User Online: 4 | Timeout: 01:38Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Zwölf Schwäne genügen
Zwischenüberschrift:
Naturschützer erörtern Zukunft des Rubbenbruchsees
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Noch hat der Rubbenbruchsee seine endgültige Gestalt nicht erreicht; Bagger und Großbehälter zeigen an, daß der Sandabbau und damit die Vergrößerung weiter geht. Doch das relativ junge Naherholungsgebiet gehört inzwischen zu den beliebtesten Ausflugszielen der Osnabrücker, wie der lange und warme Sommer bewiesen hat. Wie man die Belange von Naturschutz und Naherholung aufeinander abstimmt, ohne daß allzu starke Beeinträchtigungen auf der einen oder anderen Seite erfolgen, machten in einem Pressegespräch " vor Ort" der Naturschutzbeauftragte für die Stadt, Prof. Hartmut Peucker, sowie Mitglieder der Biologischen Schutzgemeinschaft Hunte-Weser-Ems und des Bundes für Vogelschutz deutlich.

Eine strikte Trennung von Naturschutz und Erholung ist hier nicht möglich, darüber waren sich alle Teilnehmer einig. Ein Gaststättenbetrieb hat alte Rechte für eine Anzahl von Booten auf dem See, doch solange der Sandabbau weitergeht, wird die " Flotte", die sowieso auf das Barenteichgebiet beschränkt ist, nicht auslaufen. Vorgesehen ist eine Abtrennung dieses ,, Vergnügungsteils" durch Bojen, die sich am Dümmer bewährt hätten. Spaziergänger, so war die allgemeine Meinung, würden einÜberfahren der Grenzen durch ihre Kontrolle verhindern. Auf alle Fälle soll dieser See für Surfer tabu bleiben; hierfür gibt es bekanntlich den Attersee.

Die Vogelwelt beschränkt sich auf Schwäne, von denen im Winter bis zu 30 gezählt werden, mehrere hundert Stockenten und 60 bis 80 Bleßhühner. Einige Jahre wurden auch Graugänse festgestellt. Für größere Wasservögel ist der Rubbenbruchsee nicht geeignet; eine stärkere Vielfalt könnte durch Reduzierung bestimmter Arten und bauliche Maßnahmen erreicht werden.

Während die Stockenten durch Bejagung in vertretbaren Grenzen gehalten werden, scheidet das bei den Schwänen aus. " Ein Dutzend ist genug", meinen die Fachleute und weisen darauf hin, daß neben unvernünftigen Spaziergängern die Jungschwäne das Röhrricht zerstören, das für die Wasserqualität so wichtig ist. Es wurde angeregt, eventuell in Zusammenarbeit mit dem Tierschutz die Gelege der Schwäne zu verringern oder Porzellaneier unterzulegen, bis der Bruttrieb erlischt. Auf diese Weise haben die Tierschützer ja auch das Problem der wilden Tauben in der Hasestadt vorbildlich in den Griff bekommen.

Im Schilfgürtel mit Laubwald fühlt sich der Drosselrohrsänger wohl, doch müßte für ihn der Gürtel breiter sein. Dagegen besteht die Chance, den Flußregenpfeifer, der früher mehrmals Brüten hier aufzog, wieder heimisch zu machen. Die Insel im See ist für diesen Kulturfolger vorgesehen. Am 3. Oktober werden englische Pioniere eine Brücke zur Insel schlagen, auf der Baumaterial transportiert werden kann, um die Uferzone entsprechend herzurichten. Vegetationslose, kiesige oder sandige Flächen ziehen diesen Vogel an.

Für optimalen Vogelschutz ist die Fläche zu klein, bedauerten die Naturschützer unter Hinweis auf die Belastung durch Ausflügler, trotz Verbots freilaufende Hunde, Eisläufer und Angler. Letztere verfügen über knapp 300 m am See für ihr Hobby und wären für eine Ausweitung dankbar, weil sie dann besser die Ufer kontrollieren könnten. Auch die Anlage eines Angelsteges wurde erwähnt, um nicht am Ufer entlanggehen und das Röhrricht zertreten zu müssen. Leider wird am Rubben-bruchsee, so behaupten die Petrijünger, viel schwarz geangelt. Dies sei auch Schuld daran, wenn Schwäne durch Angelhaken ums Leben kämen.

Langfristiges Ziel, so gab Prof. Peucker bekannt, ist die Entwicklung von Teilen des jetzigen Landschaftsschutzgebietes am Rubbenbruchsee in ein Naturschutzgebiet, was Tieren und Pflanzen wie Orchideen, Wasserfeder und Fieberklee größeren Schutz böte. Im übrigen wäre dies das erste Naturschutzgebiet im Stadtbereich. Helmut Hertel

Bilduntertitel

TEILNEHMER des Pressegesprächs am See (von links): Naturschutzbeauftragter Prof. Hartmut Peucker sowie Magdalene Strotmann, Manfred Pfennigschmidt und Hans Strech von der Biologischen Schutzgemeinschaft Hunte-Weser-Ems bzw. vom Bund für Vogelschütz.

SCHWÄNE und Stockenten beherrschen den Rubbenbruchsee. Demnächst soll auch der Flußregenpfeifer hier heimisch werden. Für optimalen Vogelschutz Ist die Fläche jedoch zu klein.

Aufnahmen:
Hartwig Fender
Autor:
Helmut Hertel


Anfang der Liste Ende der Liste