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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
"Wir sammeln weiter Unterschriften!"
Zwischenüberschrift:
Skepsis bei der Initiative gegen Wallausbau
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
" Wir sammeln weiter Unterschriften!" - Skepsis bei der Initiative gegen Wallausbau

Für die CDU/ FDP-Gruppe ist nicht nur die Verschwenkung der Lotter Straße vom Tisch, sondern auch der Ausbau des Heger-Tor-Walles, dem die Verwaltung schon den Fußgängerüberweg vor dem Stüvehaus opfern wollte (wir berichteten). In der Gruppensitzung einigten sich CDU und FDP am Montagabend auf die Formel, daß die Gesamtverkehrsfläche am   Heger-Tor-Wall nicht verändert werden soll. Damit, meinte CDU-Fraktionschef Dr. Bernhard Schomakers, dürften sich auch die Bürgerinitiative und ihre Unterschriftensammlung erübrigen. Die Initiative sieht das anders: " Wir machen weiter!" sind sich die engagierten Anwohner einig.
Mehr als 500 Unterschriften hat die Initiative gegen den Wallausbau in den wenigen Wochen ihres Bestehens gesammelt. Dr. Ernst Baumann und seine Mitstreiter wollen erreichen, daß dem Autoverkehr keine weiteren Zugeständnisse gemacht werden. Zusätzliche Abbiegespuren, wie sie vom Stadtplanungsamt vor einigen Monaten ins Gespräch gebracht worden sind, lehnt die Initiative kategorisch ab: " Wir wollen keinen achtspurigen Wall."
Daß sich die CDU/ FDP-Gruppe nun inhaltlich dieser Forderung angeschlossen hat, stößt dennoch auf Skepsis: " Ich glaube nicht, daß das vom Tisch ist", meint Daglind Breitenkamp, die sich als Bewohnerin des Heger-Tor-Viertels ebenfalls gegen die Pläne der Verwaltung engagiert: " Ich sammle weiter Unterschriften."
Nach Ansicht der Initiative ist die Formulierung der CDU/ FDP-Gruppe zu unverbindlich: " Das ist reiner Bluff im Vorwahlkampf", sagt Ernst Baumann, der auf ein eindeutiges Votum des ganzen Rates hofft.
Nach seiner Einschätzung werde das Stadtplanungsamt nach der Kommunalwahl erneut den Ausbau des Walls fordern, so wie es jahrelang an der Verschwenkung der Lotter Straße festgehalten habe.
Die umstrittenen Punkte kamen im November 1985 auf den Tisch - kurze Zeit, nachdem der Planungsausschuß den Verzicht auf die Verschwenkung beschlossen hatte. Die vorgesehenen Maßnahmen im einzelnen:
- Eine zweite Abbiegespur für den Verkehr, der vom Heger-Tor-Wall in die Lotter Straße einbiegt (ein geschützter Ahornbaum müßte gefällt werden);
- eine zusätzliche Busspur auf dem Wall zwischen Lotter Straße und Dielingerstraße;
- eine separate Rechtsabbiegespur für den Verkehr, der vom Heger-Tor-Wall in die Dielingerstraße fährt;
- neue Radwege im gesamten Knotenbereich;
- der Verzicht auf den Fußgängerüberweg zwischen Heger Tor und Stüvehaus.
Der letzte Punkt war auf besondere Kritik gestoßen, zumal die Ampel schon heute die Rotzeiten für Fußgänger verlängert, wenn der reibungslose Verkehrsablauf gefährdet ist. In Anhörungs- und Bürgerversammlungen hagelte es Kritik an diesen Plänen der Stadt.
Die nach Ansicht von CDU-Fraktionschef Dr. Bernhard Schomakers " verständliche Unruhe in der Bevölkerung" scheint aber auch nach der Vorentscheidung in der CDU/ FDP-Gruppe nicht vom Tisch   zu sein. rll

So war es früher am Wall - Eine 77jährige Osnabrückerin erinnert sich

Nicht immer war der Wall eine breite Straße. Erst 1875 wurde er am Heger Tor geschleift, die Steine dienten als Baumaterial für öffentliche Gebäude. Wie es früher war am Wall, berichtet die 77jährige Rahel Baumann, die an der Rolandsmauer aufgewachsen ist und auch heute noch dort wohnt. Rahel Baumann fände es jammerschade, wenn der heutige noch verbliebene Grünstreifen auf dem Heger-Tor-Wall durch verkehrsgerechte Planungen weiter an Substanz einbüßen müßte. Deshalb sammelt sie Unterschriften für den Erhalt der Anlage.
Sie erinnert sich: " Meiers, im Haus Rolandsmauer Nr. 9, hatten eine Ziege, Hühner und Katzen. Und weil ich, wie viele Kinder, tierlieb war, zog es mich hin und wieder dorthin. So kam es, daß Hümpelchen, wie sie im Volksmund wegen ihres Hüftleidens hieß - sie war eine liebe alte Dame von wohl mehr als 70 Jahren - mir erzählte, daß es ja in ihrer Kindheit hier ganz anders ausgesehen hat. Gespielt habe sie auf dem damals noch hohen Wall und das Wasser mußten sie auch von einer dortigen Pumpe holen. Dann aber sei der Wall mit viel Mühe und Arbeit und sehr viel Schmutz abgetragen worden. So wurde der einstige Schutzwall zu einer Promenade mit hübschen Blumenbeeten und vielen großen Bäumen, darunter einer Akazie und einer dickstammigen Weichsel, deren Blütenduft ich heute noch verspüre, wenn ich daran denke.
Daß diese schönen Wallanlagen dem Verkehr weichen mußten, ist sehr bedauerlich. Umso mehr, als sie die alten Baudenkmäler wie das Heger Tor und die verschiedenen Wehrtürme einschlossen, die von Osnabrücks alter Geschichte erzählen. Übriggeblieben ist ein schmales Stück ` Erinnerung`, das neben dieser Erinnerung, die dieser Reststreifen ausstrahlt, auch noch zur Säuberung der Luft beiträgt, was unbedingt nötig ist."
Autor:
rll


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