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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Steine halten nicht ewig
Zwischenüberschrift:
Restauratoren sahen sich einen Tag lang in Osna um
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Wenn ein historisches Gebäude wie der Osnabrücker Dom mit modernsten Materialien wie Stahl, Beton und Epoxydharz repariert wird, findet das nicht unbedingt den Applaus der Restauratoren. Sie bevorzugen Baustoffe, mit denen schon unsere Urahnen umgingen und arbeiten nach teilweise überlieferten Handwerkstechniken. Dennoch folgten die Mitglieder des Bund Freier Restaurierungswerkstätten (BFR) mit Interesse den Worten von Architekt Riepenhoff, der ihnen erläuterte, wie die alte Bausubstanz des Doms wieder standfest gemacht worden ist. Der BFR traf sich zur Hebsttagung im Schloßhotel Surenburg (Hörstel). Einen Tag lang sahen sich die Fachleute dann in Osnabrück um. Sie inspizierten u. a. die Brücke am Marienheim in Sutthausen, das Kloster auf dem Gertrudenberg und die Marienkirche.

40 Restaurierungswerkstätten aus der ganzen Bundesrepublik haben sich in dem Verband zusammengeschlossen. " Wir decken das gesamte Spektrum der Restaurierung ab", sagt der BFR-Vorsitzende Knut Hoffmann mit einem Seitenblick auf die polnische Konkurrenz, die teilweise mit Kampfpreisen die Märkte erobert. Als Konkurrenz werden auch jene Hochbauunternehmen angesehen, die sich mit Reparaturen von Baudenkmalen beschäftigen - ohne, wie Knut Hoffmann sagt, über die nötige Sachkenntnis zu verfügen.

Zum Teil ist das Fachwissen auch verloren gegangen: Nicht jeder Maurer kann zum Beispiel mit Bruchsteinen arbeiten. " Man maß dem Stein ansehen, wo er sein Lager hat", gibt der BFR-Vorsitzende zu bedenken. Schwierig wird es dort, wo nicht einmal die Restauratoren Einigkeit erzielen können. In Nordrhein-Westfalen wird Sandstein beispielsweise mit größerer Zurückhaltung restauriert als in Niedersachsen.

Zur Glaubensfrage wird zuweilen hochstilisiert, ob Risse einfach zugespachtelt werden dürfen oder nicht. Ob ein Stein mit einer wasserabweisenden Substanz getränkt wird und welche Fugentechrüken anzuwenden sind, ist in der Branche noch nicht ausdiskutiert.

Zurückhaltung empfiehlt Knut Hoflmann immer dann, wenn Schäden entstehen können, die sich nicht mehr rückgängig machen lassen. Moderne Materialien werden abgelehnt, weil es an der Langzeiterfahrung mangelt. Das sind nach den Worten von Knut Hoflmann mindestens 40 bis 50 Jahre.Auch für den Fachmann steht fest, daß ein Stein nicht ewig hält. Daß ihm unsachgemäße Handhabung das Leben verkürzen kann, wird von den Restauratoren auf Schritt und Tritt betont. Bei der Exkursion durch Osnabrück verzichteten sie aber auf das Anprangern schlechter Beispiele. rll
Autor:
rll


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