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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
"Links und rechts zehn Meter, dann gibt es keine Probleme"
Zwischenüberschrift:
Düte-Unterhaltungsverband: Bäume machen Ufer sicherer
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Jedesmal, wenn der Unterhaltungsverband 96 (.. Obere Hase") die Düte ,, repariert", hagelt es Proteste. Naturschützer sehen die letzten Lebensraume bedrohter Tiere und Pflanzen schwinden und fordern naturnahe Maßnahmen. U-96-Geschaftsführer Friedel Hemker aber sieht sich vom Niedersachsischen Wassergesetz zum Handeln gezwungen, denn der reibungslose Wasserablauf hat Priorität vor dem Naturschutz. Daß er seine Spielräume zugunsten der Ökologie nutze, wollte Hemker dem Naturschutzbeauftragten Prof. Hartmut Peucker bei einem ,, Ortstermin" ins Bewußtsein rufen. Peucker gestand zu, daß Hemker sich ,, auf dem richtigen Weg" befinde.

Beide sind sich einig, daß es größere Flächen bedarf, um die Zielkonflikte Wasserabführung und Naturschutz in Einklang zu bringen: ,, Links und rechts zehn Meter, dann gibt' s keine Probleme", vermerkte Hemker. Schutzzonen in dieser Größenordnung sind allerdings die Ausnahme; der Unterhaltungsverband (oder die Stadt) mußten den Grund und Boden erst erwerben. Dafür fehlt das Geld, und die Landwirte treten ihre Flächen nur ungern ab.

Hmeker wirbt um Verständnis dafür, daß ihm der Sachzwang des schmalen Querschnitts das Trapezprofil mit steiler Böschung und Steinschüttung aufnötigt. Sein Argument: " Entstehen durch mangelhafte Unterhaltung Schäden, ist der Unterhaltungsverband schadensersatzpflichtig." Immerhin hat die Düte bei Hochwasser ganze Uferpartien mit sich gerissen.

Weil das Flüßchen im Oberlauf an vielen Stellen bereits begradigt ist, strömen die Wassermassen ungebremst talwärts. Am Unterlauf, in Hellern oder Atter, gibt es dann Probleme. Das sind die ,, Tatsachen", denen sich der Wasserbauer Hemker stellen muß.

Prof. Peucker glaubt allerdings, daß dem Problem der Wasserabführung auch mit einem " sanfteren Weg" Rechnung getragen werden könnte: Wo Bäume am Ufer stehen, halten die Wurzeln den Untergrund fest. Der Naturschutzbeauftragte folgert, daß an der Düte mehr Bäume gepflanzt werden müßten, dann seien die Steinschüttungen überflüssig.

Auch Hemker erkennt den Nutzen der Erlen, Eschen und Weiden an. Er gent auf ,, Nummer sicher" und läßt die Setzlinge am oberen Teil der Böschung pflanzen über der Steinschüttung. In diesen Tagen sind Mitarbeiter des Unterhaltungsverbandes damit beschäftigt, junge Bäume am Düte-Ufer in Hellem und Atter pflanzen.

In Sutthausen haben sie die Weiden ausgelichtet und zweieinhalb Meter lange Setzstangen in den Boden gerammt. Schon in wenigen Wochen werden sie kräftig ausschlagen und ihren Beitrag zur Ufersicherung leisten. Die jungen Baume brauchen allerdings gute zehn Jahre, bis ihre Wurzeln sich verzweigt haben werden.

Solche Vorsorge würdigt auch Prof. Peucker. Ihm ware es allerdings lieber, der Gehölzsaum bestünde aus mehreren Reihen: Ist die erste Reihe unterspült und kippt ins Wasser, steht die zweite Garde schon bereit. Ein weiteres Problem: Der vorhandene Baumbestand ist größtenteils sehr alt, ,, was fehlt, ist der junge Wuchs".

Daß mehr Grün (auch Sträucher, Gräser, Kräuter, Röhrichte und Wasserpflanzen) den Dütelauf bereichern soil, bekennt auch Friedel Hemker vom Unterhaltungsverband. Naturschutz sieht er aber als ein Interesse unter vielen an. Und deshalb findet er den ,, Kompromß häufig unerläßlich". rll

Bilduntertitel
DÜTE ZWISCHEN Hellern und Atter: Hier wurden In den letzten Tagen Weiden, Eschen, Erlen und Eichen am Ufer gepflanzt. Die jungen Bäumchen brauchen mindestens zehn Jahre, bis ihre Wurzeln das Ufer festhalten können.
Autor:
rll


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