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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Garten statt Verschwenkung
Zwischenüberschrift:
Museum: Vorentwürfe im Rathaus vorgestellt - Lob für polnischen Architekten
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Garten statt Verschwenkung - Museum: Vorentwürfe im Rathaus vorgestellt - Lob für polnischen Architekten

Der Verzicht auf die Verschwenkung der Lotter Straße eröffnet städtebauliche Perspektiven: Aus dem Garten hinter den beiden Museumsgebäuden, der bis zum Lanzengitter an der Lotter Straße reicht, soll ein zusammenhängender Park werden. Recht konkrete Vorentwürfe hat der polnische Architekt Professor Dr. Zbigniew Pininski ausgearbeitet, der seit 1981 in Darmstadt lebt. Im Rathaus gab es breite Zustimmung, als Pininski in einer gemeinsamen Sitzung von Planungs-, Bau-, und Kulturausschuß seine Gestaltungsvorschläge präsentierte. Anders als im Rat scheint es in der Verwaltung allerdings Widerstände gegen die Pläne zu geben. Kritiker rechnen mit sehr hohen Kosten und einer Vernachlässigung denkmalpflegerischer Interessen.
Pininski will aus den beiden Museumsgebäuden am Wall eine Einheit machen - allerdings nicht mit einer Brücke oder einem Zwischenbau, sondern mit einer großzügigen Pergola. Grün hat in dem Entwurf des Ex-Warschauers einen hohen Stellenwert, vor allem vertikales Grün (etwa in Gestalt dreidimensionaler Rankgitter auf den fensterlosen Fassaden der Rückseite) soll Akzente setzen.
Wo einst eine Autoschneise entstehen sollte, will der Professor eine Abkürzung für Fußgänger herstellen. Wege und Pflasterungen treten in den Plänen Pininskis aber bescheiden in den Hintergrund. Es sollen Freiräume entstehen für eine künstlerische Gestaltung. Eine der Vorgaben lautete schließlich, aus dem Hinterhofgelände könnte ein Skulpturengarten werden.
Vorläufig stellt sich die Fläche als " Autogarten" dar. Pininski will das Blech verbannen. Maximal zehn Stellplätze könnten nach seiner Vorstellung südlich der Schlikkerschen Villa geschaffen werden. Mehr sei nicht nötig, denn Museumsbesucher seien bereit, 250 Meter Fußmarsch bis zur nächsten Tiefgarage in Kauf zu nehmen.
Bei der Gestaltung der Fläche ging Professor Pininski von einer Beibehaltung der bestehenden Dreiteiligkeit aus, er sprach sogar von einer " Dreieinigkeit": Da ist zum einen der Garten der Schlikkerschen Villa mit der kleinen Fontäne, die der Architekt einer größeren Wasserfläche zugeordnet sehen möchte. Etwas andere Akzente soll der zweite Teilbereich bekommen, der dem Kulturgeschichtlichen Museum zugeordnet ist. Und als dritte Komponente sieht der Planer das Umfeld des Akzisehauses mit dem heutigen Kinderspielplatz.
Entlang der Lotter Straße ist ein kleiner Barockgarten vorgesehen, hinter dem Akzisehaus ein kleines Lapidarium, eine Wandelfläche mit Freiplastiken. Und am Nordflügel des Museumsgebäudes möchte der Architekt zur Straßenseite hin ein Cafè einrichten, das als " kulturorientierter Treffpunkt" für eine gewisse " Belebung dieser Ecke" sorgt.
Die zitierte " Dreieinigkeit" wünscht Pininski mit Hilfe wiederkehrender Leitmotive herzustellen; räumliche Verbindungen, " die viel Luft lassen", sollen die markanten Punkte miteinander verbinden. Dazu gehören Pergolen, unter anderem mit Rosen berankt.
Ratsherren der unterschiedlichsten Coleur sparten nicht mit Lob für Pininskis Vorentwurf. Stadtbaurat Franz-Josef Klöcker sprach von einem " großen Entwurf". Ohne Widerspruch entschieden sich die Ausschußmitglieder in einer gemeinsamen Empfehlung, den Architekten auch mit der Detailplanung zu beauftragen.
Lediglich in städtischen Dienststellen wurden Vorbehalte laut: Auf Kritik stößt vor allem, daß der Haupteingang der Schlikkerschen Villa unter einer Pergola " verschwinden" könnte, daß bei der Festlegung auf einen Barockgarten entlang der Lotter Straße die traditionelle Osnabrücker Gartenkultur aufgegeben würde und daß ein Cafè zwischen Museum und Akzisehaus den dringend benötigten Raumbedarf für eine Tischlerwerkstatt des Museums verbauen würde.
Mit der letztgenannten Kritik wurde Professor Pininski in der Ausschußsitzung konfrontiert. Sein Kommentar: Eine so großzügige Planung dürfe nicht an einer solchen Kleinigkeit scheitern. rll
Autor:
rll


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