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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Kranzschleifen waren ein beliebter Hutschmuck
Zwischenüberschrift:
August 1896: Haseverschmutzung bot Anlaß zur Klage
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Die Fahrplangestaltung der Bahn gibt nicht erst anno 1996 Anlaß zur Kritik. Schon im August 1896 mokierte sich das Osnabrücker Tageblatt über die Früherlegung des Sonntags-Sonderzuges nach Dissen-Bad Rothenfelde um eine halbe Stunde. Sonst war nicht viel los damals. Heute würde man vom Sommerloch sprechen.
Die Fahrplanänderung für den Sonntags-Sonderzug nach Dissen-Bad Kothenfelde von 1/ 2 3 auf 2 Uhr nachmittags erwies sich für das Publikum als unpraktisch und für die Eisenbahnverwaltung als unrentabel, so berichtete das Tageblatt vom 10. August. Der Extrazug, der am Tag zuvor das erste Mal um 14 Uhr vom Zentralbahnhof abgefahren war, hatte nur verhältnismäßig wenig Fahrgäslt. Während sonst 300 und mehr Sonntagskarten ausgegeben wurden, erreichte deren Zahl an diesem lag nur 170 bis 180. Dieser Ausfall kam selbst für die Eisenbahn unverhofft, denn sie hatte einen Zug mit 14 Wagen bereitgestellt, von denen sechs wieder abgehängt wurden, weil keine Passagiere dafür vorhanden waren.
Im Zeitungsartikel heißt es dazu weiter: ,, Für die gestrige verhältnismäßig recht schwache Benutzung bleibt nur die Erklärung übrig, daß der Zug für jüngere oder Geschäftsleute, die bis 1 oder 2 Uhr ihre Kundschaft bedienen und sonst immer ein größeres Kontingent der Ausflügler stellten, zu früh gelegt ist." Der Bericht schließt mit den Worten: " Man lasse den Zug wieder um 1/ 2 3 Uhr abfahren, damit ist dem Publikum und der Eisenbahn am besten gedient."
Aber nicht nur die Sonntagnachmittagsausflügler waren am Wochenende unterwegs, manche wurden auch nachts aktiv. Unter der Rubrik ,, Unfug" vom Montag,. dem 3. August, findet sich die Meldung, daß in der Nacht vom Sonnabend zum Sonnlag die steinerne Bekrönung eines Mauerständers vor der Ein-

Grober Unfug mit schweren Gegenständen

horn-Apotheke an der Lotter Straße gewaltsam entfernt und auf die Straße geworfen worden sei. Dazu bemerkte der Verfasser weiter: ,, Da der Mauerkopf ein ziemliches Gewicht haben dürfte und oben drein mit Kalk oder Zement befestigt war, so haben sich die Thäter zwar als körperlich kräftige,, hinsichtlich ihrer Bildung aber als schwache Leute bewiesen, sonst würden sie an solcher That kein Vergnügen finden."
Nicht erst in unseren Tagen, sondern auch schon vor 100 Jahren gab die Verschmutzung der Hase immer wieder Anlaß zur Klage. Eine Nachricht aus Eversburg vom 7. August lautete:,, Die Verunreinigung des Hasewassers nimmt kein Ende. Nicht nur, daß das Wasser seit Wochen, wohl infolge der Hasereinigung am Hasethor, trübe ist, sondern dasselbe , war in diesen Tagen ' abwechselnd dunkelblau, schwarz, und flockig, grau rötlich gefärbt." Weiterhin wurde in diesem Zusammenhang auf den starken (Geruch des Hasewassers und die vielen darin treibenden Fischleichen verwiesen.

Gedanken über den Umgang mit Kränzen und Sargschmuck bei Beerdigungen machte sich ein Leser, dessen Brief die Zeitung am 4. August abdruckte. Er schlug vor, daß der Sargschmuck und die Kränze mit ins Grab gegeben werden sollten, da sie doch den geliebten Toten gewidmet seien. Darüber hinaus gab er zu bedenken: " Man beobachte, wie die Kränze nach höchstens 24 Stunden aussehen! Später kommen sie auf den Komposthaufen oder verunzieren die Umgebung des Friedhofes und zum Teil auch diesen selbst. Und die Schleifen an den Kränzen? Die Erfahrung hat gelehrt, daß dieselben öfters gestohlen und als Hutschmuck verwendet werden." (Röt)

Fotountertitel
DER HALLER WILLEM dampft nach Bad Rothenfelde. Im August 1896 gab es Ärger über den Sonntagsfahrplan. Foto: Haase/ Sammlung Hülsmann
Autor:
Röt


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