort zum ersten Male nach der Entfernung der Bäume promenierenden Publikums zu erfahren, die man dann auch in wahrhaft spontane Weise hören konnte. Zustimmende, befriedigende Erklärungen nirgends, dagegen um so zahlreichere Aeußerungen des Bedauerns, des Mißfallens, die teilweise in recht charakteristischer Weise laut wurden. " Unbegreiflich, schrecklich, scheußlich", so lautete das Urteil der milderen Tonart, ganz zu schweigen von den übrigen hier nicht wiederzugebenden Kraftausdrücken. Aehnliche fast gleiche Erklärungen hört man überall! Drängt sich da in Anbetracht solcher Verhältnisse nicht unwillkürlich die Frage auf, wie war solche Anordnung möglich? Hat man denn nun an maßgebender Stelle auf dem kurulischen Sessel alle und jegliche Fühlung mit der Bürgerschaft verloren? Die Hauptschuld, daß derartige Beschlüsse möglich, dürfte in der Art, wie dieselben zustande kommen, zu suchen sein, indem durchweg in den betreffenden Kommissionen die Anschauungen der in Frage kommenden sog. Sachverständigen den Ausschlag geben, wogegen man sich um die Meinungen der Bürger absolut nicht kümmert bzw. sich darüber nicht zu informieren sucht, welche Methode aber wohl nirgends unangebrachter und grundfalscher ist, als bei Verfügungen hinsichtlich der Anlagen, wie selbige hier in Frage stehen. Hätte man diese Vorsicht gebraucht, würde viel Aerger vermieden und auch eine total unnütze Geldausgabe unterbliebe sein, da bekanntlich die Anwohner des Kaiserwalls mit erdrückender Mehrheit gegen diese Anordnungen sich ausgesprochen haben. Ist doch vom Schöpfer in jedes Menschen Seele ein tiefes Empfinden für die Schönheiten der Natur gelegt, es ist daher auch nichts verkehrter, nach dieser Richtung eine Doctrinäre sog. Lehr-Meinung einiger Weniger als für die Gesamtheit maßgebend zu erklären. Dem Vernehmen nach soll nun der Kaiserwall in der Art der Anlagen des Kanzler- und Kronprinzenwalles umgestaltet werden. Sollte dieser Plan durchgeführt werden, die Anlagen nach ein und demselben System hergestellt werden, wird dadurch überall das gleiche Bild geschaffen, das monoton wirken muß. Eine wirklich verständige Reform der städtischen Anlagen müßte doch vor allem darauf bedacht sein, nicht zu uniformieren, sondern sich zur Regel nehmen, was überall, also auch hier sich bewährt, daß der beste, vornehmste Genuß in einer richtigen Abwechslung besteht; hat man am Kronprinzen- und Kanzlerwall mehr Blumen, Sträucher und sonstige gärtnerische Anlagen, würde es jedenfalls mehr zur Verschönerung des Stadtbildes und zur Annehmlichkeit der Bürger dienen, am Kaiserwall sich unter hohen, mächtigen, schattigen Bäumen ergehen zu können, zumal im Innern der Stadt eine derartige Anlage als Promenade nicht vorhanden ist, wie man sie in vielen Städten findet, z. B. in Münster, wo direkt neben den höchsten Bäumen an der Südseite derselben der herrliche Blumenschmuck das Auge erfreut."

Derartige Zuschriften, die sich zum Teil noch stärker ausdrücken, liegen uns noch einige vor. In einer derselben - um sie ihrem wesentlichen Inhalte nach wiederzugeben - wird nun auch entschieden gegen die Anpflanzung von Rotdorn protestiert. Das gegenwärtige trostlose Bild müsse als " Denkmal" derjenigen erhalten werden, die es geschaffen haben. Tatsächlich ist ein noch größerer Mißgriff noch kaum dagewesen!


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