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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
"Früher hat man nur ein Loch gegraben..."
Zwischenüberschrift:
10. Baumpflegetage - Kritik ernstgenommen
Artikel:
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Originaltext:
  Wenn sich die Linden auf der Großen Domsfreiheit besser entwickeln als die vor knapp einem Jahr abgesägten Alleebäume, dann werden sich die Veranstalter der Osnabrücker Baumpflegetage gegenseitig auf die Schulter klopfen. Durch den alljährlichen Erfahrungsaustausch inspiriert, haben die Stadtgärtner ein Verfahren entwickelt, das den Wurzeln der Linden mehr Freiräume verschaffen soll. Die Baumpflegetage finden in dieser Woche zum 10. Mal statt. In der Stadthalle werden heute 450 Teilnehmer aus Deutschland, der Schweiz, Dänemark, Schweden und den Niederlanden erwartet. Referenten kommen sogar aus Japan und den USA.
  Klaus Schröder vom Grünflächenamt der Stadt und Prof. Dr. Horst Ehsen von der Fachhochschule sind die beiden Initiatoren der Baumpflegetage und haben für ihr Engagement nicht nur Lorbeer geerntet, sondern auch beißende Kritik einstecken müssen. Ausgerechnet in Osnabrück, im " Mekka der Baumpflege", machte sich der Geographie-Professor Dr. Gerhard Hard lustig über die Experten, die mit technokratischen Blick am lebenden Grün " herumdoktern".
  Heute schlagen die Wellen nicht mehr so hoch. Glaubt man Ehse und Schröder, dann haben die Baumpfleger die Kritik ernstgenommen und ein neues Selbstverständnis entwickelt. Als sichtbaren Ausdruck für den Wandel bezeichnen sie die neue " ZTV Baumpflege", eine Art DIN-Vorschrift für den Umgang mit Stadtbäumen.
  Ein Dauerbrenner in der Diskussion waren lange Zeit die sogenannten Wundverschlußmittel, mit denen offene Stellen im Holz vor dem Eindringen von Pilzsporen geschützt werden sollten. Die Kritiker bezeichneten solche Mittel als unwirksam, wenn nicht gar schädlich.
  Inzwischen sehen die Baumpfleger die Sache ähnlich: In der neuen ZTV heißt es, Äste sollen nur noch abgesägt werden, wenn sie fünf, allenfalls zehn Zentimeter dick sind. Und falls es doch größere Wunden gebe - zum Beispiel durch Verkehrsunfälle - dann empfehle es sich, nur den Rand mit dem Wundverschlußmittel einzustreichen, denn dort befindet sich das lebende Holz, das feuchtgehalten werden muß.
  Solche Erkenntnisse verdanken die Baumpfleger dem Münchner Diplom-Forstwirt Steffen Wiebe. Er hat in seinen Versuchsreihen die neuen Erkenntnisse zur Wundbehandlung erarbeitet. Wiebe ist nicht zum ersten Mal unter den Referenten der Osnabrücker Baumpflegetage. Ebenso der holländische Diplom-Ingenieur Jitze Kopenga, der seit zehn Jahren Erfahrungen mit Lava zur Auflockerung der Wurzelbereiche sammelt.
  Seine Empfehlungen und die von Prof. Hans-Joachim Liesecke aus Hannover sind in die Gestaltung der großen Domsfreiheit eingeflossen: Bis in 1, 50 Meter Tiefe wurden Lavabrocken geschüttet, zwischen denen dauerhaft Hohlräume bleiben. Klaus Schröder vom Grünflächenamt betont, daß dieser Untergrund zugleich standsicher sei und der freien Entfaltung der Wurzeln genug Raum biete.
  Auch das ist eine Erkenntnis der Baumpfleger: " Früher", sagt Klaus Schröder, " hat man ein Loch gegraben und einen Baum reingepflanzt." Doch lange Zeit sei übersehen worden, daß der Straßenbau schon seit den 50er Jahren mit neuen Methoden arbeite. Unter der Straßenoberfläche sei die Bodenverdichtung so stark, daß keine Wurzel mehr durchdringen könne. Die Antwort der Baumpfleger ist das Verfahren, wie es jetzt auf der Domsfreiheit realisiert wird.
Autor:
rll


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