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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Großangriff gegen das Gift im Boden
Zwischenüberschrift:
Altlasten stellen die Stadt vor Probleme
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Vor einem riesigen Aufgabenberg stehen die Mitarbeiter des Umweltamtes bei der Bewältigung von Altlasten In der Stadt. Rund 500 Verdachtsflächen sind mittlerweile bekannt. Welcher Gefährdungsgrad von ihnen ausgeht, muß noch herausgefunden werden. " Gefahrerforschung" betreibt das Umweltamt mit Hilfe von Gutachtern, die im Labor die Schadstoffbelastung exakt analysieren. In diesem Jahr stehen dafür 350 000 UM zur Verfügung, nicht eben viel, wenn allein ein Gutachten schon 30 000 DM kostet.

Eine bekannte " ökologische Zeitbombe", das Gelände der Tolo-Chemie an der Süsterstraße, soll noch in diesem Jahr entschärft werden. Dabei soll ein raffiniertes Verfahren gewählt werden, um den verseuchten Boden von gasigen Stoffen zu befreien und das verschmutzte Grundwasser zu reinigen. Die " flüchtigen" Giftmoleküle wollen die Experten mit einem Unterdrucksystem absaugen. Das geschieht mit Hilfe von speziellen Sonden, über die die Schadstoffe in einen Filter abgeleitet und dort neutralisiert werden.

Die Grundwasser-Wäsche läuft dagegen auf eher simple Art und Weise ab. Mit Pumpen, die in die wasserführenden Schichten in drei Meter und 16 Meter Tiefe eingelassen werden, soll die Flüssigkeit nach oben gefordert werden. Der Reinigungsprozeß erfolgtüber Aktiv-Kohlefilter, die hintereinandergeschaltet sind. Das gereinigte Wasser wird anschließend über " Schluckbrunnen" zurückgeführt. Ist die Kapazität des Filters erschöpft, schaltet sich die Anlage automatisch aus. Nach Worten von Amtsleiter Wolfgang Gemba ist die Gefahr einer großen Verunreinigung nicht gegeben. Die Fließgeschwindigkeit " unter Tage" liege bei acht Meter pro Tag. Gemba: " Das Grundwasser läuft etwa 10 000 mal langsamer als Oberflächenwasser".

Stadtdirektor Dr. Jörn Haverkämper als zuständiger Dezernent ist sicher, daß schon in den nächsten Wochen mehr Bewegung in das Thema Altlasten kommt. Grund für seinen Optimismus ist ein neuer Mitarbeiter im Umweltamt. Ein Hydro-Geologe, der am 1. April als Abteilungsleiter antritt, gilt als ausgesprochener Altlasten-Experte. Haverkämper hofft aber auch auf Geld aus Hannover, aus dem sogenannten Altlasten-Programm des Landes. Für die Untersuchung von 93 wilden und genehmigten ehemaligen Müllkippen erwartet die Stadt einen 50prozentigen Zuschuß, was immerhin rund 70 000 DM ausmachen kann.

Wolfgang Gemba geht bei den 500 Verdachtsflächen davon aus, daß von etwa 10 Prozent eine so große Gefährdung ausgeht, die eine Beseitigung der Schadstoffe erfordert. Dabei wird der Eigentümer des Geländes zur Kasse gebeten. Doch dieser Ablauf bezieht sich lediglich auf die Kosten für die Beseitigung. Stellt der Gutachter bei einer Verdachtsfläche fest, daß der Gefährdungsgrad gering ist, bleibt die Stadt auf den Kosten der Untersuchung hängen.

Die Altlasten-Fahnder zielen natürlich besonders auf Wasserschutzgebiete, wie in Düstrup. In dem riesigen Einzugsbereich sind rund zehn Ablagerflächen zwar bekannt, nicht aber deren Inhalte. Das Untersuchungsprogramm sieht hier beispielsweise auch neue Beobachtungsbrunnen und Grundwasserspiegel vor. Gemba: " Eines steht schon fest: der Nitratgehalt hat zunehmende Tendenz".

Neben der Stadt ist übrigens auch das Land auf Schadstoff-Spurensuche auf dem Stadtgebiet. Nach Hinweisen auf die alte Munitionsfabrik auf dem Limberg, laufen auf dem heutigen Kasernengelände der britischen Streitkräfte Untersuchungen, pr-

EINE UMWELTSPUR ziert jetzt die Sutthauser Straße stadteinwärts zwischen Autobahnbrücke und Bushaltestelle Haus Neuerkamp. Sie darf von Bussen und Radfahrern gemeinsam genutzt werden. Für die Stadtplaner ist dies eine " Versuchsstrecke" für die Natruper Straße, die eventuell In beiden Richtungen eine Umweltspur erhalten soll. Gleichzeitig wurde gestern auf der Sutthauser Straße das Tempolimit reduziert: Nicht mehr 70, sondern nur noch 50 km/ h darf auf dem vierspurigen Teilstück gefahren werden. Neu ist auch eine Ampel an der Einfahrt zur Baustraße, die das Gewerbegebiet Burenkamp erschließen soll. Foto: Jörn Martens

" ÖKOLOGISCHE ZEITBOMBE" an der Süsterstraße: Das Gelände der Tolo-Chemie soll noch in diesem Jahr " entschärft" werden.

Foto:
Michael Hehmann
Autor:
pr-


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