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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Und abends mit "Horrido" nach Hause
Zwischenüberschrift:
Wenn sich Jäger zum Stammtisch treffen
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Auszüge:

Und abends mit " Horrido" nach Hause

Wenn sich Jäger zum Stammtisch treffen

Der Versammlungsraum für einen Jäger stamm tisch, so sagt der Volksrnund, sei allemal zu klein, weil die Mitglieder nicht mit ausgebreiteten Armen die Große ihrer Beute anzeigen können. Dennoch irrt, wer Prahlsucht für den Kern des Jagerlateins hält. Wenn die entscheidenden Minuten jagdlichen Erlebens noch einmal vor dem geistigen Auge des Schützen Revue passieren, dann teilen Jäger gewissermaßen ihre Beute miteinander ,, Geteilte Freude ist doppelte Freude", so sagt der Volksmund eben auch; wohlwissend, dass sich ein übervolles Herz ab und an einmal Luft machen muß.

Um alte Freunde zu treffen, Erfahrungen auszutauschen und .. das Innenleben des Jagers zu beleuchten", deshalb besucht Franz Heidemann regelmäßig den Jägerstammtisch, der sich an jedem Mittwochabend in Eversburg zusammenfindet. Die Anfänge dieses Zirkels liegen zwar im dunkeln, sie reichen aber noch bis in die Zeit vor dem Ersten Weltkrieg zurück. Bereits damals trafen sich nach Feierabend in der Bahnhofsgaststätte am Hasetor Geschäftsleute aus der Altstadt, Honoratioren und Kaufleute.

Man trank sein Feierabendbier, wohl auch einen klaren Korn dazu, und machte sich dann auf den Heimweg, so erinnert sich Alfred Spiering, der mit seinen 80 Jahren heute Senior des Jagerstammtisches sein durfte. Der pensionierte Forstamtmann verwaltete nach dem Zweiten Weltkrieg das zum K losterforstamt gehörende Revier Nurenburg es umfaßte einmal die Gartlage, die Dodesheide, Limberg und Haster Berg und ist heute zu weiten Teilen besiedelt und kann sich noch gut an die Anfange des Jagerstammtisches und seinen Treffpunkt erinnern: Den Hasetorbahnhof.

Der war 1896, nur wenig später als der Hauptbahnhof, als ,, Bahnhof der Altstadt" und dank einer Initiative der Geschäftsleute aus diesem Viertel errichtet worden. Der schlichte Fachwerk und Ziegelbau wurde 19f»7 wieder abgerissen beherbergte im Obergeschoß die Schalterhalle, während im Erdgeschoß der Bahnhofswirt Bernhard Hutig seit 1904 eine " gutbürgerliche Restauration" betrieb. Rechts neben dem Eingang gab es eine kleine Theke, gegenüber in einer Nische eben jenen Stammtisch, aus dem später der Jägerstammtisch am Hasetor" hervorging. Eine Adresse, die sogar dem Postboten geläufig war. wie es noch erhaltene Briefe und Karten ausweisen.

Hier trafen sich regelmäßig mehrere Stammtischbrüder, der Holzhandler Max Himmelmann (.. mit einem langen weißen Bart", so erinnert sich Alfred Spiering), Stadtforster Ludwig Ebsen und der Sägewerksbesitzer Wilhelm Bange waren von Anfang im dabei. Besonders Wilhelm Bange, er hatte sein Sägewerk an der Rheinstraße im Hafengelände, kam fast jeden Abend auf dem Weg nach Hause auf einen Schluck in die kleine Gaststube.

Denn damals, als die Zeitung nur zweimal die Woche erschien, wie sich Spiering erinnert, war das Gespräch unter Förstern und Holzhändlern besonders wichtig. So erfuhr man. wer eine Partie gutes Eichenholz anzubieten hatte oder wo günstig Brennholz zu erstehen war.

IM KREISE FROHER ZECHER: Lange Jahre trat sich der Jägerstammtisch am Hasetor, wo man mit Jagdtrophäen und Erinnerungsfotos eine kleine Nische stilvoll hergerichtet hatte.

DAS WAREN KNORRIGE GESTALTEN": Forstamtmann Alfred plering, Senior des Jägerstammtisches, blättert in den alten ittebüchern. Foto Jörn Martens

DER ZEHNENDER: In Sektlaune entstand dieser Schnappschuß in den 60er Jahren, auf dem Stammtischbruder Karl-Heinz Grundke verewigt ist.

BIANKA IST IMMER DABEI: Franz Heidemann (rechts) mil seiner Jagdhündin im Kreis der Stammtischbrüder. Der traditionsreiche Jägerstammtisch ist vor kurzem vom Hasetor nach Eversburg umgezogen. Foto Jörn Martens

Autor:
Frank Henrichvark


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