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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Local- und Provinzial-Nachrichten.
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück, 5. Juli. Seit einem Jahre Besteht hier für die gesundheitlichen Interessen der Stadt ein Gesundheitsrath, zusammengesetzt aus einigen Mitgliedern der städtischen Collegien, denen noch Aerzte, ein Apotheker, der Polizei-Inspector und eine Anzahl von Vertrauensmännern in den vier Stadtvierteln begefügt sind. Nach längerer Unterbrechung hielt derselbe wieder eine öffendliche Sitzung , bei welcher aber das Publikum fehlte. In derselben brachte Bürgermeister Detering einen Bericht vor über die gesundheitlichen Verhälznisse unserer Stadt und über die bisherige Thätigkeit des Gesundheitsrathes, aus dem wir das Wesentliche hier mittheilen. Aus dem Bericht ging hervor, daß die gesundheitlichen Verhältnisse hier derartgi sind, daß sie das Zusammenwirken aller Kräfte zur Besserung derselben erfordern, wozu auch dringend aufgefordert wurde. Besonders wurde hingewiesen auf die fortwährend hier gestiegene Sterblichkeit. Auf 1000 Personen betrug sie im Jahre 1870 erst 27, 7, im Jahre 1871 schon reichlich 29, im Jahre 1872 aber schon 30, im Durchschnitt 28 ½. London hat hingegen jetzt nur 20 - 22, Frankfurt a. M. sogar nur 18 aufgewiesen. -- Mit der gestiegenen Einwohnerzahl ist natürlich auch die Zahl der Todesfälle gestiegen. Im Jahre 1870 auf 609, im folgenden auf 698, im vorigen Jhre auf 721, doch sind darunter am meisten Kinder bis zum 5. Lebensjahre. Bei diesen waren die Krankheits-Erscheidungen meist Schalach, MAsern ec. Von epidemischen Krankheiten kamen die bösartigen Blattern in den 3 letzten Jahren vor, wo im Ganzen 436 Personen daran erkrankten. Im vorigen Jahre erkrankten 21, wovon 1 starb, in der ersten hälfte dieses Jahres 7, von denen 3 starben. Die Cholara trat zuletzt 1866 auf, wo von 37 Erkrankten 17 starben. Hinsichtlich der öffentlichen Gesundheitspflege ist das Bestreben dahin gerichtet, durch Entfernung und Abhaltung aller nachtheiligen Einwirkungen und durch Befärderung des allgemeinen Wohlbefindens die Krankheits- und Todesfälle zu vermindern. Als darauf hinzielende Schritte sind zu betrachten die Errichtung der beiden hiesigen Krankenhäuser, der Ausbau des städischen Sielnetzes, welches in seinen Hauptlinien auch schon in den meisten Nebenlinien vollendet ist und Spülung hat. Durch dasselbe werden die athmosphärischen Niederschläge, so wie alle abzuführenden Spül- und Schmutzwasser nebst sonstigen lästigen und schädlichen Flüssigkeiten abgeleitet, auch der Stand des hohen Grundwassers erniedrigt, und dadurch werden dem Boden gesundheitswidrige Theile entzogen. Vom gesundheitsrathe wurden die einzelnen Bezirke der Stadt genau untersucht, um betreffende Uebelstände zu entdecken und auf deren Abstellung hinzuwirken. Namendlich ist das Bestreben dahin gerichtet, daß die öftere Reinigung der Zwischengossen überwacht und die Latrinen öfter gereinigt werden, wozu auch eine Maschine Gelegenheit bietet, doch sind die Kosten dafür noch zu hoch.
Ferner wird dahin getrachtet, der Wohnungsnoth abzuhelfen und zu veranlassen, daß die Wohnungen der Gesundheit zuträglicher werden. Allerdings ist die durchschnittliche Zahl der Bewohner in einem Hause seit 1852 hier in der Stadt von 9 auf 11, in der Stadt-Feldmark von etwa 8 ca. 12½ gestiegen. Wenn möglich wird dahin gestrebt, daß die Bauten auch etwa Hof- und Gartenraum bleibt. Die Polizei und beauftragte Sachverständige überwachen den Verkauf von Lebensmittel auf den Wochenmärkten. Trichinen sind bisher in amerikanischen Schweinefleich noch nicht angetroffen. Die Abfälle aus den Schlachtereien sollen täglich aus dem Thore geschafft werden. Die Stadt hat eine neue zweckmäßige öffendliche Badestelle angelegt. Neuerdings soll wieder eine Untersuchung des Brunnenwassers zunächst in einigen bestimmten Straßen vorgenommen werden. Die Einrichtung eines Schlachhauses und einer Wasserleitung bleibt einer spätern Zeit vorbehalten.
Mitglieder des Krieger-Vereins haben in der gestern Abend abgehatenen Hauptversammlunf beschlossen, morgen die beabsichtigte Sommerfahrt per Bahn mit dem Zuge um 10 Uhr nach Melle und dem freundlichen ..... zu machen, wobei die Ercursion auch bis zur Dietrichsburg und nach Ostenwalde ausgedehnt werden soll.


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