User Online: 2 | Timeout: 09:53Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Naturnah muß nicht teurer sein
Zwischenüberschrift:
BUND-Diskussion über Gewässerunterhaltung
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Mit Vorwürfen wurde nicht gespart, als Naturschützer und Wasserbauer in einer Veranstaltung des BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, Kreisgruppe Osnabrück) über die naturnahe Unterhaltung von Fließgewässern diskutierten.Nach mehr als zweistündiger Aussprache kristallisierten sich aber auch gemeinsame Anknüpfungspunkte heraus. Etwa, daß naturnahe Gewässerpflege nicht teurer sein muß als technische Unterhaltung.

Die beiden Exponenten des Streitgesprächs, Friedel Hemker (Geschäftsführer des Unterhaltungsverbandes ,, Obere Hase") und Uni-Biologe Dr. Herbert Zucchi, kamen überein, daß die Naturschutzverbände Patenschaften für Gewässerabschnitte übernehmen sollten, um exemplarisch zu zeigen, wie eine Renaturierung funktionieren könnte. An die 100 Besucher, zum Teil ,, Männer der Praxis", folgten der Veranstaltung mit großem Interesse.

Die Standpunkte waren abgesteckt: Herbert Zucchi legte aus ökologischer Sicht dar, wie der Wasserbau in Lebensräume für Pflanzen und Tiere eingegriffen hat und stellte den Nutzen der bisherigen Ausgleichsmaßnahmen des Unterhaltungsverbandes in Frage. ,, Nötig und machbar" nannte der Biologe Sofortprogramme zur Renaturierung von Gewässern, wie sie jetzt in Hessen verwirklicht werden. Renaturierung heiße nicht, den ursprünglichen Zustand wiederherzustellen, sondern Strukturen zu schaffen, um die Artenvielfalt zu fördern.

U-96-Geschäftsführer Hemker stellte die Ausführungen seines Vorredners nicht grundsätzlich in Frage. Er verwies jedoch auf seinen gesetzlichen Auftrag zur ,, ordnungsgemäßen" Gewässerunterhaltung und erinnerte an Unterhaltungsmaßnahmen seines Verbandes, die auch die Zustimmung der Ökologen finden würden.

Zum Beispiel den Verzicht auf die chemische Krautbekämpfung, lange bevor das Niedersächsische Naturschutzgesetz sie verboten habe. Hemker machte aber auch deutlich, daß ihm die Finanzen nur einen engen Spielraum ließen. Zusammenfassend hielt er fest, daß eine naturnahe Gewässerunterhaltung nur über weitergehende politische Entscheidungen erreicht werden könne.

Einen Trumpf hatte Herbert Zucchi mit einer Studie des Deutschen Verbandes für Wasserwirtschaft und Kulturbau (DVWK) in der Hand, nach der naturnahe Maßnahmen keine höheren Kosten verursachen als konventionelle. Es stellte sich heraus, daß Friedel Hemker an der Untersuchung mitgewirkt hatte. Ganz im Sinne der Ökologen schlug er auch selbst in diese Kerbe: Selbst wenn die naturnahe Unterhaltung etwas teurer sei, sollte sie praktiziert werden.

Zu berücksichtigen sei aber auch, daß mit Erlen oder anderen Gehölzen bepflanzte Bäche auch weiterhin der Pflege bedürften. Ein Wasserbauer aus der Praxis erinnerte an den höheren Flächenbedarf beim naturnahen Ausbau und warf den Naturschützern vor: " Sie bringen das Geld ja nicht mit!" Auch Hemker stimmte zu: ,, Ohne Grunderwerb können wir nichts machen. Deshalb sind die Ufer ja so steil und die sollen ja irgendwann flacher werden."

Ein Abkommen zur Zusammenarbeit schlug Herbert Zucchi dem Unterhaltungsverband vor: Naturschutzverbände sollten die Patenschaft für einen Bachabschnitt übernehmen, ihn naturnah gestalten und die Pflege übernehmen. Studenten von Uni und Fachhochschule würden solche Projekte sicher gern unterstützen. Hemkers Kommentar: " Dem steht nichts entgegen." rll
Autor:
rll


Anfang der Liste Ende der Liste