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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Statt Regenwasser eine trübe Brühe
Zwischenüberschrift:
16jähriger kam Umweltfrevel auf die Spur
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Regenrückhaltebecken sollen eigentlich Regenwasser speichern, und in Osnabrück sollen sie nach dem Willen der Stadt auch Biotopcharakter haben. Beiden Funktionen scheint das Regenrückhaltebecken am Hof Hanesch nicht gerecht zu werden: durch ein Abflußrohr fließen auch Fäkalien in den künstlichen Teich, und an der Oberfläche treiben tote Fische. Der 16jährige Schüler Albert Rissling kam dem Frevel auf die Schliche nun sucht die Stadt nach dem Übeltäter.

Albert war aufgefallen, daß meist an Wochenenden milchig-trübes Wasser aus dem Kanalrohr fließt. Verdächtig erschien dem Jungen auch die Schaumentwicklung und der leicht ölige Geruch. Sollte jemand sein Auto waschen und die Lauge in die Regenrinne leiten? Das Neubauviertel ist überschaubar genug. Albert sah sich um im Wohngebiet, konnte aber keinen. Umweltsünder dingfest machen.

Er nahm Wasserproben, besorgte sich Lackmuspapier und untersuchte den pH-Wert. Ergebnis: der See ist alkalisch - nicht saurer Regen, sondern Lauge tritt in Erscheinung. Zu diesem Ergebnis kommt auch Achibert Goll von der Biologischen Schutzgemeinschaft Hunte-Weser-Ems (BSH), der die Wasserproben gestern auf Bitten der Neuen OZ analysierte. In der Nähe des Einlaufs betrug der pH-Wert 9, außerdem wurden Nitrit (0, 25 mg/ l), Chlorid (45 mg) und Ammonium (2 mg) nachgewiesen.

Das ist weit mehr, als im Regenwasser sein darf. Auch das verdünnte Wasser im See weist beträchtliche Konzentrationen auf. Für den Naturschützer Achibert Goll stellt fest, daß Fische in der Brühe nicht mehr existieren können. Der hohe Anteil organischer Verunreinigungen legt, nach seiner Ansicht nahe, daß häusliche Abwässer ins Becken fließen.

Irgendwer muß irgendwo ein Rohr falsch angeschlossen haben. Dabei ist es sogar denkbar, daß dem Frevler nicht einmal der Irrtum bekannt ist, der zum Tod der Fische führte. Aus Erfahrung weiß Hans Schnier, der Leiter des städtischen Klärwerks, daß Rohrleitungen gar nicht so selten verwechselt werden. Da kommt es vor, daß der Regenwasserabfluß gerade günstig liegt und schon wird das Klo oder die Waschmaschine angeschlossen.

Für die Stadt beginnt jetzt die Sucharbeit: mit dem elektronischen Fernsehauge soll der Kanal ,, durchschaut" und der widerrechtliche Einleiter überführt werden. Hans Schnier:,, Das ist manchmal eine langwierige Angelegenheit". rll
Autor:
rll


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