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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Lokales und Provinzielles.
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Aus der gestrigen Sitzung der städtischen Kollegien
...
Zu dem weiteren Punkte der Tagesordnung: " Anlage einer Dachrinne am Bürgergehorsam" (bei der alten Infanterie-Kaserne) führte Herr Senator Reimerdes aus, daß die Promenaden-Kommission sich dahin schlüssig geworden sei, sämtliche alten Türme mit Efeu oder Kletterwein zu bepflanzen, damit das wenig schöne Mauerwerk möglichst verdeckt werde. Zur Verhinderung des dem Rankenberg sehr nachteiligen Tropfenfalles sei jedoch zunächst die Anbringung einer Rinne erforderlich, die im vorliegenden Fall etwa 300 M. Unkosten verursache. Herr Schemmann gibt anheim, ob es nicht zweckmäßig sei, die sämtlichen noch gebenden alten Walltürme abzubrechen. (Lebhaftes Oho von verschiedenen Seiten). Freundliche Erinnerung knüpft sich keineswegs an diese Türme, sie seien lediglich Denkmäler mittelalterlicher Rauheit, die auch der Verschönerung des Stadtbildes in keiner Weise zustatten käme. (Lebhafter Widerspruch). In historischen Erinnerungen werde durch Erhaltung der Vitischanze Genüge getan. Herr Erdbrink bemerkt, daß er hinsichtlich des " Plümers Turm" schon früher einen ähnlichen Antrag gestellt habe, der jedoch unter Hinweis auf historische Rücksichten ebenfalls als nicht diskutabel bezeichnet worden sei. Herr Middendorff hofft nicht, daß die Anregung des Herrn Schemmann Unterstützung finden werde; diese alten Zeugen der früheren Befestigungen dürfe man unter keinen Umständen verschwinden lassen, er werde niemals einwilligen, sie dem Erdboden gleichzumachen. Herr Senator Reimerdes schließt sich den Ausführungen des Vorredners vollständig an. Diese alten Wahrzeichen der Stadt müßten auf jeden Fall stehenbleiben, diese Ansicht habe auch Gartendirektor Tripp auf dem letzten Städtetage ganz entschieden betont mit dem Bemerken, daß solche charakteristische Denkmäler erhalten werden müßten. Osnabrück sei keine neue, sondern eine alte, geschichtlich denkwürdige Stadt, und darauf sei man stolz. Deshalb solle man jene Wahrzeichen aber auch nicht niederreißen, sondern sie zu erhalten und, wie beabsichtigt, nach außen hin möglichst freundlich auszugestalten suchen.
Senator Haarmann: Ich schließe mich den beiden letzten Herren Vorrednern an und bitte sie, diese alten ehrwürdigen Denkmäler nicht anzutasten. Sollen sie einmal niedergelegt werden, so wollen wir das denen, die nach uns kommen, überlassen, wir aber wollen uns an diesen Denkmälern nicht versündigen. Vom rein geschäftlichen Standpunkt aus betrachtet kostet das Abbrechen der Türme auch eine Summe Geld. (Zwischenbemerkung des Herrn Schemmann: Das bekommen wir wieder fürs Material!); nun, jedenfalls gewinnen wir dabei nichts. Was dann den Einwand des Herrn Schemmann betreffend, die Verunzierung des Stadtbildes durch die Türme betrifft, so habe ich bis jetzt noch nicht gehört, daß sich jemand in diesem Sinne ausgesprochen hat. Das Gegenteil ist der Fall. Die Fremden, die nach Osnabrück kommen, fragen sich verwundert, was das für Türme sind und interessieren sich dafür. Also nicht bloß die Osnabrücker, sondern auch die Fremden nehmen ein Interesse daran, denn wir haben doch allen Grund, den Fremden die Stadt so interessant, wie nur möglich zu erhalten. Ich bitte Sie, davon Abstand zu nehmen und dem hier angeregten Gedanken nicht näher zu treten.
Oberbürgermeister Westerkamp: Der Magistrat werde auf die von Herrn Schemmann gegebene Anregung niemals eingehen. Der ideale Standpunkt bedinge die Erhaltung der Türme, sie seien von hohem historischen Wert. Gerade durch diese historischen Denkmäler unterscheide sich Osnabrück von den modernen Städten. .... Wolle man diese ehrwürdigen Zeugen niederreißen, die Peripherie der Stadt sozusagen nivellieren, so werde nur etwas mehr Platz für die Spaziergänger geschaffen, das sei aber auch alles. Und dafür solle man der Satdt äußerlich die alten historischen Erinnerungen nehmen. Die Stadtverwaltung werde diesem Gedanken niemals nähertreten können. Im übrigen erklärt Redner sich für Bewilligung der Kosten zwecks Anbringung der Dachrinne am Bürgergehorsam. Herr Droop möchte noch 20 M. mehr bewilligt sehen, damit der Turm notwendig gereinigt und von den Leuten wieder betreten werden könne, er (Redner) stelle die Anfrage, wer denn schon einmal in diesem Turm gewesen sei. Herr Oberbürgermeister Westerkamp: Der Turm ist weniger sehenswert wegen seiner inneren Einrichtung, für seine Erhaltung sind in erster Linie historische Gründe maßgebend. Im übrigen, Herr Droop, soll Ihrem Wunsch entsprochen werden. Wir werden den Turm inwendig wieder als " Bürgergehorsam" einrichten lassen (Große Heiterkeit). Mit Bewilligung der beantragten 300 M. schließt die Debatte über diesen Punkt.


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