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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Überschrift:
Wellmannsbrücke nicht ohne Ausgleich opfern
Zwischenüberschrift:
Bürgerverein Voxtrup diskutierte über geplantes Bad
Artikel:
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Originaltext:
Einem Freizeit-Center am heutigen Standort des Freibades Wellmannsbrücke können die Voxtruper nicht nur Vorteile abgewinnen. Sie befürchten bei dem zu erwartenden Besucherstrom eine ungebührlich hohe Verkehrsbelastung in ihrem Stadtteil. Außerdem wenden sie sich gegen den Verlust des alten Freibades Wellmannsbrücke, das für den Bau des 35-Millionen-Objektes ,, geopfert" werden muß. Die Widerstände gegen ein solches privat finanziertes und kommerziell genutztes Spaß- und Spielbad wurden in der Jahreshauptversammlung des Bürgervereins Voxtrup deutlich, der zu diesem Tagesordnungspunkt mit Günter Wiehe (Planungsamt) und Dieter Beckmann (Sportamt) zwei Fachleute der Stadt eingeladen hatte. Vorsitzender Hubert Körte, als Bürgermeister Mitglied des Stadtrates, machte am Schluß der Diskussion seine Haltung deutlich: " Die Stadt darf ein solches Angebot nicht einfach ablehnen." (Siehe auch Kommentar auf Seite 10.)

Als günstigsten Standort für eine solche Einrichtung bezeichnete Wiehe das Freibadgelände Wellmannsbrücke. Die zu erwartenden Besucher würden über die nahe Autobahn das Freizeitzentrum erreichen. Der zusätzliche Verkehr (rund 1000 Fahrzeuge in denÖffnungszeiten zwischen 9 und 23 Uhr) würde nicht stören. Etwa 400 Stellplätze könnten die Pkw und Busse aufnehmen.

Wie bereits in anderen Städten (Kassel und Bad Lippspringe) plant ein Architekt gemeinsam mit einer Bau-Gruppe einen rund 22 Meter hohen Kuppelbau (Durchmesser 70 Meter), der durch drei kleinere Bauwerke dieser Art komplettiert wird (wir berichteten).

Wiehe bezeichnete die Schwierigkeiten für die verkehrliche Anbindung auf der Mindener Straße, auf dem Seilerweg und an der Hettlicher Masch als lösbar. Besonders der schmale Seilerweg muß erweitert werden, was auch für die Eisenbahnbrücke gelten dürfte. Auf gezielte Fragen nannte Wiehe die Kosten nicht, die möglicherweise dadurch auf die Stadt zukommen. Er äußerte wie später auch Hubert Korte die Hoffnung, daß sich der Investor eines solchen Objektes an den fälligen Kosten für eine funktionierende Anbindung beteiligen werde.

Der vorhandene Baumbestand soll ,, soweit wie möglich erhalten" bleiben, stellte Wiehe heraus. Im notwendigen Bebauungsplan könnten diese Bereiche als öffentliche Grünfläche geschützt werden. Dieser Plan sei in Arbeit. Ein Vorentwurf könne im April erwartet werden; noch vor der Sommerpause sei die Bürgerbeteiligung, im September/ Oktober die öffentliche Auslegung geplant. Frühestens Anfang 1989 könne der Rat diesen Bebauungsplan beschließen.

Platz für gleichzeitig 1100 Menschen bietet das Freizeit-Center in der vorgelegten Konzeption unterstrich Sportamtsleiter Dieter Beckmann. Es sei von der Größe nicht mit dem Aaseebad in Ibbenbüren vergleichbar, das seinerzeit 12 Millionen DM gekostet habe. In Osnabrück sollen 35 Millionen DM investiert werden.

Während die Voxtruper anfangs Beckmanns Aufzählung des vielfältigen Angebotes noch mit Staunen, Skepsis und Heiterkeit quittiert hatten, zeigten sich später tiefe Sorgenfalten. Beckmann: ,, Im Bäderbereich müssen wir mit einem Besucherrückgang zwischen 20 und 30 Prozent rechnen." In Kassel seien 50 Prozent der Besucher öffentlicher Saunen weggeblieben. Trotz allem müsse aber der Attraktivitätsgewinn für Osnabrück gesehen werden: ,, Wenn das Freizeit-Center nicht hier gebaut wird, dann eben in der nahen Umgebung."

Die Planer haben in ihren Gesprächen deutlich gemacht, daß sie vorrangig ein vorhandenes Bad übernehmen wollen. Im Fall Wellmannsbrücke gehen damit rund 2000 Quadratmeter der ohnehin knappen Freibadfläche verloren.

In der Diskussion ging es auch um den Ausgleich für den Verlust eines Freibades im Osten der Stadt, der unwesentlichen mit den zu erwartenden Eintrittspreisen im Spiel- und Spaßbad begründet wurde. Dort sollen die Tagespreise zwischen 15 und 25 DM liegen. Erwartet werden im übrigen rund 400 000 Besucher im Jahr, die aus einem Einzugsbereich von etwa 50 Kilometern rund um Osnabrück kommen sollten. pr-.
Autor:
pr-


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