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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Neue Biologie ist siebenmal größer als "Moskau"
Zwischenüberschrift:
Klärwerk filtert bald auch Stickstoff
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrücks größte Baustelle ist zur Zeit das Klärwerk in Eversburg. Für rund 60 Millionen DM wird die Anlage auf den neuesten Stand der Technik gebracht, damit kein Wässerchen aus Osnabrück die Hase, die Ems und die Nordsee trüben kann. Wenn die neue Reinigung planmäßig Anfang 1994 in Betrieb geht, sollen nur noch minimale Spuren an Stickstoff und Phosphor in den Ablauf fließen. Klärwerksleiter Hans Schnier ist überzeugt: " Im Vergleich mit Städten ähnlicher Größe haben wir die Nase vorn!"

Erschwert werden die Arbeiten durch den Umstand, daß die vorhandene Anlage während der ganzen Bauzeit weiterlaufen muß - und zwar mit voller Leistung. Deshalb wird die biologische Stufe nicht nur erweitert, sondern komplett neu gebaut. Wahrend die alten Belebungsbecken soviel Wasser fassen, wie das gesamte Neustadter Freibad (" Moskau"), paßt in die neuen exakt siebenmal soviel, nämlich 45000 Kubikmeter. Das ganze ist in vier Reinigungsstufen unterteilt, die unabhängig voneinander arbeiten können, falls Wartungs- oder Reparaturarbeiten eine Unterbrechung erfordern.

Von Anfang an sollen die neuen Becken abgedeckt werden, damit für die, Nachbarn des Klärwerks keine Geruchsbelästigung entsteht. Stadtdirektor Dr. Jörn Haverkämper berichtete, daß die " Käseglocke" nicht, wie ursprünglich vorgesehen, erst bei Bedarf nachgerüstet, sondern sofort installiert werden solle. Das habe der Verwaltungsausschuß beschlossen. Auf den geraden Abschnitten wird eine Kunststoffabdeckung über die Becken gelegt, in den Kurvenabschnitten schirmen Betonplatten die " Düfte" ab.

Mit dem Ausbau der biologischen Reinigungsstufe setzt die Stadt auf eine neue Erkenntnis: Bis vor zwei Jahren war es noch üblich, Phosphor auf chemischem Wege aus dem Abwasser zu entfernen. Doch dabei wären höhere Salzfrachten für die Hase und ein größerer Schlammanfall für den Piesberg unvermeidlich geworden. Die " Bio-Stufe" arbeitet sauberer.

Rund drei Tonnen Stickstoff fließen dem Klärwerk Tag für Tag zu. Kein Gramm davon konnte die alte Kläranlage zurückhalten. Die neue filtert immerhin fünf Sechstel davon aus. Beim Phosphor (täglich 550 Kilo) kommt die neue Reinigungsstufe auf einen Wirkungsgrad von 90 Prozent - die alte schaffte nur 18 Prozent.

Fragt sich nur, was die Stadt mit den alten Belebungsbecken machen soll, die in anderthalb Jahren überflüssig werden sollen. Abreißen wäre zu schade, meint Klärwerksleiter Heinz Schnier. Er hat schon eine Idee: In den Becken könnte das Regenwasser gereinigt werden, das bisher Völlig ungeklärt in die Hase strömt.,

Gerade der erste Schub, sagt Schnier, sei übel verschmutzt, vor allem nach längeren Trockenperioden, Ölablagerungen, Staub und Rußpartikel könnten also in Eversburg herausgefiltert werden, damit es der Hase, der Ems und der Nordsee noch besser geht, rll

Bilduntertitel
GROSSBAUSTELLE KLÄRWERK: Vier Nachklärbecken sind in Arbeit. Schon die Fundamente schlucken Massen von Beton. Fotos Gert Westdörp

KLÄRWERKSLEITER SCHNIER: " Wir haben die Nase vorn!"

Die ersten Wände stehen schon: Bauarbeiter lassen ein Nachklärbecken entstehen.
Autor:
rll


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