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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Vergiftete Nordsee - Warnungen überhört
Zwischenüberschrift:
Naturschützer Vauk: in die Umwelt investieren
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Klar, offen und schockierend berichtete auf Einladung des Naturwissenschaftlichen Vereins der frühere Leiter der Vogelwarte Helgoland, Dr. Gottfried Vauk, in der Stadthalle über die Situation der Nordsee. Der Biologe, der heute die Norddeutsche Naturschutzakademie in Schneverdingen leitet, machte darauf aufmerksam, daß er und einige Kollegen schon in den siebziger Jahren auf die Belastungen der Nordsee hingewiesen hätten, die in diesem Jahr unter anderem zum Robbensterben führten. In Vauks Vogelwarte Helgoland fand 1972 die erste Internationale Robbenkonferenz statt.

" Aber alle unsere Warnungen wurden überhört, stattdessen wurden dumme Fragen gestellt. Beispielsweise nach Grenzwerten, berichtete Vauk. Doch Grenzwerte gebe es nicht: " Jeder Tropfen Gift, der in die Nordsee gelangt, ist und bleibt Gift".

Für ihn sei das Robbensterben also " ganz klar abzusehen gewesen". Wer die Katastrophe als unvorhersehbar bezeichne, " betreibt Betrug oder absichtliche Vertuschung", meinte der Nordsee-Kenner in seinem kämpferischen Referat. Genaue Vorhersagen über die weiteren Entwicklungen der Nordsee oder exakte Wege zur Lösung der Probleme seien nicht möglich, da das Meer ein " wahnsinnig kompliziertes und komplexes Ökosystem" sei. " Wir Biologen können in einzelnen Fällen immer nur sagen: So nicht!"

Pflegestationen für ölverseuchte Seevögel bezeichnete Dr. Gottfried Vauk als " Geldverschwendung zur Beruhigung des eigenen Gewissens". Denn wenn wirklich ein oder zwei Prozent der Tiere gerettet werden könnten, würden sie anschließend wieder in die nach wie vor " völlig versaute Nordsee" entlassen, an der sie erkrankt seien. Sinnvoller sei es, das Geld in " vernünftigen Umweltschutz" zu investieren.

Vauk ging auch auf die deutliche Zunahme der Seevögel in der fischreichen Deutschen Bucht ein. Wegen der Nahrungsfülle, die auf die Überdüngung des Meeres zurückzuführen sei, hätten sich jetzt sogar Vögel und Fische im Nordseeraum angesiedelt, die hier bisher fast unbekannt waren. " Das alles ist nicht gesund und normal", warnte der engagierte Biologe. Die Folge dieser Entwicklung könne ein völliger Zusammenbruch des Ökosystems wegen Sauerstoffmangels sein.

Zum Abschluß des Vortrages zeigten Dr. Vauk und seine Frau, die gleichzeitig seine wissenschaftliche Mitarbeiterin ist, Dias vom Festmüll an und in der Nordsee, z. B. unverrottbare Fischernetze oder Plastikplanen, in denen sich Fische oder Vögel verfangen und verenden. " Der einzelne muß anfangen, über seine Umwelt nachzudenken und darüber, wo er selber herkommt, sonst haben die Katastrophen bald jeden erreicht", warnte Dr. Vauk.
Autor:
-sei-


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