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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Neuer Platz für die letzte Johannisstraßen-Linde
Zwischenüberschrift:
Sanierung erforderte Umpflanzung von zehn Bäumen
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Wohl gefühlt haben kann sich die letzte Linde in der Johannisstraße nicht. Denn sie stand noch auf alten Betonfundamenten, durch die sich die Wurzeln nicht ausbreiten konnten. Dieser fachlichen Ansicht ist Gärtnermeister Christoph Schlarmann, der zusammen mit seinem Team alle zehn Bäume in der Südstadt ausgrub und die Wurzeln kappte, damit sie zu ihrem neuen Standpunkt im Hasepark transportiert werden konnten. Der letzte Lindenbaum mußte nun weichen.

Die Verpflanzung der Linden von der Johannisstraße in den Hasepark hat nach Schlarmanns Auskunft ein reges Interesse bei den Passanten geweckt. " Viele wollten wissen, warum die Bäume überhaupt verpflanzt werden müssen. Andere fanden den ganzen Aufwand für die Linden zu groß und meinten, man hätte sie einfach fällen sollen". Für den Gärtnermeister ist die Baumpflanzaktion ganz und gar nicht überflüssig. Denn eine Linde von der Größe des letzten Baumes an der Johannisstraße werde in den Baumschulkatalogen mit einer fünfstelligen Summe geführt.
Hätten die Bäume nicht der Straßensanierung weichen müssen, wären sie in ein paar Jahren fällig gewesen. " Früher war die Johannisstraße breiter, da hätten die Linden eine Chance gehabt. Doch die Bäume werden sehr groß und hätten sich jetzt gar nicht mehr ausdehnen können", erklärte Schlarmann.
Im Hasepark wurden acht Linden zu einer Allee gepflanzt. Die letzte Linde und ein anderer Baum stehen frei. Nachdem die Wurzeln ausgegraben und gekappt waren, wurde der Ballen mit einer Folie umhüllt und mit Gurten und Seilen gesichert: " Pro Baum kann man einen Tag Arbeit rechnen." Als die winterkahle Linde stehend im Containerwagen abtransportiert wurde, staunte so mancher Bewohner des Mehrfamilienhauses neben der Kino-Passage nicht schlecht: Plötzlich tauchten an den Fenstern Zweige auf.
In ihrer neuen Heimat erwartete sie ein Platz mit Unter- und Oberbodensubstanz. " Der Ballen", so Gärtnermeister Schlarmann, " wird belüftet und verankert, damit sich das Wurzelwerk neu entwickeln und mit dem Boden verbinden kann". Die ersten Jahre seien die kritischsten, danach könne man sagen, ob die Linden die Umsetzung ohne Schaden überstanden hätten.
Die umstehenden Baumfreunde unter den Passagen hatten unterschiedliche Gedanken. Während ein kleines Mädchen fragte: " Mami, warum holen die den Baum da weg?", freuten sich ein paar ältere Damen über das alte Vogelnest in der Baumkrone und erinnerten sich an die früheren Tage auf der Johannisstraße.( mä)
Fotountertitel
UMZUG MIT CONTAINERWAGEN: Die letzte Linde der Johannisstraße hat im Hasepark eine neue Heimat. Foto: Gert Westdörp
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