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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Schon 1929: Die Hase verpestet
Zwischenüberschrift:
Osnabrücker unter Bundespreisträgern
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Verdutzt schauten acht Schüler des Gymnasiums Carolinum, als sie in einem Fachbuch vom Ende des letzten Jahrhunderts einen Aufsatz über " Die Einwirkung des Rauchens auf die Vegetation" fanden. Was heute als ,, Waldsterben" in aller Munde ist, war also schon vor 100 Jahren bekannt. Mehr zufällig stießen die Schüler auf diesen Text als sie über die Entwicklung der Müllbeseitigung in Osnabrück arbeiteten. Sie gewannen damit jetzt einen von mehreren fünften Preise des unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident von Weizsäcker veranstalteten Schülerwettbewerbes ,, Umwelt hat Geschichte".

Noch besser schnitten zwei Abiturienten der Ursulaschule ab: Jörg Zinke und Christian Schneller (beide 20) konnten sich bei dem Wettbewerb mit ihren Nachforschungen über die Verschmutzung der Hase von 1929—1939 einen von mehreren dritten Preisen sichern. Ihre mehrmonatige Arbeit, in der sie besonders die Abwassereinleitungen der Firma Schoeller unter die Lupe nahmen, zahlte sich aus: Außer 1000 Mark gewannen die beiden eine Reise.

Die jungen Männer bekamen heraus, daß im Jahre 1929 die Verschmutzung der Hase unter den Osnabrückern ein vieldiskutiertes Thema war. Schlagzeilen wie " Die Hase verpestet" oder ,, Die Hasekatastrophe" hätten sie in alten Zeitungen gefunden, berichtet Zinke. Die Sache sei ans Tageslicht gekommen, als die Hase ausgetrocknet gewesen sei und stinkender Faulschlamm am Boden die Anwohner aufgeschreckt habe. Schoeller sei damals der Hauptverschmutzer gewesen, resümieren die Schüler.

Nach einem Gutachterstreit habe die Firma jedoch reagiert und ein Klärbecken und einen Abwasserkanal in Betrieb genommen. Heute sei die Situation nahezu ideal: ,, Direkt unter dem Abwasserkanal schwimmen Fische", sagt Schneller.

Während sie bei der Anfertigung ihrer Arbeit große Unterstützung von Betriebsangehörigen erhalten hätten, hatten die Caro-Schüler bei vielen Gesprächspartnern den Eindruck, nur die halbe Wahrheit zu erfahren. Sie packten in ihrer Arbeit auch ein so heißes Eisen wie das Problem ,, Schneppersche Tongrube" an.

Vorläufer der Zentraldeponie Piesberg, die 1976 in Betrieb genommen wurde, waren mehrere kleine Müllhalden außerhalb des Stadtgebietes. Zwischenzeitlich sei der Unrat auch einfach auf die Felder gekippt worden, erfuhren die Schüler.

Die jungen Forscher beließen es allerdings nicht bei der geschichtlichen Betrachtung, sondern zeigten in ihrer Arbeit auch Alternativen zur Müllbeseitigung von der Verbrennung über die Kompostierung bis zu Formen des Recyclings auf.

Eine Feststellung haben beide Arbeitsgruppen gemacht: Umweltbewußtsein besaß die Bevölkerung schon vor über hundert Jahren, doch war es im Vergleich zu heute noch sehr schwach entwickelt und bezog sich nur auf Probleme vor der eigenen Haustür. La

Bilduntertitel
MIT DEN ABWASSEREINLEITUNGEN der Papierfabrik Schoeller haben sich die beiden ehemaligen Schüler des Ursula-Gymnasi-ums Christfan Schneller und Jörg Zinke beschäftigt. Für Ihre Arbeit bekamen sie einen dritten Preis des Bundeswettbewerbes " Umwelt hat Geschichte". Foto: Elvira Gotthardt
Autor:
La


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