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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Durch die Hintertür
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
" Der sollte sowieso weg", entfuhr es Stadtbaurat Klöcker, als er von dem Ahornbaum sprach, der seinen Schatten bis zum Sommer auf den Fußgängerüberweg zwischen dem Heger Tor und dem Akzisehaus geworfen hat. Vor einigen Monaten hieß es noch, der Baum müsse gefällt werden, weil er krank sei. Wenn nicht schnell gehandelt werde, drohe er beim nächsten Sturm umzustürzen.
Aber wenn der Ahorn " sowieso" weg sollte, drängt sich die Frage auf, ob die Krankheit vielleicht nur als Vorwand diente. Zumindest kam sie den Planern sehr gelegen. Jetzt kommt das Verkehrskonzept von 1985 durch die Hintertür: Zusätzliche Fahrspuren werden gefordert, damit dem angeblich wachsenden Verkehrsaufkommen Rechnung getragen werden kann.
Dabei unterliegen die Planer immer wieder der Fehleinschätzung, daß ihr Handeln Problem löst. Aber das Gegenteil ist der Fall: Je reibungsloser der Verkehr fließen kann, desto rasanter nimmt er zu. Und damit stellt sich spätestens nach zwei oder drei Jahren die Frage, wo die nächste zusätzliche Fahrspur abgeknapst werden kann. Und die angenommenen Verkehrsströme bestätigen sich als selbsterfüllte Prophezeiungen.
Um die Notwendigkeit solcher Straßenverbreiterungen zu unterstreichen, wird mit besonderer Vorliebe der öffentliche Nahverkehr bemüht. Aber die zusätzlichen Busspuren sollen dazu beitragen, daß der Autoverkehr freie Fahrt hat!
Vor drei Jahren gingen die Planer noch einen Schritt weiter und forderten die Abschaffung der Fußgängerampel zwischen dem Heger Tor und dem Stüvehaus. Lautstarker Protest hat diesen Unfug verhindert. Aber die anderen Punkte des damaligen Konzepts sind plötzlich wieder aktuell. Als " Mitteilung" getarnt, passierte der Tagesordnungspunkt beinahe unbemerkt den Planungsausschuß.
Dieses Verfahren erinnert an die Hartnäckigkeit, mit der die Bauverwaltung vor einigen Jahren an der Verschwenkung der Lotter Straße festhielt. Und jetzt kommt die nächste Überraschung. Offenbar war es ein Fehler, die Pläne in der Schublade zwischenzulagern. Sie hätten von Anfang an in den Papierkorb gehört!
Autor:
Rainer Lahmann-Lammert


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